Dieser Blog dient der Erstveröffentlichung und Ansammlung von Daten mit dem Schwerpunkt "Flieger im Ersten Weltkrieg". Mit der Kommentarfunktion können die Einträge ohne Anmeldung jederzeit berichtigt oder ergänzt werden.
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Samstag, 4. Februar 2012 - 09:47 Uhr
Dehmisch, Martin

Martin Dehmisch wurde am 12. November 1896 in Bautzen geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er im Sommer 1918 im Dienstrang eines Leutnants bei der Jagdstaffel 58 (Jasta 58), die am 1. Juni 1918 an der Westfront aufgestellt wurde und bis zum Ende des Ersten Weltkrieges operierte. Bei dieser Jasta schoß Martin Demisch in der Zeit vom 16. Juni 1918 bis 24. September 1918 insgesamt fünf gegnerische Fesselballone und fünf Flugzeuge ab. Am 24. September 1918, bei seinem letzten Luftkampfeinsatz, wurde er über Abancourt abgeschossen und verstarb am nächsten Tag. Bei diesem Luftkampf schoß er den bekannten britischen Jagdflieger Captain Gilbert J. Strange ab, der seinerseits zuvor sieben gegnerische Flugzeuge abgeschossen hatte.
Leutnant Martin Dehmisch starb im Alter von 22 Jahren.
Einheiten:
• Jagdstaffel 58 (Jasta 58)
Auszeichnungen:
• nicht bekannt
Abschüsse:
01. - 16.06.1918 - Jasta 58 - Ballon - Houdencourt
02. - 18.06.1918 - Jasta 58 - Ballon - Rethondes
03. - 18.06.1918 - Jasta 58 - Ballon - Chevrieres
04. - 04.07.1918 - Jasta 58 - R.E.8 - südl. von Hamel
05. - 02.09.1918 - Jasta 58 - R.E.8 - Vis-en-Artois
06. - 04.09.1918 - Jasta 58 - Bristol F.2b (D7945) -Flugplatz Emerchicourt
07. - 06.09.1918 - Jasta 58 - R.E.8 - Monchy
08. - 06.09.1918 - Jasta 58 - Ballon - Monchy le Preux
09. - 13.09.1918 - Jasta 58 - Ballon - Monchy le Preux
10. - 24.09.1918 - Jasta 58 - S.E.5a (E4054) – Abancourt
Quellen:
• “Above the Lines” von Norman L. Franks, Frank W. Bailey & Russell Guest
• The Aerodrome
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Freitag, 3. Februar 2012 - 09:28 Uhr
Creutzmann, Otto

Otto Creutzmann wurde am 8. Januar 1892 im halleschen Spickendorf geboren. Über sein Elternhaus, Schulausbildung und erlernter Beruf ist nichts bekannt. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges trat er in den Militärdienst ein und zog an die Westfront ins Feld. Im Juni 1915 wurde er durch einen Granatsplitter verletzt und kam in ein Feldlazarett. Nach seiner Genesung meldete er sich zur Kaiserlichen Fliegertruppe und wurde dem Kampfgeschwader der Obersten Heeresleitung 2
(Kagohl / KG 2) und dort der Staffel 33 zugewiesen. Später flog er für die Kampfstaffel 23 (Kasta 23) des KG 4. Bei dieser Staffel erhielt Otto Creutzmann am 1. Dezember 1916 den sächsischen Albert-Ritterorden 2. Klasse. Als sein Beobachter (Emil) fungierte zeitweilig auch Lothar Freiherr von Richthofen. Am 6. Februar 1917 wurde er zur Jagdstaffel 20 (Jasta 20) versetzt. Bis zum 12. August 1917 konnte er dort seinen ersten Abschuß eines gegnerischen Flugzeugs vermelden. Danach wurde Creutzmann zur Kampfeinsitzerstaffel 4 b versetzt. Hier schoß er am 24. März 1818 eine britische DH4 bei Anslingen ab, wurde dann zur Jagdstaffel 43 (Jasta 43) versetzt, bei der er in diversen Luftkampfeinsätzen drei weitere gegnerische Flugzeuge abschoß. Bei dieser Staffel wurde er im Mai 1918 im Luftkampf verwundet. Er blieb bei dieser Einheit bis zum 13. Juni 1918 und wurde anschließend zur Jagdstaffel 46 (Jasta 46) versetzt und zum Staffelführer ernannt.
