Dieser Artikel erklärt die Bedeutung der Bezeichnung "Emil und Franz" für die Besatzung von Zweisitzer-Flugzeugen.
"Franz" (C. Holler) & "Emil"
Franzen - sehr grobe Koppelnavigation* mit Flugkarte, Daumen, Uhr und Kompass. Herkunft vermutlich aus der Sprechgruppe "Franz" im deutschen Flugfunk, die für den Navigator verwendet wurde. Im 1. Weltkrieg bürgerte sich bei zweisitzigen Flugzeugen die Bezeichnung "Franz" für den Beobachter ein, den Flugzeugführer nannte man "Emil"(heute nicht mehr gebräuchlich) verfranzen (heute noch üblicher Ausdruck).
* Koppelnavigation oder Koppelung (koppeln, verbinden), engl. dead reckoning, ist die laufende Ortsbestimmung (Ortung) eines bewegten Objekts durch Messen der Bewegungsrichtung (Kurs), der Geschwindigkeit (Fahrt) und der Zeit. Zwischen den Zeitintervallen wird die Geschwindigkeit als konstant angenommen. Bei beschleunigten Systemen ist die Messhäufigkeit entsprechend zu erhöhen.
In Kombination mit genauen Uhren, einem Kreiselkompass und Geschwindigkeitsmesser wurde ab 1909 eine teilweise Automatisierung der Koppelung und die Darstellung der Position auf einem automatischen Koppeltisch möglich.
Lt. Knofe & Lt .Engwer
Die Messungen der Fluggeschwindigkeit erfolgte mit dem Fahrtmesser. Da sie die Geschwindigkeit nur relativ zum umgebenden Medium Luft bestimmen, muss zusätzlich die Strömungsgeschwindigkeit über Grund bekannt sein. Der Kurs wird mit dem Kompass gemessen. Ausgehend von einem bekannten Startpunkt ergibt sich durch Aneinanderhängen der ermittelten Wegstücke die zurückgelegte Route. Die tägliche Strecke wurde Etmal (aus dem Mittelniederdeutschen: Etmal = wiederkehrende Periode) genannt.
Unter günstigen Bedingungen liegt der Messfehler beim Koppeln unter 5 % der Wegstrecke. Um Messfehler und Effekte wie Wind- oder Strömungsversatz zu korrigieren kann versucht werden etwa mit Hilfe astronomischer Navigation oder in neuerer Zeit durch Funknavigationsmittel einen erneuten bekannten Ausgangspunkt für die weitere Koppelung zu bestimmen.
Im Sichtflug heißt die recht grobe Koppelnavigation in der Fliegersprache auch Franzen (benannt nach dem Spitznamen für den Navigator - Franz - der sich auch mal verfranzen = verirren konnte).
Sprachgebrauch der deutschen Flieger im Ersten Weltkrieg: „Mein „Franz“ und ich – bzw. mein „Emil“ und ich“……
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