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von Gastautor Helmut Jäger, 2007
» www.militaerphotographie.de

Die Nutzbarmachung der Photographie für militärische Zwecke begann in den 1850er Jahren und verlief sehr langsam bis ins beginnende 20. Jh. hinein. Es waren vor allem Kriegsballone, die in den zeitgenössischen Vorstellungen als Träger von Kameras gesehen wurden. Daß mit der Kamera ein neues Erkundungsmittel entstanden war, wollten die militärischen Entscheidungsträger in den Streitkräften vieler Länder kaum wahrhaben, auch nicht die Offiziere im Großen Generalstab des preußisch-deutschen Heeres. Kriegsballone galten als veraltet. Erst das Motorflugzeug schuf die Voraussetzungen für den Einsatz der Kamera zur Erkundung aus der Luft. Die Fliegerkammer wurde zur ersten „Waffe" der Kriegsfliegerei.

Die Photographie war eine zivile Erfindung. Sie kam erst mit Beginn der 1880er Jahre aus den Ateliers heraus, als tragbare Reisekameras im Handel angeboten wurden. Vereinzelt photographierten nun auch Offiziere bei Erkundungstätigkeiten, sowohl aus Experimentierlust, als auch um sich das mühsame Handzeichnen von Geländeskizzen zu ersparen. Militärische Bedeutung hatten die frühen photographischen Aufnahmen kaum.

Die Propaganda nutzte die Photographie allerdings früher. Im Krimkrieg 1856 waren drei englische Photographen tätig. Ihre Aufnahmen sollten den Kriegswillen in der britischen Öffentlichkeit stärken. Eine militärische Anwendung war das noch nicht. Militärisch angewendet wurde die Photographie zuerst in der Topographie. Die Landvermessung war seit Beginn des 19. Jh. ein militärischer Dienst. In Frankreich benutzte Oberst Laussedat seit den 1850er Jahren photographische Aufnahmen, um Geländemerkmale perspektivisch genau auf Karten zu übertragen. Er gilt als Schöpfer der Photogrammetrie. Photogrammetrische Verfahren wurden auch in Italien, Österreich-Ungarn und anderen Staaten entwickelt und in den militärgeographischen Dienst eingeführt.

In Deutschland markieren die Arbeiten des Baurats Meydenbauer den Beginn der Photogrammetrie. Meydenbauer erfaßte in den 1860er Jahren historische Bauwerke photogrammetrisch. Das Militär zeigte sich wenig interessiert. Erst später, zu Anfang des 20. Jh., ließ der Große Generalstab im Geheimen photogrammetrische Verfahren für die Zielvermessung der Artillerie entwickeln. Darin sahen die preußischdeutschen Offiziere vor Beginn des 1. Weltkriegs den Hauptvorteil der militärischen Photographie.

Wie die Luftaufklärung entstand
Ab 1911 wurden im deutschen Heer Beobachter und Flugzeugführer ausgebildet. Hauptaufgabe der ersten Flieger war die Erkundung. Die Beobachtermeldung sollte Ergebnis eines Fluges sein. Das Photo-graphieren hielten die meisten Generalstäbler für eine mehr private Spielerei.

Der zur Fliegerausbildung abkommandierte preußische Infanterie-Leutnant C. Fink glaubte entgegen der herrschenden Meinung dennoch an den militärischen Wert des neuen Mediums. Es gelang ihm, bei den Zeiss-Werken in Jena eine Fliegerkammer bauen zu lassen. Um über die Bordwand photographieren zu können, ließ er am Kammergehäuse vorne einen Haltegriff und hinten einen Pistolengriff mit dem Auslöser anbringen. Daraus entstand die Zeiss-Fliegerkammer 12/14, die „Pistolenkammer". Der Berliner Kamerahersteller Goerz baute eine Kammer mit Haltegriffen auf beiden Seiten des Gehäuses. Beide Typen gehörten bald zur Mob-Ausrüstung der Fliegerabteilungen.

Luftbildkammern der Flieger-Abteilung 257

Zu Anfang des 1. Weltkrieges legten die Stäbe keinen Wert auf die Flieger. Noch galten die Kavallerie-Meldungen als wichtigste Erkundungsergebnisse. Die Beobachter photographierten dennoch. Die ersten deutschen Luftaufnahmen feindlicher Stellungen datieren vom August und September 1914. Und bereits Ende August 1914 lieferten deutsche Flieger in Ostpreußen den ersten Beweis ihrer Leistungsfähigkeit. Beobachtermeldungen gaben den Ausschlag für den deutschen Entschluß zur Umfassung und damit zum Sieg über zwei russische Armeen bei Tannenberg.