Diesen Posten behielt er bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Leutnant Otto Creutzmann erhlielt beide Ausgaben des Eisernen Kreuzes (EK 2 und EK 1) und am 19. Juli 1918 den Militär-Sankt-Heinrich Orden. Über sein Leben nach dem Ersten Weltkrieg, nach der Machtergreifung der Nazis und im Zweiten Weltkrieg ist bis dato hier nichts bakannt geworden.
Leutnant Otto Creutzmann starb am 12. Januar 1943 in der Ukraine im Alter von 51 Jahren auf unbekannte Weise.
Einheiten:
• Jagdstaffel 20 (Jasta 20)
• Jagdstaffel 43 (Jasta 43)
• Jagdstaffel 46 (Jasta 46)
• Kampfgeschwader der Obersten Heeresleitung 2 (Kagohl 2)
• Kampfstaffel 23 (Kasta 23)
• Kampfeinsitzerstaffel 4b (Kest 4b)
Auszeichnungen:
• Eisernes Kreuz 2. Klasse (EK 2)
• Eisernes Kreuz 1. Klasse (EK 1)
• Militär-St.-Heinrich-Orden
• Sächsischer-Albert-Ritterorden 2. Klasse
Abschüsse:
01. - 11.07.1917 - Jasta 20 - D.H.4 - Ledeghem
02. - 24.03.1918 - Kest 4b - D.H.4 - Anslingen
03. - 12.04.1918 - Jasta 43 - Bristol F.2b - Calonne
04. - 17.05.1918 - Jasta 43 - S.E.5a - südwestl. von Lorgies
05. - 13.06.1918 - Jasta 43 - S.E.5a (B8508) - südwestl. von Aubers
06. - 08.08.1918 - Jasta 46 - S.E.5a - Chipilly
07. - 09.08.1918 - Jasta 46 - S.E.5a - ?
08. - 10.08.1918 - Jasta 46 - S.E.5a - nordöstl. von Albert
Quellen:
• “Above the Lines” von Norman L. Franks, Frank W. Bailey & Russell Guest
• The Aerodrome
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Donnerstag, 2. Februar 2012 - 16:57 Uhr
Döring, Fritz

Uwe Humeniuk schrieb am 12. Januar 2012 in das Gästebuch von www.Flieger-Album.de:
„Mit meinem Großvater Fritz Döring kann ich einen weiteren Piloten des 1. Weltkriegs Eurer Recherche hinzufügen. Er wurde am 22. Juli 1890 in Berlin geboren und starb am 5. Dezember 1955 in Altdorf bei Nürnberg. Ich selbst, Jahrgang 1953, habe ihn nicht mehr kennengelernt, besitze aber die Dokumente seiner Tochter, meiner Mutter, die Ende 2010 verstarb. Fritz Döring war vor und nach dem Ersten Weltkrieg der Fliegerei verbunden, auch beruflich. ich besitze einige Fotos (leider viel zu wenige) und sein Bordbuch. Aus diesem habe ich das Diagramm seines Absturzes mit glücklicher Notlandung für Euch kopiert, ebenso sein Kriegsranglisten-Auszug. Beste Grüße Uwe“
Leider sind das oben erwähnte Diagramm und weitere Informationen nicht bei uns eingegangen.
Quelle:
• Gästebuch - http://www.flieger-album.de/gaestebuch.php
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Mittwoch, 1. Februar 2012 - 12:17 Uhr
Liebert, Otto

Otto Liebert wurde am 10. Dezember 1894 im westfälischen Nörvenich als jüngster von drei Söhnen des Schreinermeisters Jakob Liebert aus Heidenheim geboren. Den Besuch der Realschule in Heidenheim schloß er mit dem Berechtigungszeugnis zum einjährigen Freiwilligendienst ab. Danach zog er zu seinem Onkel nach Königsbrunn, der dort als Bürgermeister der schwäbischen Stadt vorstand. Er erlernte als Praktikant das Verwaltungswesen und war als solcher von 1913 bis 1914 in der Verwaltung von Heidenheim tätig.
