(* 24. Mai 1886 in Eisenstein/Bayern, + 15. November 1917 bei Langemarck) war als Infanterist in Frankreich, später als Jagdflieger an der Westfront und wurde in Belgien von einem englischen Flieger abgeschossen.
Hans Adam wurde am 24. Mai 1886 in Eisenstein geboren. Seine Mutter war Hildegard Adam geb. Fischer, sein Vater ihr Ehemann, der Bahnbeamte Andreas Adam. Nach seiner Schulausbildung trat Hans Adam am 1. Oktober 1906 als Einjährig-Freiwilliger in das 4. Infanterie-Regiment in Metz ein. Nach seiner dortigen Dienstzeit betätigte er sich als Geschäftsmann in München.
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges kehrte Hans Adam als Leutnant der Landwehr in den Dienst der Königlich-Bayerischen Armee zurück und wurde dem 15. Bayerischen Infanterie-Regiment zugeteilt. Bei Kämpfen an der Front wurde Leutnant Adam am 2. September 1914 in der Nähe der französischen Befestigungs-Anlage in der Nancy-Épinal-Region schwer verwundet. Nach der Genesung kehrte er Ende 1915 an die Front zurück und meldete sich trotz seines fortgeschrittenen Alters zur Pilotenausbildung. Am 15. Mai 1916 erhielt er das Beobachterabzeichen und die Fluglizenz und begann seinen Dienst als Beobachter » („Franz“) bei » Eduard Ritter von Schleich.
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Aus dem Tagebuch von Hans Adam im Orginaltext Frontflug 1916 "Am 23. Januar 1916 habe ich einen Bombenflug nach Bethune gemacht und ich glaube, daß ich von dieser Unternehmung wieder heil zurückgekehrt bin. Das war aber eine etwas brenzlige Sache. Schon vom Flughafen weg wollte es nicht klappen. Die Maschine stieg nicht. An der Front, wo wir sonst bereits zweitausendfünfhundert Meter hatten, waren wir heute erst siebenhundert Meter hoch. Um die Höhe zum Hinüberfliegen zu gewinnen, gondelten wir noch dreiviertel Stunden die Stellung zwischen Lens und Armantières entlang. In zweitausend Meter Höhe waren wir auf einmal mitten in einem englischen Geschwader drin, das eben von Lille herkam. Zwei Großkampfflugzeuge ganz neuer Art, zwei Doppeldecker als Begleitflugzeuge! Da hab ich schleunigst mein Maschinengewehr herumgerissen und mich bereit gemacht zur Rauferei. Ein Großkampfflugzeug war in unsere unmittelbare Nähe geraten. Es nahm jedoch den Kampf nicht an, pinscherte vielmehr eiligst zu seiner Herde und ich war der tieftrauernde Hinterbliebene. Also wieder höher und unserem Auftrage nach! Endlich, nach mehr als einer Stunde Flugzeit waren wir so weit, daß wir uns hinüberwagen konnten. Die Abwehrkanonen sahen uns im Dunste nicht; wir kamen unbehelligt durch; ich Photographierte fleißig da hinten und endlich hatten wir auch unser Ziel erreicht. Schnell ein paar Aufnahmen vom belebten Bahnhof, dann die Bomben herunter! Wie betrunken torkelten sie erst in die Tiefe, um dann im Saus ihrem Ziele zuzusteuern. Auf einmal krachte es in unserer Maschine, - nun noch einmal! Im Nu sind wir zweihundert Meter tiefer gerutscht. Der Motor macht statt eintausenddreihundertfünfzig nur mehr achthundert Touren. Es raucht! Es ölt! Wo fehlt`s? Ein Treffer? Ich sehe kein Wölkchen. Wir wußten aber zu deutlich, daß es jetzt auf alles ankam. Schleunigst kehrt! Jeder Meter vorwärts brachte uns auch einen Meter tiefer! Da haben wir aber ganz genau den kürzesten Weg ausgesucht. Nur über die Linien hinüber wollten wir kommen, dann konnte die Kiste ruhig kaputt gelandet werden. Es gelang meinem trefflichen Führer mit Vollgas und allen Schikanen trotz des bemerkbar großen Defektes noch eintausendzweihundert Touren herauszubringen. Wir hungerten uns mit dieser schwachen Kraft so weit durch, daß wir die Linie in noch in eintausendzweihundert Meter Höhe überfliegen konnten, hungerten uns meterweise weiter, daß wir sogar noch bis zum Flughafen kamen, wo es ausgerechnet noch über Häuser zur Landung reichte. Dann waren wir aber froh! Donnerwetter! Was aber war`s? Im Motor hatte es uns in zwei Zylindern die Kolbenböden zerrissen. In hundert Trümmern hatte es die Bruchstücke davon ins Kurbelgehäuse geschleudert! Wäre nur ein ganz kleiner Splitter in die Kurbelwelle gekommen, so hätten wir in Feindesland auf der Stelle heruntergehen müssen; unfehlbar hätte es uns die Kurbelwelle abgesprengt. …Nichts von all dem ist eingetreten. Jedes Körnlein hat es peinlichst vermieden, uns zu schaden. Es scheint wirklich, daß mir nichts passieren kann. Wie schon oft schon war`s jetzt dreckig und alles ging selbstverständlich glatt! – …Der Auftrag ist erfüllt; die Bilder sind gut. Ich bin zufrieden wie die hohe Obrigkeit auch." Quelle: "Flieger am Feind" von Werner v. Langsdorff |
Nach drei Abschüssen aus einer Albatros D.III wurde Adam im März 1917 zur Jagdstaffel 34 (Jasta 34) und im Juli 1917 zur Jasta 6 versetzt. Bei der Jasta 6 schoss er im Juli 1917 den berühmten englischen Jagdflieger, Lt. A.W.B. Miller (sechs Abschüsse) von der 29. Squadron ab, der dabei zu Tode kam. Am 30. August 1917 wurde er Staffelführer der Jasta 6, nachdem » Eduard Ritter von Dostler abgeschossen worden war.
Leutnant Adam wurde am 15. November 1917 in der Nähe von Langemarck in seiner Albatros D.V 5222/17 abgeschossen, vermutlich von Captain Kenneth Barbour Montgomery aus der 45. Squadron des Royal Flying Corps. Einer weiteren Meldung zufolge könnte es auch ein Mitglied der 29. Squadron gewesen sein.
Am 20. Mai 1919 wurde Hans Adam posthum mit der höchsten bayerischen Militärauszeichnung, dem „Militär-Max-Joseph-Orden“, geehrt, und zwar rückwirkend zum 28. Juli 1917. An diesem Tag jagte Leutnant Adam in der Funktion als stellvertretender Staffelführer eine Bomberschwadron, die sich auf Grund seiner Störaktion auflöste und aufgab. Hans Adam selbst konnte mit seiner beschädigten Maschine zum heimischen Flugplatz zurückkehren. Dieser Orden war mit der Führung des Adelstitels „Ritter von“ verbunden. Insgesamt brachte Adam 21 gegnerische Flugzeuge zum Absturz.
Hans Ritter von Adam erhielt folgende Auszeichnungen:
- Eisernes Kreuz I. und II Klasse (EK I + II)
- Militär-Max-Joseph-Orden
- Hohenzollern-Hausorden mit Schwertern
Hans Adam starb im Alter von 31 Jahren. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof in München.
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