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(* 06. März 1893 Ratibor/Oberschlesien, heute Racibórz/Polen, + 18. Oktober 1918 in Ratibor) wechselte als Offizier verletzungsbedingt von der Infanterie zur Fliegertruppe, zuerst als Beobachter und später als Flugzeugführer an der Westfront.


Otto Bernert wurde am 6. März 1893 in Ratibor in Oberschlesien geboren. Sein Vater war der dortige Oberbürgermeisters. Nach Besuch des Gymnasiums in Ratibor schlug Otto Bernert die Offizierslaufbahn ein. Am 1. August 1912 wurde er beim Infanterie-Regiment 173 zum Leutnant ernannt. Schon in der Friedensgarnison machte er sich als Sportler einen Namen.

Bei Kriegsbeginn wurde er als Zug- und Kompagnieführer an die Westfront beordert. Nach einer Fußverletzung, Schüssen in Oberarm, Schulter und Brust sowie einer durch Granatsplitter verursachten Knöchelverstauchung wurde Bernert für „feldunfähig“ erklärt und musste seine Infanterietätigkeit beenden.

Nach kompletter Genesung meldete er sich bei der Fliegertruppe. Nach längerer Ausbildungszeit zum Beobachter an der Westfront wurde Bernert im Januar 1916 in den Flugschulen Halberstadt und Hannover zum Flugzeugführer ausgebildet. Als Einsitzerflieger unternahm er zunächst Aufklärungs- und Erkundungsflüge.

Vom August 1916 bis April 1917 hatte Bernert bei der Jagdstaffel » „Boelcke“ und Jagdstaffel 6, deren Führer er war, 19 Abschüsse zu verantworten, z.B. zwang er am 22. September 1916 einen gegnerischen Artillerieflieger auf freiem Feld zur Landung; auf dem Rückflug griff er drei gegnerische Doppeldecker in 1300 m Höhe über den feindlichen Artilleriestellungen an. Sein Flugzeug erhielt 31 Treffer, auch der Motor wurde getroffen und blieb stehen. Im Gleitflug gelang es Bernert, hinter den ersten deutschen Gräben niederzugehen. Am 3. April 1917 griff Bernert trotz feindlichen Abwehrfeuers zwei Ballone an. Einer davon befand sich in der Gegend von Ervillers in 800 m Höhe, der andere war nordwestlich von Bapaume auf 50m herunter gegangen. Beide Ballone gingen in Flammen auf.

Am 23. April 1917 verlieh ihm der Kaiser den höchsten Militärorden » „Pour le Mérite“. Nach 27 Abschüssen wurde Bernert Mitte 1917 als Oberleutnant zur Inspektion der Fliegertruppe nach Berlin versetzt, am 9. Juni dann wieder zur Jagdstaffel » „Boelcke“, deren Führung er übernahm, an die Front zurück.

Nach einer weiteren schweren Verletzung bei einer Notlandung kam Bernert zur Genesung nach Deutschland. Dort starb er am 18. Oktober 1918 an einer Grippeerkrankung. Bestattet wurde er in seiner Geburtsstadt Ratibor/Racibórz auf dem Friedhof Jeruzalem. Die Stadt errichtete ihm damals ein Ehrenmal an einem der schönsten Plätze, dem „Otto-Bernert-Platz“.


Siehe auch:
» Datenbank der Jagdstaffel 2

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