Gleich zu Beginn des Ersten Weltkreges wurde Otto Liebert eingezogen und begann seine militärische Grundausbildung am 2. Dezember 1914 beim Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 127 in Ulm. Am 14. April 1915 wurde er zum württembergischen Brigade Ersatz-Bataillon Nr. 54 versetzt und zog mit diesem nach Regniéville / Frankreich.Dort lag er mit seinem Bataillon für längere Zeit in Stellung und wurde wegen seines Einsatzes schon am 20. Juni 1915 zum Gefreiten befördert. Nachdem das Bataillon am 18. Juli 1915 zur Aufstellung des Württembergischen Ersatz-Infanterie-Regiments Nr. 52 herangezogen war, wurde Otto Liebert am 21. August 1915 zum Unteroffizier befördert. Danach absolvierte er vom 22. September 1915 bis 25. Oktober 1915 den Offiziers-Aspiranten-Kurs und wurde am dann am 26. Januar 1916 zum Offizier-Aspiranten ernannt und erhielt am 1. April 1916 das Eiserne-Kreuz 2. Klasse (EK 2). Zum Leutnant der Reserve wurde Liebert am 19. Januar 1917 befördert. Das Ersatz-Infanterie-Regiment Nr. 52 wurde am 1. April 1917 in Württembergisches Infanterie-Regiment Nr. 479 umbenannt. Im Sommer 1917 erkrankte Otto Liebert an Typhus und wurde in das Lazarett von Stenay / Lothringen eingeliefert. Seine Rekonvaleszenz erfolgte im Genesungsheim von Spa. Nach seiner vollständigen Gesundung bewarb er sich bei der Kaiserlichen Fliegertruppe, wurde angenommen und zur Beobachter-Ausbildung zur Fliegerersatz-Abteilung 10 (FEA 10) nach Böblingen versetzt. Am 3. Januar 1918 stürzte er mit seinem Flugzeug bei einem Schießübungsflug aus unbekannter Ursache tödlich ab.
Lt.dR Otto Liebert starb im Alter von 24 Jahren.
Auf dem Ehrenfriedhof Heidenheim fand er seine letzte Ruhestätte.
Quelle:
• Das Propellerblatt Nr. 28 / Jahrgang 2010 Seite IV / 66
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Montag, 30. Januar 2012 - 12:08 Uhr
Blum, Otto

Otto Blum wurde am 25. Juni 1896 im elsaß-lothringischen Pfirt geboren. Über sein Elternhaus, Schulausbildung und erlernter Beruf liegen keine Informationen vor.
Im Ersten Weltkrieg diente er im Dienstrang eines Leutnants der Reserve als Beobachter bei der Fliegerersatz-Abteilung 10 (FEA 10) in Böblingen. Am 22. August 1917 stürzte er mit seiner Aviatik C.I 819/16 zwischen Sindelfingen und Vaihingen auf Grund nicht näher bekannter Umstände tödlich ab. Der Fliegerschütze Vizefeldwebel Bartels überlebte schwer verletzt den Absturz.
Lt.d.R. Otto Blum starb im Alter von 21 Jahren.
Er wurde auf der Kriegsgräberstätte in Böblingen, Endgrablage: Reihe 1 Grab 8, beigesetzt. Das Grab existiert heute noch.
Quelle:
• Das Propellerblatt Nr. 28 / Jahrgang 2010 Seite IV / 62
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Mittwoch, 4. Januar 2012 - 08:54 Uhr
Schlüter, Benno

Benno Schlüter wurde am 27. Februar 1894 im heutigen nordrhein-westfälischen Dorsten geboren. Über sein Elternhaus, Schulausbildung und erlernter Beruf ist bisher nichts bekannt.
