1916 begannen die Kriegsgegner Deutschlands, Bombenangriffe auf die hinter der Front gelegenen Gebiete zu fliegen, um die deutsche Industrie zu treffen. Als Gegenmaßnahme errichteten deutsche Soldaten im Herbst 1916 Luftschutzanlagen, zuerst eine sog. Luftsperrabteilung mit 300 Soldaten im Gruben- und Zechenrevier in Diedenhofen.
In wenigen Wochen entstanden ca. 60 kleine Ballonhallen mit den dazu gehörigen Mannschafts- und Windenhäusern, jeweils in 600m Abstand. 60 kleine Fesselballons mit je 160 Kubikmeter Gasinhalt, von je 5 Luftschiffern betreut, sollten als Fallen für die gegnerischen Flugzeuge dienen.
Täglich abends wurden die Ballons, mit Karabinerhaken an Erdankern befestigt, per Seilwinden bis in 3000m Höhe aufsteigen gelassen. Die Ballons und ihre Kabel bildeten damit eine bei Nacht gefährliche Falle für gegnerische Flugzeuge, die sich verfangen und unweigerlich abstürzen würden. Morgens wurden die Ballons eingeholt, tagsüber kontrolliert und abends wieder aufgefüllt. Rund um die Luftsperrabteilung befand sich ein Ring Flugzeugabwehrbatterien und Scheinwerferabteilungen. Wenn im Falle starker Windböen die Sperrballons an ihren Kabeln zerrten und abzureißen drohten, wurden die großen für Wind geeigneten Kastendrachen eingesetzt. Drei bis vier aneinandergekoppelt, um das Stahlkabel nachzuziehen, stiegen sie in mehrere tausend Meter Höhe auf und waren selbst bei klarem Abendhimmel kaum sichtbar. Diese Flugzeugfallen wurden gemieden und erfüllten somit ihren Zweck. Solche Stationen gab es in Diedenhofen, Saarlouis, Rombach und Leverkusen bei Köln.
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