(* 20. Mai 1890 in Braunschweig, + 06. April 1917 zwischen Cambrai und Valenciennes/Frankreich) wechselte nach schwerer Verletzung von einem Jägerregiment zu den Fliegern. Er starb an der Westfront durch einen Flugunfall.
Hans Berr wurde am 20. Mai 1890 in Braunschweig geboren. Sein Vater war Präsident der Oberpostdirektion. Am 2. August 1914 rückte Berr mit dem Naumburger Jägerregiment Nr. 4 an die Front und wurde Adjutant des Kommandeurs Major von Marcard. Am 26. September 1914 wurde Berr schwer verletzt, nach seiner Genesung zum Jäger-Ersatzbataillon Naumburg versetzt.
Als ihm vom Stellvertretenden Generalkommando die Adjutantenstelle bei einer größeren Bahnhofskommandantur in Mitteldeutschland angeboten wurde, lehnte Berr diese zivile Administrationsstelle mit dem Hinweis ab, dass er lieber zu den Fliegern gehen würde. Auf seinen Antrag hin wurde er Anfang März 1915 zur Fliegertruppe kommandiert. Nach der Ausbildung zum Beobachtungsoffizier in Großenhain wurde er im Mai 1915 an die Westfront versetzt. Diese Tätigkeit sagte ihm wenig zu; nach Versuchen mit einem Fokker-Kampfflugzeug wurde er zwecks Weiterbildung zu einer Fliegerschule nach Metz beordert. Wegen besonderer Eignung wurde die Ausbildungszeit um vier Monate verkürzt.
Als Flugzeugführer Berr zur Kronprinzenarmee überstellt. Er erhielt das Eiserne Kreuz I. Klasse, den silbernen Ehrenbecher „Für den Sieger im Luftkampf“ und vom Kronprinzen ein persönliches Geschenk. 1916 wurde er mit der Aufstellung der neu zu bildenden Jagdstaffel 5 beauftragt, die vor Verdun und dann an der Somme eingesetzt wurde.
Von der Leitung der Luftstreitkräfte wurde Berr zu Vorführungen und Vorträgen amtlich herangezogen und führte darüber hinaus die Kampffliegerschule Cambrai. Nach einem Vierteljahr begann er auf eigenen Wunsch, wieder aktiv zu fliegen. Am 4. Dezember 1916 erhielt er nach insgesamt 10 Abschüssen (davon 1 Fesselballon) den „Pour le Mérite“.
Am 6. April 1917 führte Berr sein Geschwader, u.a. flog Gontermann mit, gegen ein englisches Geschwader zwischen Cambrai und Valenciennes. In 2.400m Höhe führte ein Zusammenstoß von Berrs und Hoppes Maschine zum Absturz beider Flugzeuge und dem Tod der Piloten.
Hans Berr wurde in der Garnisonskirche in Potsdam aufgebahrt und dem Alten Friedhof beigesetzt.
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