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(* 03. Mai 1896 in Wald, heute Solingen; + 27. Juni 1917 bei Zillebeke in Westflandern) war deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und schoss insgesamt 30 gegnerische Flugzeuge ab.


Ein Portrait von Gastautor Rainer Absmeier.

Karl Allmenröder wurde am 3. Mai 1896 in Wald als Sohn eines Pfarrers geboren. Er studierte Medizin in Marburg an der Lahn und unterbrach sein Sommersemester, als die Mobilmachung bekannt gegeben wurde.

Allmenröder wurde dem Ostfriesischen Feldartillerie-Regiment Nr. 62 in Oldenburg unterstellt und kam Ende August 1914 als Fahnenjunker mit dem 1. Posensches Feldartillerie-Regiment Nr. 20 an die Front. Bereits im Januar 1915 wurde er zum Feldartillerie-Regiment Nr. 62 zurück kommandiert und als junger Leutnant kämpfte er mit dieser Einheit ab März 1915 bei der Armeegruppe Mackensen an der Ostfront in Galizien und Polen. Im August 1915 erhielt Allmenröder das Oldenburger Friedrich August Kreuz 1. Klasse verliehen.

Bei der Artillerie gefiel es Allmenröder nicht mehr und so wurde er am 29. März 1916 in die Fliegerersatz-Abteilung 5 Hannover, zur dortigen Fliegerschule in Halberstadt, kommandiert. Nach seiner erfolgreichen Ausbildung kam er zunächst im September 1916 zur Artillerie-Flieger-Abteilung 227 (AFA 227). Allmenröder zeigte dort eine ungewöhnliche fliegerische Befähigung und wurde schließlich am 10. November 1916 der Jagdstaffel 11 (Jasta 11) zugeteilt. Die Jagdstaffel 11 lag bei Roucourt und wurde von Oblt. Rudolf Lang geführt. Dort konnte Allmenröder, wie auch seine anderen Staffelkameraden, zunächst in den nächsten zwei Monate keinen einzigen Gegner abschiessen. Dies sollte sich aber ab 14. Januar 1917 ändern, als » Manfred Freiherr von Richthofen die Jasta 11 als neuer Staffelführer übernahm und dort Oblt. Lang ersetzte, der zur neu aufgestellten Jagdstaffel 28 (Jasta 28) kommandiert wurde.

Karl Allmenröder bei der Jasta 11 [1917] 

Albatros D.III von Karl Allemnröder. 


Allmenröder schoss am 16. Februar 1917 seinen erstes gegnerisches Flugzeug, eine britische BE2c bei Roeux ab. Es war eine Maschine der 16. Squadron, die Besatzung 2nd Lt. E.W. Lindley und 2nd Lt. L. V. Munn wurden von ihrer Einheit als vermisst gemeldet. Im März folgten Allmenröders Abschüsse zwei bis fünf. Im April 1917 nochmals vier, bevor er im Mai 1917 seine Abschusszahl auf zwanzig ehöhte. Danach ernannte ihn » Manfred von Richthofen zum stellvertretenden Führer der Jasta 11. Am 5. Juni 1917 schoss Allmenröder seinen 26. Gegner ab und wurde einen Tag später mit dem Ritterkreuz des Hohenzollern-Hausordens mit Schwertern ausgezeichnet. Am 14. Juni 1917 erhielt Allmenröder den höchsten Preußischen Orden, den » Pour le Mérite verliehen.

Karl Allmenröders 28. Abschuss bei der Jagdstaffel 11 am 24. Juni 1917 bei Wald Polygon.
Sub Lieutenant A. B. Holcroft von der 10. Naval Squadron wurde dabei in seinem Sopwith Triplane N 6306 getötet. (Foto: Rainer Absmeier Collection)  


Am 25. Juni 1917 schoss Allmenröder, als bis dahin einziger deutscher Jagdflieger, einen Piloten des berühmten britischen „schwarzen Dreidecker-Schwarms“, der B-Flight der 10. Naval Squadron. Der Pilot war Gerald Nash, der bis dahin sechs gegnerische Flugzeuge abschoss, machte eine Bruchlandung hinter den deutschen Linien und kam in deutsche Gefangenschaft. Dieses war Allmenröders 29. Gegner und bis zu seinem Fliegertod zwei Tage später folgte noch ein weiterer. Lange Zeit wurde angenommen, dass Allmenröder vom Führer des schwarzen Dreidecker-Schwarms, dem Kanadier, Raymond Collishaw (60 LS) besiegt wurde. Wahrscheinlicher ist aber, dass Allmenröder beim Überfliegen der Front in gefährlich niedriger Höhe von einer feindlichen Flak-Granate getroffen wurde. Er stürzte morgens um 9:45 Uhr im Niemandsland nähe Zillebeke ab. Seine Leiche konnte erst in der darauf folgenden Nacht von deutschen Soldaten geborgen werden. Er trug dabei am Hals seinen neu verliehenen Orden » Pour le Mérite. Karl Allmenröder hatte keine Gelegenheit mehr, sich mit dieser hohen Auszeichnung fotografieren zu lassen. Auf der gezeigten Sanke-Postkarte wurde der » Pour le Mérite vermutlich erst nachträglich einkopiert.

Sein Bruder Wilhelm (Willi) heiratete seine Verlobte, Helene Allmenröder (geb. Kortenbach * ca. 9. März 1900 in Solingen, + ca. 20. Februar 2000 in Marquartstein). Sein Grab befindet sich in seiner Heimatstadt Wald, heute Solingen-Wald, auf dem ev. Friedhof Wiedenkamp.


Siehe auch:
» Datenbank der Jagdstaffel 2

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