Auf Grund seiner frühen Begeisterung für die Luftfahrt erwarb er bereits am 7. Mai 1913 das Flugpatent Nr. 399 des Deutschen Luftfahrer-Verbandes. Er gehörte somit zu den „Alten Adlern“, die Flugzeugführer, die vor 1914 die internationale Flugzeugführerlizenz der Fédération Aéronautique Internationale erworben haben. Schon zu Beginn des Jahres 1914 nahm er an an einem Fernflug, der von der Nationalen Flugspende gesponsert war, über einen Dauerflug von 9 Stunden teil. Einen weiteren Fernflug, den sogenannten „Internationalen Sternflug“ absolvierte er mit großem Erfolg am 1. April 1914 nach Monaco. Zusammen mit dem Flugpionier Hellmuth Hirth startete er von Gotha aus die 1083 km bis Marseille in 11:39:46 Std.. Auch nahm er ebenfalls im Juni 1914 an einem 3er-Geschwaderflug mit 3 Tauben von Hamburg nach Kopenhagen teil. Die beiden anderen Teilnehmer waren Friedrich Christansen und Karl Caspar.
Im Ersten Weltkrieg diente Schlüter im Dienstrang eines Flugmeisters ab Dezember 1914 bei den Marine-Feldflieger-Abteilungen I und II (MFFA 1 [MFA I) und MFFA 2 [MFA II]). Am 4. Mai 1916 flog er einen Luftkampfeinsatz gegen eine britische Caudron bei dem er das gegnerische Flugzeug abgeschossen hatte. Second Lieutenant Kenneth Marsden van Allen von 5th Royal Naval Air Service (RNAS) starb bei diesem Abschuß. Bei dem Versuch, das abgeschossene englische Flugzeg bei der Abschußstelle zu untersuchen, landete Benno Schlüter, geriet in eine gegnerische Mine und wurde getötet. Beide Flieger wurden mit allen militärische Ehren auf dem Friedhof von Westende beigesetzt.
Der Flugmeister Benno Schlüter starb im Alter von 22 Jahren.
Einheiten:
• Marine-Feldflieger-Abteilung 1 (MFA 1)
• Marine-Feldflieger-Abteilung 2 (MFA 2)
Auszeichnungen:
• Eisernes Kreuz 2. Klasse (EK 2)
• Eisernes Kreuz 1. Klasse (EK 1)
1 bekannt gewordener Abschuß:
• 4.05.1916 – MFA 2 - Caudron – Middelkerke
Peter Supf berichtet in seinem Buch „Das Buch der deutschen Fluggeschichte“ u. a. wie folgt:
„Benno Schlüter, der kurz vor dem Kriege mit Christiansen und Caspar nach Kopenhagen flog und bei vielen Wettbewerben des Jahres 1914 sich auszeichnete, kommt am 4. Mai 1916 bei Middelkerke auf tragische Weise um. „Für kühne Kriegsflüge über den feindlichen Stellungen erhielt er bald das Eiserne Kreuz II. Klasse und, da er bei späteren Flügen noch oft seine kaltblütige Entschlossenheit, Tapferkeit und Umsicht bewies, wurde er auch noch mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Als er nun am Morgen des 4. Mai von einem Kriegsfluge über die Linien des Gegners in Flandern zurückkehrte, wurde er von einem englischen Kampfflugzeug angegriffen. Zwischen beiden Flugzeugen kam es zu einem äußerst hartnäckigen und heißen Luftkampf, in dessen Verlauf es Benno Schlüter gelang, das englische Kampfflugzeug abzuschießen und zum Absturz zu bringen. Den Sieg über seinen Gegner jedoch sollte er nicht lange überleben. Er wollte den feindlichen Apparat nach wichtigen Meldungen absuchen. Beim Überschreiten von Drahtverhauen entlud sich eine elektrische Mine, die ihm den sofortigen Tod brachte."
