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von Gastautor Walther Kerner

Der folgende Artikel ist im » Propellerblatt Nr. 19 im Jahre 2007 erschienen und behandelt den selten dokumentierten Einsatz von Luftbildkameras im 1. Weltkrieg.

Propellerblatt Nr. 19 (2007)

Vorwort des Verfassers:
Es fiel mir auf, dass die Fotos, die in meinem Besitz sind, zwar viele Beobachter zeigen aber nicht ihr Handwerkszeug, die Kameras. Ich fand in meinem Bestand bislang nur eine einzige Aufnahme, die eine solche Kamera zeigt (siehe unten). Mein Freund Dieter Gröschel wies mich freundlicherweise auf das Buch von Alex Imrie hin. Dieser Einschub ist im Prinzip nur eine Übersetzung des entsprechenden Kapitels aus eben diesem Buch: „Pictorial History of the German Air Service 1914-1918" erschienen bei Regnery, in Chicago, 1971. Auch die Bilder stammen aus diesem Buch. Ich hoffe, der Autor hat nichts gegen die Verwendung seines Materials. Ich versuchte, ihn im Internet aufzuspüren - leider vergeblich! Ich enthalte mich jeden Eigenkommentars, da ich von dieser Materie keine Ahnung habe, würde mich aber freuen, wenn sich der eine oder andere Leser melden würde, mir zu helfen herauszubekommen, welche Geräte bei der FA (A) 282 eingesetzt wurden.

FK II (Fliegerkammer), Brennweite 50 cm und FK IM, Brennweite 70 cm, waren mit Filmmagazinen bestückt und wurden fest installiert. PK (Pistolen-Kammer), Brennweite 50 cm und die Handkamera (Brennweite 25 cm) waren, wie die Namen schon andeuten, nicht fest installiert. Die FK Stab wurde fest installiert und war für das Fotografieren großer Flächen aus normalen Höhen geeignet. Alle diese Kammern benutzten Glasplattennegative. Erst die Reihenbildkameras (unten) benutzten Filmstreifen.

Die Einführung der Rb, die von Professor Oscar Messter entwickelt wurden, bedeutete einen sehr wichtigen Schritt vorwärts in der Luftbildfotografie. An Stelle der damals gebräuchlichen Glasplattennegative benutzten die Reihenbildkameras einen Filmstreifen, der vollautomatisch operierte. Ein durch den Luftstrom des Flugzeugs betriebener Miniaturpropeller sorgte für den Transport des Films. Der Transport selbst verlief synchron zum Kameraverschluss und seiner Verschlusszeit. Kammern zur Höhenaufklärung wurden elektrisch beheizt.
Spätere Modelle waren mit genügend Filmmaterial ausgerüstet, ein Gebiet von fast 500 km2; zu fotografieren. Gegen Kriegsende waren über 100 dieser Kammern im Einsatz. Einige von ihnen wurden in speziell modifizierten Einsitzer-
Maschinen eingesetzt.

Rb (Reihenbildkamera)

Von den Beobachtern wurde erwartet, bei der Entwicklung von Glasplatten und Filmen wie auch bei der Herstellung der Abzüge und deren Auswertung zu assistieren. In einer Auktion konnte eine Zeichnung ersteigert werden. Unter der Zeichnung waren Bilder einer Pistolen-Kamera und folgender Text in englischer Sprache. Hier die Übersetzung:
Der verwegene junge französische Flieger, Jean Navarre, errang Anfang April seinen vierzehnten Luftsieg. Er zwang eine deutsche Aviatik innerhalb der französischen Linien in Soissons zur Landung. Bei der Besichtigung seiner Trophäe machte er im Inneren des Flugzeuges eine interessante Entdeckung. Er fand eine intakte Lichtbildkammer. Sie hatte die Form einer enormen Pistole und besaß einen Pistolengriff mit herkömmlichen Abzug. Dieser Abzug diente in einfachster Weise zum Auslösen der Kammer während der Fotograf das Objekt anvisierte.

Pistolen-Kammer

Ein seitlich am Flugzeug angebrachter Generator, der durch einen kleinen Propeller angetrieben wurde, erzeugte den Strom für die Heizung der Kammer. Versuche, die in französischen Flugzeugen aus über 6000 ft Höhe durchgeführt wurden haben ausgezeichnete Resultate ergeben. Der militärische Wert dieses Apparates wurde sofort erkannt und führte dazu, diese Kammer nachzubauen.

''Vermutlich wurde eine der beschriebenen Reihenbildkammern beim Einsatz der Aufklärungsflüge von Oberleutnant » Werner Dittmann und seinem Flugbeobachter Leutnant Klinkicht eingesetzt''.

Mit freundlicher Genehmigung des » Propellerblatts.
Orginal Veröffentlichung im Propellerblatt Nr. 19 (2007)

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