Strategisch katastrophal wirkte dagegen an der Westfront 1914 das Fehlen deutscher Fliegeraufklärung beim Versuch der ostwärtigen Umfassung von Paris. Das in einem entscheidenden Abschnitt eingesetzte Armeekorps hatte keine Flieger und bemerkte nicht, wo sich das französische Heer zur Abwehr konzentrierte. Als die Deutschen auf unerwartet starken Widerstand stießen, gab die überraschte Oberste Heeresleitung den Befehl zum Rückzug hinter die Marne, um in einer sicheren Abwehrstellung erst einmal zu überwintern. Ein mehrjähriger Stellungskrieg folgte mit furchtbar blutigen Abnutzungsschlachten.

Austellungszimmer der sächsischen Feldflieger-Abteilung (FFA 24) in Lille 

Nach der Erstarrung der Fronten lieferte nur noch die Fliegerphotographie Informationen über die feindlichen Grabensysteme und Aufstellungen. Alles, was militärische Bedeutung hatte, kam auf die Platten. Neben dieser eher „taktischen" Luftaufklärung bewiesen die jungen Fliegerformationen ihren Wert für die Kriegskartographie. Bei Kriegsbeginn mußten die Infanteristen und die Artilleristen feststellen, daß ihre Karten sehr ungenau waren. Die Oberste Heeresleitung half dem Mangel ab und schuf ab 1915 ein eigenes Kriegsvermessungswesen mit dem Auftrag, Zielgrundlagen für die Artillerie und exakte Kriegskarten herzustellen. Sofort engagierten sich die Flieger und photographierten große Geländeabschnitte: Ohne Luftbilder hätte das Kriegsvermessungswesen seine Aufgabe nicht lösen können.

Fliegerkamera C.312 der Firma Goerz (13x18)

Im Deutschen Heer begann der Aufbau der Lichtbilderkundung ab 1915. Taktik, Technik und Organisation wurden fortlaufend weiterentwickelt. Ab 1916 kann man von der Existenz eines systematischen Lichtbildwesens im Heere sprechen. Alle Operationen am Boden wurden von umfangreicher Lichtbildaufklärung vorbereitet und begleitet. Die Fliegerkammern lieferten die Hauptbeiträge zur militärischen Lagebeurteilung. Die Photographie wurde so zum wichtigsten Mittel der deutschen Heeresführung, um Erkenntnisse über feindliche Angriffsabsichten und Schwerpunkte zu gewinnen.


Die ersten Fliegerkammern
In den Krieg zogen die preußisch-deutschen Fliegerformationen mit den Fliegerkammern von Zeiss und von Goerz. Beide Typen waren Handkammern mit optisch ähnlichem Leistungsvermögen. Die Zeiss-Kammern hatten „Tessar" - Objektive, die Goerz-Kammern das „Dogmar". Vereinzelt gab es Kammern mit 28 cm Objektiven, so z.B. von den Firmen Ernemann oder Voigtländer. Schlitzverschlüsse und Wechselkassetten für das Plattenformat von 9 x 12 cm waren von Anfang an einheitliche Ausstattungsmerkmale aller Kammern, wie auch Gelbscheiben (Gelbfilter) zur Korrektur der Grautöne. Panchromatische Fliegerplatten wurden von den Firmen Agfa, Hauff, Kranseder, Perutz hergestellt.

Die Kamera-Ausstattung war zu Kriegsbeginn nach Menge und Art nicht ausreichend. Auch fehlte es nahezu an allem, was für den Einsatz der Photographie nötig war. Es gab keine feldmäßigen Entwicklungslabors, keine ausgebildeten Laboranten, kein Gerät für das Kopieren und Vervielfältigen, keine Auswerter, keine Vorschriften für die Auswertung und Verteilung der Kopien und Meldungen. Die fehlenden Arbeitsumgebungen und Ausstattungen schufen sich die Fliegerabteilungen im Felde selbst.

Um die Wende 1914/15 wurden aufgrund der Erfahrungen aus den ersten Kriegsmonaten technische undorganisatorische Änderungen eingeleitet. Langbrennweitige Fliegerkammern entstanden. Mitte 1915 bekamen die Abteilungen Kammern mit Brennweiten von 50, 70 cm, bald auch einige mit 120 cm. Die Kassetten wurden auf ein größeres Plattenformat von 13 x 18 cm umgestellt.