Quellen:
• Bild und Einzelheiten Greg Baldus / USA
• The Aerodrome-Forum
• Peter Supf - Das Buch der deutschen Fluggeschichte – Vorkriegszeit Kriegszeit
Nachkriegszeit bis 1932 – Drei Brunnen Verlag Stuttgart 158 – Seiten 78, 80, 217, 231, 232, 253, 488, 663 und 670
• Beitrag von Jo Gernoth aus Dorsten am 05.12.2011: www.lokalkompass.de/dorsten/le...pa-d115245.html
Folgende Suchanfrage wurde Ende 2011 von Wolf Stegemann an Flieger-Album
gesandt:
„Ich suche für einen Artikel Informationen über den Marineflieger Benno Schlüter (28.2.1894 in Dorsten bis 4.5.1916 in Middelkerke).“ www.wolf-stegemann.de
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Dienstag, 3. Januar 2012 - 09:46 Uhr
Lemke, Alfred

Folgende Anfrage wurde am 31.12.2011 um 13:06:58 von John Grech an Flieger-Album gesandt:
“I am tring to find out as much as possible about Gefr Alfred Lemke who ran out of fuel whilst flying Albatross D11 473/16. He made a forced landing near Abbeville-Fampoux about 16.00 hrs on 03/05/1917 he was flying with jasta 10 at the time. I would like to find a photograph of him and what became of him after the war. many thanks John Grech:
www.66squadron.co.uk
Anmerkung der Redaktion:
Bei der Jagdstaffel 10 (Jasta 10) diente 1918 ein Vizefeldwebel Alfred Lemke, der in den Jasta-Files von Rick Duiven mit den folgenden Einträgen vermerkt ist:
• 16Aug18 Vzfw. Lemke 1 D.H. 4 Dagsburg 11
• 25Sep18 Vzfw. Lemke 2 D.H. 4 Bergzabern 15 #D.8356, 55 Sqn. IAF, 2/Lt. J.B. Dunn,KIA & 2/Lt. H.S. Orange,KIA
Des Weiteren wird in der Datenbank der gefallenen Flieger ein Gefreiter Alfred Lemcke (mit „c“) aufgeführt: *21. April 1897 in Spandau, + 26. September in Hannover.
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Montag, 2. Januar 2012 - 10:50 Uhr
Dorme, René

Ein Portrait von Gastautor Rainer Absmeier
René Pierre Marie Dorme wurde am 30. Januar 1894 in Abaucourt-les-Souppleville / Frankreich geboren. Sein Vater war Bahnhofvorsteher in Aix Aubancourt in der Nähe von Verdun. Im Jahr 1913 trat Dorme seinen Militärdienst an und wurde der 7e Groupe d’Artillerie a Pied in Bizerte, Tunesien zugeteilt. Als der Krieg begann bat Dorme um Versetzung zur Fliegertruppe, welche auch genehmigt wurde. Am 9. Dezember 1914 verließ er Afrika und erreichte drei Tage später Lyon. Am 12. Januar 1915 wurde er nach St. Cyr gesandt, um dort das Pilotentraining aufzunehmen. Allerdings machte ihm der derzeitige Mangel an Beobachtern einen Strich durch seine Pilotenpläne und so kam er am 1. Februar 1915 nach Buc in die Beobachterschule. Knapp zwei Wochen später wurde er dann doch noch zur Pilotenausbildung geschickt und kam somit nach Pau, wo ihm am 6. Mai 1916 sein Pilotenmilitär-Brevet Nr. 1935 ausgehändigt wurde. Dorme verließ Pau mit einer Gesamtflugzeit von 29 Stunden und 13 Minuten und kam schließlich zur abschließenden Ausbildung nach St. Cyr. Am 5. Juni 1915 wurde er der Escadrille C.94 zugeteilt, die zur Verteidigung von Paris aufgestellt war und somit der Groupe des Escadrilles du Camp Retranché de Paris (CRP) angehörte. Die Esc. C.94 war mit Caudrons G3 ausgerüstet und lag zu diesem Zeitpunkt in Villacoublay. Hier verunglückte Dorme am 1. Januar 1916 bei einem Nachtflug und musste schwer verletzt in ein Hospital gebracht werden. Erst am 1. März 1916 meldete er sich wieder genesen zum Dienst. Am 13. März 1916 hatte er seinen ersten Luftkampf und am 03. April 1916 konnte er seinen ersten wahrscheinlichen Abschuss erzielen, für den er am 10. April 1916 im Heeresbericht erwähnt wurde.
Am 25. Juni 1916 wurde Dorme zur Escadrille N.3 versetzt, wo er bald zu Ruhm kommen sollte. Die Escadrille N.3 war mit den kleinen wendigen Nieuport-Einsitzern ausgerüstet und wurde von Capitaine Alfred Heurteaux kommandiert. Hier flogen auch die späteren französischen Asse, Guynemer, Deullin und Chainat. Dorme ließ seine Nieuport mit dem Lothringer Kreuz als persönliches Zeichen bemalen. So wollte er sein Verlangen zum Ausdruck bringen, die von den Deutschen seit dem Jahre 1871 besetzten Gebiete, Elsaß und Lothringen, zu befreien. Am 9. Juli 1916 gelang Dorme zusammen mit Alfred Heurtaux ein Abschuss über eine deutsche LVG. Es war für beide Piloten der erste bestätigte Abschuss des Krieges. Drei Wochen später fiel Dormes zweiter Gegner und allein im August 1916 konnte er sechs weitere Gegner bezwingen, welche ausnahmslos aus deutschen Zweisitzern bestanden. Am 4. August 1916 erhielt er die Médaille Militaire für seinen ersten Abschuss vom 9. Juli 1916. Im September 1916 fielen vier weitere deutsche Flugzeuge unter seinen MG-Garben und er war somit bei einer Abschusszahl von zwölf angelangt. Am 18. Oktober 1916 wurde Dorme mit dem Chevalier de la Légion d’Honneur (1. Grad der Ehrenlegion, franz. Verdienstorden) ausgezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits zwei weitere Abschüsse auf seinem Konto. Am 1. November 1916 wurde die Escadrille N.3 mit den Escadrille N.26, N.62 und N.65 zur Groupe de Combat 12, der später berühmten Storch-Gruppe zusammengefasst und wurde von Chef de Bataillon Felix Brocard kommandiert. Bis zu diesem Zeitpunkt war Dorme 198 Stunden über der Front geflogen und machte dabei 86 Luftkämpfe mit. Zu seinen fünfzehn bestätigten Abschüssen kamen noch sieben wahrscheinliche Abschüsse hinzu. All dies gelang ihm in nur vier Monaten zwischen Juli und Oktober 1916, während sein Flugzeug nur zwei Einschusslöcher erhielt und sieben Mal von Flak-Schrapnels leicht getroffen wurde. Bei der Groupe de Combat 12 gehörte Dorme zu den herausragenden Persönlichkeiten. Im normalem Umgang mit seinen Staffelkameraden zeichnete er sich durch eine angenehme, rücksichtsvolle und fast väterliche Art aus. War er aber in einem Flugzeug, so war er einer der unnachsichtigsten Gegner, ein tödlicher Schütze und ein Meister in der Taktik des Luftkampfes, wobei sein Hass auf die Deutschen nie sein Urteilsvermögen im Luftkampf verschleierte. So erhielt er mit seinen erst 23 Jahren bald den Spitznamen Père (Papa). Außerdem war er bei seinen Staffelkameraden als „l'increvable“, „der Unverwüstliche“ bekannt. Dorme kämpfte nicht mit dem unbarmherzigen, fast selbst zerstörerischem Eifer, mit welchem zum Beispiel Guynemer kämpfte. Dorme führte in der Luft mit Geschick und Kalkül seinen persönlichen Rachefeldzug gegen die Deutschen.
