StartseiteBlogFotoalbenTagebuchSanke KartenGeschichteDatenbankPresseLinks

(* 19. März 1890 in Ketschendorf bei Coburg, + 29. November 1946) war seit Kriegsbeginn an der Front, ab 1915 als Flieger und lebte 1 Jahr in amerikanischer Gefangenschaft.


Ernst von Althaus wurde am 19. März 1890 in Coburg geboren. Er entstammt der Coburg-Gothaer Familie Althaus, sein Vater war Adjutant bei S. H. Herzog Ernst II. Nach der Schulzeit trat Ernst von Althaus 1909 als Avantageur ins 1. Sächsische Husarenregiment Nr. 18 in Großenhain in Sachsen ein, wurde dort 1911 Leutnant. Mit diesem Regiment wurde er bei Kriegsbeginn an die Front kommandiert. Für seine Verdienste erhielt er im Januar 1915 den höchsten Sächsischen Orden, das Ritterkreuz des St. Heinrich Ordens.

Im April 1915 meldete sich Althaus bei der Fliegertruppe. Nach der Ausbildung führte er im Herbst 1915 Fernflüge bei der A.O.K.-Abteilung der 2. Armee der Feldflieger-Abteilung 23 durch. Diese Flüge führten ihn oft über Amiens hinaus an die Küste von Abbéville.

Als am 11. Januar 1916 in Vaux das berühmte Eindecker-Kommando aufgestellt wurde, gab die Feldflieger-Abteilung 23 die Piloten Hauptmann » Rudolf Berthold, Hauptmann » Hans-Joachim Buddecke und den inzwischen zum Oberleutnant beförderten von Althaus dorthin ab. Als Flugzeuge wurden die Fokker-Eindecker benutzt, mit denen schon » Max Immelmann und » Oswald Boelcke ihre Erfolge erzielt hatten.

Althaus schoss in dieser Zeit 5 gegnerische Flugzeuge ab. Im April 1916 wurde er im Luftkampf verwundet. Nach der Genesung wieder zurückbeordert, erhielt das EK I und den Hohenzollern Hausorden mit Schwertern und im Juli 1916 den » „Pour le Mérite“.

Ernst Freiherr von Althaus vor seinem Fokker Eindecker

Am 4. März 1917 wurde von Althaus erneut im Luftkampf verwundet und nach seiner Heilung von » Manfred von Richthofen gebeten, die Jasta 10 zu führen. Hier flog von Althaus eine Albatros D.V (1119/17) mit seiner persönlichen Kennung, die Buchstaben H und A (für Husaren Althaus). Seinen letzten Luftsieg - von den insgesamt 17 Abschüssen lagen die 9 anerkannten diesseits, die übrigen 7 jenseits der Front - erfocht er bei der Jagdstaffel 10 über Morslede und erhielt danach die Führung der Jagdstaffel 4. Ende 1917 hatte sich ein Augenleiden, das er sich beim Fliegen zugezogen hatte, so verschlimmert, dass er die Fliegerei aufgeben musste. Er wurde als Kompanieführer zu einem Infanterie-Regiment an die Verdun-Front versetzt.

Kommentar: 1 von raineranton erstellt am : 31.08.2010 06:10 gespeichert
Als das KEK Vaux zur Jagdstaffel 4 umgewandelt wurde, flog von Althaus als einer der ersten bei dieser neuen Einheit. Er kam danach kurz zur Jasta 14 und dann ab dem 06. Juli 1917 als Führer zur Jasta 10, die unter dem Kommando von Manfred von Richthofen dem Jagdgeschwader I unterstellt war. Hier konnte er noch am 24. Juli 1917 seinen neunten und letzten bestätigten Abschuss erringen. Dies war innerhalb eines Jahres sein einziger Abschuss. Auch seine Staffel war zu dieser Zeit eher von Erfolglosigkeit geprägt und so wurde von Althaus eine Woche später durch Manfred von Richthofen seines Amtes als Staffelführer enthoben und von Lt. Werner Voss ersetzt.

Von Althaus wurde nun am 30. Juli 1917 Kommandeur der Jagdstaffelschule II. Offizieller Grund war sein verschlimmertes Augenleiden, das er sich in den ersten Kriegsjahren zugezogen hatte (es führte 1937 zur völligen Erblindung). Doch nach und nach kamen noch andere Gründe zum Vorschein. Von Althaus war unter den Fliegern als spielsüchtiger Pokerspieler bekannt. Des Weiteren galt er als Frauenheld und hatte auch sonst noch andere schlechte Eigenschaften. Es zeigte sich, dass er ein ernstes Spielproblem hatte und bei mehreren Staffelkameraden der Jasta 10 Schulden hatte. Kurz nachdem er Kommandeur der Jagdstaffelschule II wurde, musste er auch diesen Posten verlassen. Danach ging er nach kurzer Ausbildung in der Heimat zu einem Infanterieregiment und kam als Kompanieführer an die Verdunfront. Hier geriet er im Oktober 1918 in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er im September 1919 zurückkehren konnte.

Nach dem Krieg wurde er Rechtsanwalt und übte diesen Beruf bis zu seiner endgültigen Erblindung aus. Danach studierte er trotz seines fehlenden Augenlichts weiter Jura und während des 2. Weltkrieges war er Direktor des Gerichtshofes in Berlin. Nach Ende des 2. Weltkrieges war von Althaus Dolmetscher für die Alliierte Waffenstillstandskommission. Er starb 1946 im Alter von 56 Jahren.

Als von Althaus im April 1916 bei einem Luftkampf am Bein verwundet wurde, lernte er bei seinem Aufenthalt in einem Landkrankenhaus eine Schwester kennen und lieben, die dann später auch seine Frau wurde.
Neuer Eintrag 1


Sie sind hier: