(* 11. Mai 1896 in Meiderich; + 15. Juli 1927 bei Kopenhagen) war zunächst als Infanterist an der Front in Frankreich und Russland und wurde später als Flugzeugführer "Der Eiserne Adler" genannt.
Paul Bäumer wurde am 11. Mai 1896 in Duisburg geboren. Als Jugendlicher beobachtete er am Bodensee den Start eines Zeppelins und begeisterte sich seitdem für die Fliegerei. Mit seiner Tätigkeit als Zahntechniker finanzierte er seine Flugausbildung und erhielt im Sommer 1914 das Flugzeugführer-Patent.
Als Freiwilliger meldete er sich bei Kriegsbeginn zu den Seefliegern der Marine, wurde aber abgewiesen, trat in die Infanterie ein und kämpfte im 70. Infanterie-Regiment bei St. Quentin Frankreich und in Russland. Nach einer Verwundung wechselte er in die Fliegertruppe und war zunächst als Wachsoldat tätig. Als er seinem Kommandeur mitteilte, vor dem Krieg bereits Flugstunden genommen zu haben, gelangte er in die Fliegerlaufbahn. Am 19. Februar 1917 begann er als Flugzeugführer beim Armee-Flugpark 1, wechselte am 26. März 1917 nach Abschluss seiner Ausbildung zur Feldflieger-Abteilung 7 und am 28. Juni 1917 zur Jagdstaffel » Boelcke (Jasta 2), zwei Tage später zur Jagdstaffel 5. Dort schoss er am 12., 13. und 15. Juli drei gegnerische Beobachtungsballons ab.
| Paul Bäumer an der Somme. Zu erkennen ist die Bemalung mit seinem persönlichen Kennzeichen, das Edelweiss. |
| Paul Bäumer nach einer Bruchlandung in seiner Ausbildungszeit 1915. |
Im August 1917 kam er wieder zur Jagdstaffel » Boelcke. Nach 15 weiteren Abschüssen erhielt Vizefeldwebel Bäumer am 12. Februar 1918 das Goldene Militär-Verdienst-Kreuz. Später wurde Paul Bäumer zum Leutnant befördert. Brennend abgeschossen, überlebte er den Absprung mit dem Fallschirm. Für 43 Abschüsse erhielt Paul Bäumer am 2. November 1918 den Orden » "Pour-le-Merite".
| Paul Bäumers Bursche kurz vor einem Flug mit Seinem Fokker Dr.1 Dreidecker. |
| Abschiedsfoto zur Entlassung von » Lothar von Richthofen am 19. Juli 1918 aus der Aaper Waldklinik bei Düsseldorf, die auf Schädelfrakturen spezialisiert war. Lothar von Richthofen sitzt in vorderster Reihe an zweiter Stelle von links. Links neben ihm sitzt Paul Bäumer von der » Jagdstaffel 2, der mit einem Kieferbruch Ende Mai 1918 in die Aaper Waldklinik eingeliefert wurde. (Foto: Rainer Absmeier Collection) |
| Paul Bäumer bei der Jagdstaffel 2 "Boelcke" nach seinem 23. Abschuss am 10.04.1918. An diesem Tag schoss er südl. von Douai eine D.H.4 (F6168) ab. |
Nach dem Krieg übte Paul Bäumer zunächst seinen Beruf als Zahnarzt aus, wurde später Kunstflieger und gründete 1919 die Flugzeugbaufirma "Bäumer Aero GmbH" in Hamburg. Während des Einfliegens der neuen Rohrbach "Rofix" stürzte Bäumer am 15. Juli 1927 zwei Kilometer von der Küste von Öresund ins Meer. Paul Bäumer wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg (Grablage H6 - 188) bestattet.
In Anspielung auf Bäumer gab Erich Maria Remarque in seinem Antikriegs-Roman „Im Westen nichts Neues“ seinem Protagonisten den Namen Paul Bäumer. Remarque war Patient in Bäumers Zahnarztpraxis.
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Brief von Paul Bäumer vom 10.01.1927 an seinen langjährigen Freund Gert W. Welsing Geschrieben wurde deser Brief mit dem Briefkopf der Bäumer AERO GmbH in Hamburg Fuhlsbüttel. Gert W. Welsing und Paul Bäumer waren engste Jugendfreunde und schrieben sich schon im Ersten weltkrieg regelmässig Briefe und Postkarten. Das ganze Konvolut inkl. der Bilder auf dieser Seite, steckte in einer ledernen Feldposttasche aus dem ehemaligen persönlichen Besitz von Paul Bäumer, die er seinem Freund in Duisburg überließ. Unten können Sie den gesamten Inhalt des Briefes nachlesen, in dem er mit seinem Freund eine Verbesserung eines Propellers diskutiert. Auf der Rückseite befinden sich Bleistiftskizzen von versch. Prototypen einer Propellerentwicklung. |
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Briefkopf: Bäumer Aero GmbH Flughafen Fuhlsbüttel Stadt: Luftverkehrsbüro, Jungfernstieg, Kleiner Dampferpavillon Fernsprecher: D7 Dammtor 5064, Merkur 7003 Nachtanruf: Harburg 1673 Drahtanschrift: Luftfahrt Bankkonto: Dresdner Bank Hamburg, Jungfernstieg Postscheckkonto: Hamburg 13122 Hamburg-Fuhlsbüttel, den 10. Januar 1927 Herrn Gert W. Welsing Duisburg Meiderich Sonderbergerstr. 18 Lieber Gert! Für Deinen Brief vom 31. Dezember 1926 meinen Besten Dank. Es freut mich, dass Du an mich gedacht hast und Dich mit fliegerischen Dingen beschäftigst. Nach dem heutigen Stande der Technik dürfte bei Verwendung des üblichen Propellers nach den bisherigen wissenschaftlichen Grundsätzen bei sorgfältigster Berechnung höchstens eine Leistungssteigerung von 3 - 5% zu erzielen sein. Unter diesen Umständen will mir Dein Projekt nicht recht glaubhaft erscheinen. Jedenfalls möchte ich Dir immerhin raten, die Sachen einer genauen Prüfung zu unterziehen, da ich aus eigener Erfahrung weiss, dass man bei technischen Neuerungen gar zu leicht auf technischen Trugschlüssen baut. Sollte sich trotzdem das Gegenteil erweisen, so wäre die Sache für die Fliegerei von grossem Interesse. Vor dem Einsetzen der Flugsaison werde ich wohl kaum nach dort kommen, da ich vollauf zu tun habe. Erich Oberfohren ist hier eingetroffen, um bei der Bäumer Aero das Fliegen zu erlernen. Mit den besten Wünschen für das bereits angebrochene Jahr mit vielen Grüssen ach an Frau und Kind. Dein Paul Bäumer Darunter einige Bleistiftskizzen von Propeller-Prototypen. |
| Paul Bäumer vor einem Bäumer Aero B.IV "Sausewind". Das Foto wurde vermutlich im Jahr 1927 am Flughafen Kopenhagen-Kastrup aufgenommen. (Foto: Wolfgang Borgmann Collection) |
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