Am 16. November 1916 gelang Dorme der Abschuss eines Rumpler-Zweisitzers östlich von Marchélepot und am 4. Dezember 1916 konnte er bei einem Luftkampf über Pronville (in einer Quelle nördlich Saint Cren) einen Fokker-Einsitzer bezwingen. Dies war wahrscheinlich OffStv. Karl Alois Ehrnthaller der Jagdstaffel 1, der in dieser Gegend in einer Fokker D.I 175/16 sein Leben lassen musste. Dorme war nun bereits bei einer Abschusszahl von 17 angelangt. Den Rest des Jahres 1916 konnte er aber keine weiteren Abschüsse mehr erzielen, dies lag unter anderem am schlechten Wetter und vor allem daran, dass er am 20. Dezember 1916 bei einem Luftkampf mit zwei deutschen Halberstadt-Zweisitzern über Athies am rechten Arm schwer verwundet wurde. Während seiner Genesung im Hospiz Lariboisiere in Paris erhielt er am 3. Februar 1917 seine Beförderung zum (einstweiligen) Sous Lieutenant und das Croix de Guerre mit Palmen verliehen. Dorme meldete sich am 1. März 1917 wieder genesen zum Dienst und schon zwei Tage später hatte er seinen ersten Luftkampf. Am 6. März 1917 traf Dorme mit Capitaine Auger und Sous Lieutenant Raymond auf ein deutsches Aufklärungsflugzeug. Dorme feuerte 25 Schüsse aus 15 Metern in das gegnerische Flugzeug, welches sich nur durch einen Sturzflug aus der brenzligen Situation retten konnte und Dorme deswegen auch nur mit einem wahrscheinlichen Abschuss offiziell belohnt wurde. Am 31. März 1917 gelang ihm nordöstlich von Fismes über eine AEG C.IV sein 18. Abschuss. Die deutsche Besatzung geriet in französische Gefangenschaft. Bis zum 10. Mai 1917 konnte Dorme noch fünf gegnerische Flugzeuge bezwingen, wobei sein letzter Gegner brennend zu Boden stürzte. Am 25. Mai 1917 griff Dorme einen weiteren Zweisitzer nordöstlich von Reims an, der schließlich zwischen Berru und Epoye abstürzte. Dieser Abschuss wurde ihm nicht offiziell bestätigt. Wahrscheinlich war es die Besatzung VzFw. Ferdinand Wens und Uffz. Wilhelm Miltner von der Schutzstaffel 24b (Schusta 24b), die in der Nähe von Flers verloren gingen.
An diesem Tag startete Dorme in seiner Spad VII mit Lieutenant Albert Deullin um ca. 18:40 zu einem weiteren Frontflug. Kurz darauf waren sie in einem Luftkampf mit deutschen Albatros-Einsitzern verwickelt. Nach diesem Kampf war von Dorme nichts zu sehen, aber Deullin entdeckte später eine brennende Spad am Boden. Weder er noch der Rest der Gruppe glaubte, dass Dorme im Luftkampf besiegt worden sei. Doch René Dorme kehrte nicht mehr zurück und war tatsächlich gefallen.
Sie gerieten in einen Kampf mit Piloten der Jagdstaffel 9 (Jasta 9), bei der ein junger deutscher Pilot im gleichen Alter seinen fünften Abschuss, eine Spad VII bei Fort de la Pompelle auf der deutschen Seite der Linien, erzielte. Heinrich Kroll berichtete über seinen fünften Abschuss wie folgt: „Ich schoss ihn nahe Fort la Pompelle, nähe Reims ab. Es war ein heißer Kurvenkampf, der bei 5300 Metern Höhe anfing und bei 800 Metern endete. Plötzlich stürzte er senkrecht ab und ging in Flammen auf, als er in den Boden krachte.“ Der tote französische Pilot wurde später durch eine Uhr identifiziert auf der folgende Inschrift war: „An Monsieur René Dorme, in Erinnerung an seine heldenhaften Leistungen während des Krieges. Überreicht von der Lip Fabrik, Besancon.“
Der junge deutsche Pilot, namens Heinrich Kroll, sollte später 33 Abschüsse erzielen und wurde Träger des Ordens Pour le Mérite.
Dorme hinterließ eine große Lücke in den Reihen der „Störche“. Er flog über 620 Stunden gegen den Gegner. Er bestritt 120 Luftkämpfe mit 43 Abschüssen, wobei ihm 23 davon offiziell bestätigt wurden. Die Zahl der wahrscheinlichen Abschüssen variiert je nach Quelle zwischen 17 und 70. Zu seinem Todes-zeitpunkt war unter den französischen Piloten nur Georges Guynemer mit 42 Abschüssen erfolgreicher als er.