Die langbrennweitigen Kammern mußten fest eingebaut werden. Eine Aufhängung an Gummizügen verhinderte Verwackelungsunschärfen. Alle Kammern ab 1915 hatten Neigungs- und Kantungsmesser, um die räumliche Lage des Flugzeugs im Augenblick der Aufnahme in jedes Bild einzublenden.

Der Reihenbildner
Neben die Weiterentwicklung der Brennweiten und Plattenformate trat 1915 die wichtigste Erfindung in der militärischen Photographie des 1. Weltkriegs, der „Reihenbildner". Er benutzte Filme statt der herkömmlichen Platten. Der deutsche Pionier der zivilen Filmtechnik, Oskar Messter, konstruierte diese Spe-zial-Kammer zur fortlaufenden Aufnahme großer Geländestücke. Messter benutzte Filme von 35 mm Breite, die er quer zur Flugrichtung in jeweils 25 cm langen Streifen belichten ließ. Die schmalen Streifen wurden zu Geländebildern zusammengeklebt. So entstanden aktuelle Photokarten als Ersatz für die herkömmlichen Kriegskarten. Die Erfindung wurde „Reihenbildner" getauft.

An der Weiterentwicklung der Reihenbildner-Technik arbeiteten Heer und optische Industrie während der gesamten Kriegsdauer. So entstand aus dem ursprünglichen Messter-Reihenbildner mit 25 cm Brennweite eine ganze Geräte-Familie mit längeren Brennweiten und größeren Bildformaten. Alle Messter-Reihenbildner benutzten Filme. Auf der Reihenbildner-Technik baute nach dem Krieg die moderne geodätischen Luftbildvermessung auf.

Die Standard Flieger-Kammern
Parallel zur Entwicklung der Reihenbildtechnik lief die Weiterentwicklung des Plattenbildgeräts. Die Entwicklungsrichtung war von den taktischen Erfordernissen bestimmt: Die gegnerische Luftabwehr zwang die Aufklärungsflieger in immer größere Höhen. Erkundungsflüge in 5000, gar 6000 Metern Höhe, waren 1917 keine Seltenheit mehr. So entstand 1917 die leistungsfähigste deutsche Fliegerkammer, die F.K. „Stab" mit dem für die damaligen optischen Möglichkeiten unglaublichen Bildformat von 24 x 30 cm. Ihr Zeiss „Tessar"- Objektiv hatte eine Brennweite von 50 cm.

Aber auch in niedrigsten Höhen mußten Infanterieflieger die feindlichen Grabensysteme aufklären. Man lernte, die Rollfilmtechnik zu beherrschen und Filme für das Bildformat von 13 x 18 cm in der Kammer plan zu legen. Ab Ende 1917 gab es Rollfilmkassetten, mit denen aus dem Tiefflug mit rascher Aufnahmefolge photographiert werden konnte.

Eine Ausrüstungsnachweisung „Lichtbild" legte die Ausstattung der Formationen fest. Sie wurde mehrfach fortgeschrieben. Ab 1917 unterschied sie nach den Kategorien: Sonderbildgerät, Gewöhnliches Bildgerät, Auswertegerät. Mit dem „Gewöhnlichen Bildgerät", den F.K I und II, waren die meisten Fliegerabteilungen ausgestattet. „Sonderbildgerät", d.h. langbrennweitige Kammern der Typen III, IV und die F.K. Stab, hatten nur die Stabsbildabteilungen. Die Stabsbildabteilungen waren besondere Auswertungseinheiten, die auf der Führungsebene der Armeen eng mit den jeweiligen Armee-Fliegerabteilungen zusammenarbeiteten. Reihenbildgerät erhielten nur spezialisierte Reihenbildzüge, ab der Jahreswende 1917/18 dann auch die ersten reinen Luftaufklärungsformationen, die Fliegerabteilungen „Lichtbild" (Lb.)

Übersicht über das Fliegerlichtbildgerät
(Abkürzung für „Fliegerkammer, Typ römisch I...usw")

F.K. I
Handkammern mit 25 cm Brennweite.
(Einige auch mit 28 cm Brennweite).
Hersteller: ICA, Zeiss, Goerz, Ernemann, Voigtländer
Objektive: Tessar 1 : 3,5 und Dogmar 1 : 4,5.
Die F.K. I blieb bis Kriegsende das Standardgerät der deutschen Fliegerabteilungen.

F.K. II
Handkammern mit Brennweite f = 50 cm, wahlweise auch fester Einbau
Die Kammern unterschieden sich von der F.K. I nur durch den längeren Tubus und das Objektiv.
Hersteller: ICA
Objektiv: Triplet 1 : 4,8. (auch Tessar ?)

F.K. III
Fliegerkammern mit Brennweite f = 70 cm, fester Einbau
Die F.K. III hatte gegenüber der F.K. II einen längeren Tubus.
Im übrigen baugleich mit F.K. II
Hersteller: ICA
Objektiv: Triplet etwa 1 : 5,5

F.K. IV
Ab Anfang 1916 kam die Fliegerkammer großer Brennweite f = 120 cm, fester Einbau. Sie ähnelte in der Bauform der F.K. IM. Wegen der großen Länge wurde die Kammer zum Transport in zwei Teile zerlegt.
Hersteller: ICA oder Zeiss (?)
Objektiv: Triplet 1 : 6,3

F.K. Stab
(für die „Stabsbildabteilungen", ab Ende 1917 im Einsatz)
Die Stabsbildabteilungen verwalteten das Gerät für die Fliegerabteilungen der Armeen
Brennweite: f = 50 cm
Bildformat: 24 x 30 cm.
Hersteller: Zeiss
Objektiv: Tessar 1 : 4,5

F.K. I (mit Rollfilmkassette)
Um die Jahreswende 1917/18 wurden Rollfilmkassetten eingeführt, um aus niedrigsten Höhen zu photographieren. Filme und pneumatische Andrückvorrichtungen waren inzwischen einsatzreif. Filme wurden während der gesamten Kriegsdauer sonst nur bei den Reihenbildnern verwendet.

Die Familie der Reihenbildner

Rb. I
Objektiv: Tessar mit der Brennweite f = 25 cm
Bildformat: 3,5 x 24 cm
Fester Einbau
Filmtransport quer zur Flugrichtung
Kassette mit 60 m Film für 240 Aufnahmen
Ein Propeller im Luftstrom sorgte für Filmtransport, Verschlußspannung und -auslösung
Zunächst fertigten die Messter'schen Werkstätten, Berlin, später dann die Ernemann Werke, Dresden
Gefertigte Stückzahl: 28

Rb. II (ab 1916)
Objektiv: Tessar mit Brennweite f = 25 oder 50 cm
Bildformat: 6 x 24 cm
Kassette mit 120 m Film für 480 Aufnahmen
Elektromechanischer Antrieb durch eine kleine Windturbine im Luftstrom
Gefertigte Stückzahl: 111

Rb. III (ab 1917)
vermutlich Prototyp
Objektiv: Tessar (f = 50 cm)
Bildformat: 6,5 x 20 cm
Filmbreite: 22 cm

Rb. lVa (ab 1916)
Wechseltubus.Tessar (f = 25, 50, 70 cm)
Bildformat: 6 x 24 cm
Kassette mit 60 m Film für 240 Aufnahmen
Aus drei Brennweiten konnte die gewünschte ausgewählt werden
Gefertigte Stückzahl: 58

Rb. lVb (ab 1917)
Wechseltubus für Tessar wie beim Rb. IV a. Bildformat 24 x 6 cm
Kassette mit 30 m Film für 480 Aufnahmen
Abspulung des Films parallel zur Flugrichtung
Pro Aufnahme Belichtung von jeweils 6 cm des 24 cm breiten Films
Gefertigte Stückzahl: 130

Rb. Va
(Breitreihenbildner - ab 1918 vereinzelt im Fronteinsatz)
Objektiv: (Tessar ?)
Bildformat: 8 x 48 cm
Kassette mit 100 m Film für 200 Aufnahmen
Das Gerät konnte wegen seiner Größe nur in Spezialflugzeuge mit breiten Rümpfen eingebaut werden.
Gefertigte Stückzahl: 21

Platten Rb. (modifizierte Fliegerkammer F.K. II)
Objektiv: Tessar (f = 50 cm)
Plattenformat: 13 x 18 cm
Kassette für 50 Platten
Plattenauswurf in eine, später in zwei Fallkassetten, beidseitig am Kammergehäuse angebracht.
Unterschied zu herkömmlichen Fliegerkammern: Kapazität der Kassette (50 Platten) und Halbautomatik für Belichtung, Plattenauswurf und Zuführung. Vorteile gegenüber den Film-Reihenbildnern: Einfache Handhabung der Platten beim Entwickeln und Kopieren, höhere Aufzeichnungsgenauigkeit.
Hersteller der Kassetten: Goerz (?)

Ernemann Rb. (Prototyp ?)
Objektiv: (?) (f = 50 cm)
Quadratisches Bildformat 18 x 18 cm

Zusammenfassung
Im Zeitraum von den 1850er Jahren bis zum Ende des 1. Weltkriegs entwickelte sich die militärische Photographie zunächst langsam, eher episodisch und zufällig. Ab Kriegsbeginn 1914 wurde sie rasch zu einem wichtigen Kriegsmittel. Sie diente der Kartenherstellung, der Erkundung wie auch der Verstärkung der unmittelbaren Waffenwirkung. Die Fliegerphotographie trieb den ersten Entwicklungsschub bei den Kriegsflugzeugen an und war damit eine wesentliche Ursache für die größte kriegerische Umwälzung des 20. Jahrhunderts, der Ausweitung des Kriegsgeschehens in den Luftraum.

Die deutsche Fliegererkundung war wegen der seinerzeit herausragenden Leistungsfähigkeit der deutschen optischen Industrie ein beitragender Faktor zur langen Kriegsdauer. Sie setzte die militärische Führung in den Stand, auch mit strategisch unterlegenen Kräften gegnerische Offensiven abzuwehren und gab ihr sogar bis zum Sommer 1918 eine begrenzte Offensivfähigkeit.

Verfasser: Helmut Jäger, 2007

Repros der Bilder mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Abt. IV Kriegsarchiv. Bilder von FK Stab und Rb IV aus Neumann, Die deutschen Luftstreitkräfte im Weltkriege, Berlin 1920.

Über den Gastautor:
Helmut Jäger, Oberstleutnant a.D., diente von 1958 bis 1978 in der Bundeswehr als Aufklärungs- und Jagdbomber-Flugzeugführer. Im Anschluß an den fliegerischen Dienst wurde er zum Generalstabsoffizier ausgebildet und wirkte als Lehrer für Luftkriegswesen an der Führungsakademie der Bundeswehr. Nach 20 Jahren Dienstzeit schied er 1978 aus der Luftwaffe aus, studierte Neuere Geschichte an der Universität Hamburg bis zum Vordiplom und arbeitete danach bei zivilen Industrieunternehmen. Nach dem Erreichen des Ruhestandes wandte er sich der wehrhistorischen Forschung zu, um die Frage zu beantworten, wie die Militärphotographie entstand und insbesondere die Luftbildaufklärung.

Erkundung mit der Kamera
Die Entwicklung der Photographie zur Waffe und ihr Einsatz im 1. Weltkrieg

In seinem Buch schildert Helmut Jäger die Entstehungsgeschichte der militärischen Photographie, die im Ersten Weltkrieg wie kein anderes Nachrichtenmittel den Ausgang und Verlauf der Operationen am Boden bestimmte. Nebenbei konnte der Autor einen heute nahezu vergessenen militärischen Dienstbereich wieder ans Licht heben: das Kriegsvermessungswesen und dessen Abhängigkeit von der Photographie. Der Entstehungsgeschichte schließt sich ein systematischer Teil an, in dem das begriffliche und technische Wissen über die Militärphotographie aus der Zeit des Ersten Weltkriegs zusammengestellt ist. Historiker haben sich bisher unter kulturgeschichtlichen Fragestellungen mit dem Medium befaßt. Die Rolle der Photographie in der Kriegführung selbst wurde nicht untersucht, wie sie zu militärischen Entscheidungen beitrug und zur Unterstützung des Kampfes eingesetzt wurde. Das Buch beschreibt, wie die zivile Innovation „Photographie" zu einer Waffe wurde. Es schließt eine Lücke in der Geschichte der Photographie und gibt dem Begriff „Militärphotographie" seine ursprüngliche Bedeutung zurück.

Erkundung mit der Kamera
Die Entwicklung der Photographie zur Waffe und ihr Einsatz im 1. Weltkrieg

Autor: Helmut Jäger
Verlag: Venorion VKA
ISBN: 978-3-00-021816-3
Seiten/Umfang: 324 S., 25 Abb. 21 x 15 cm
Erschienen: 1. Auflage 07.2007

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