Sous Lieutenant René Pierre Marie Dorme starb im Alter von 23 Jahren.
Einheiten:
• Escadrille C.94
• Escadrille N.3
Auszeichnungen:
• Chevalier de la Légion d’Honneur
• Croix de Guerre mit Palmen
Abschüsse:
• 23
Spitznahmen:
• Père (Papa)
• l'increvable (der Unverwüstliche)
Persönliches Erkennungszeichen b.d. Esq. N.3:
• Lothringer Kreuz
Quellen:
• Fliegerasse 1914-1918, Whitehouse
• The Storks, Franks and Bailey
• Groupe de Combat 12 „Les Cigognes“, Jon Gutman
• Over the Front - A complete record of the fighter aces and units of the United States and French Air Services, 1914-1918, Franks and Bailey
• The French Air Service War Chronology 1914-1918, Bailey
• The Jasta War Chronology, Franks, Bailey, Duiven
• The Jasta Pilots, Franks, Bailey, Duiven
• The Aerodrome-Forum
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Sonntag, 1. Januar 2012 - 11:52 Uhr
Bring, Hans

Über den jungen Fliegersoldaten Hans Bring liegen außer dem gezeigten Foto keine weiteren persönlichen Einzelheiten vor. Laut einem Stempel auf einer Feldpostkarte aus März 1918, die an seinen Vater gerichtet war, war er vermutlich bei der Flugzeugmeisterei in Aachen eingesetzt.
Quelle:
• Einsendung von Benedikt Sommerfeldt, Lüttich / Be.
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Samstag, 31. Dezember 2011 - 11:58 Uhr
Mayer, Josef

Josef Mayer wurde am 3. November im oberpfälzischen Katzberg geboren. Seine Eltern waren Josef sen. und Fanny Mayer geb. Bucher aus Regensburg, Krebsgasse 6 II. Nach seiner Schulausbildung erlernte er den Beruf des Motorschlossers.
Im Ersten Weltkrieg wurde Mayer am 14. Januar 1916 als Pionier einberufen und der II. Ersatz-Abteilung des Feld-Artillerie-Regiments 20 zugeteilt. Auf Grund seiner Fachkenntnisse im Motorenbereich wurde er am 16. März 1917 zur Kaiserlichen Fliegertruppe versetzt und zur Fliegerersatz-Abteilung 1 (FEA 1) nach Schleißheim kommandiert. Danach kam er am 15. November 1917 zum Armee-Flugpark 5 (AFP 5), wurde dann aber am 17. November 1917 bis 10. Dezember 1917 zur FEA 1 nach Schleißheim zurückversetzt um dort seine Flugzeugführerprüfung abzulegen. Am 11. Dezember wurde Josef Mayer als frisch ausgebildeter Flugzeugführer dann zur Jagdstaffel 32 (Jasta 32) versetzt. In der vorgenannten Zeit nahm er an der Abwehrschlacht bei Verdun teil und vom 11. Dezember 1917 bis 21. Januar 1918 an den Stellungskämpfen in der Champagne. Am 27. Dezember 1917 wurde er gemäß Verfügung des Kommandeurs der Flieger (Kofl) Nr. K. 26906 / 2 zum Gefreiten ernannt und zur Jagdstaffel 9 (Jasta 9) versetzt. Er verunglückte am 21. Januar 1918 aus ungeklärter Ursache um 11:50 während eines Übungsfluges bei Mars-sous-Bourcq in den Ardennen tödlich.
Der Gefreite Josef Mayer starb im Alter von 20 Jahren.
Einheiten:
• Fliegerersatz-Abteilung 1 (FEA 1) Schleißheim
• Jagdstaffel 32 (Jasta 32)
• Jagdstaffel 9 (Jasta 9)
Abschüsse und Auszeichnungen:
• nicht bekannt
Quellen:
• Bild von Jean-Luc Michel
• Jasta-Files von Rick Duiven
• Datenbank der gefallenen Flieger
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