(* 10. Januar 1896 in Hirschberg im Riesengebirge/Schlesien heute Polen, + 27. Mai 1964 in Duisburg) war deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und später Betriebsführer der Arado-Flugzeugwerke.
Walter Blume wurde am 10. Januar 1896 in Hirschberg geboren. Er besuchte dort die Oberrealschule. Schon früh interessierte er sich für Aviatik; 1913 baute er zusammen mit Freunden nach eigenen Berechnungen eine Gleit-Taube, die später einen Motor erhalten sollte. Nach dem Abitur im Frühjahr 1914 trat Walter Blume als Ingenieurpraktikant in eine Maschinenfabrik ein.
Mit Bekanntgabe der Mobilmachung meldet er sich als Freiwilliger in das heimische 1. Schlesische Jäger-Bataillon Nr. 5. Der Wunsch des angehenden stud. ing., möglichst schnell an die Front zu kommen und den Krieg, der ja nur „wenige Wochen“ dauern sollte, mitzumachen, verdrängte vorerst alle anderen Interessen. Das entsprach der Haltung der Jugendlichen in seiner Umgebung. Am 19. September 1914 startete das Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 21 an die Ostfront. Kurze Zeit darauf wurde er beim Angriff auf Dudken als Gefechtsordonnanz durch einen Oberschenkelschuss verletzt. Nach vier Wochen Lazarett kam er zum Ausbildungspersonal des Ersatzbataillons und wurde zum Oberjäger befördert. Während dieser Zeit meldete sich Blume zur Ausbildung zum Flugzeugführer und wurde bald zur Flieger-Ersatz-Abteilung Großenhein und gleichzeitig zur Aviatik-Fliegerschule Leipzig-Mockau kommandiert. Nach bestandener Feldpilotenprüfung am 30. März 1916 wurde Blume zum Versuchs- und Übungspark West bei St. Quentin, am 24. Mai 1916 zum Armeeflugpark A nach Straßburg und von dort am 17. Juni 1916 zur Feldflieger-Abteilung Nr. 65 nach Schlettstadt versetzt. Fünf Tage darauf startete er zu seinem ersten Frontflug über den Vogesen; am nächsten Tag erhielten sein Flugzeug und der Propeller einige Schrapnelltreffer aus französischen Flugabwehrkanonen.
Die Erkundungsflüge mit seinen Beobachtern bei der Abteilung hatten am 31. Januar 1917 seine Beförderung zum Offizier zu der Jagdstaffel 26 Mühlhausen zur Folge. Diese Staffel trat unter » Bruno Lörzer am 18. Januar 1917 zusammen. Stellvertretender Staffelführer war » Hermann Göring., dritter „älterer“ Jagdflieger war der jüngere Bruder Fritz Lörzer (späterer Probst von Brandenburg).
Anfang April 1917 wurde die Staffel in die Nähe von St. Quentin verlegt, wo sie bis Anfang Juni auf den Flughäfen Guise und Bohain verblieb. Am 10. Mai 1917 schoss Walter Blume einen Bristol-Fighter ab; am 28. Mai beschoss er im Kurvenkampf den Piloten eines englischen Einsitzers, der hinter den deutschen Linien landen musste. Blume schoss danach noch vier weitere Gegner ab und erhielt nach sechs Abschüssen am 14. August 1917 das Eiserne Kreuz I. Klasse.
Am 29. November 1917 wurde Blume zum zweiten Mal verwundet. In Abwesenheit des Staffelführers griff er an der Spitze eines starken Schwarmes über dem Houthulster Wald in 4000m Höhe eine stärkere Formation höher fliegender Bristol-Fighter an und wurde im Verlauf des Angriffs von einem zuvor nicht bemerkten Gegner durch einen Schuss in die linke Brustseite getroffen. Blume entzog sich der weiteren Verfolgung, indem er sich abtrudeln ließ und schaffte nach 40 km die Landung. Nach seiner Genesung und einem Erholungsurlaub in Mittenwald meldete sich Walter Blume im Februar bei der Durchreise durch Berlin bei der Inspektion der Fliegertruppen als wieder frontverwendungsfähig und bat um wieder baldige Versetzung an die Front. Er wurde zur Flieger-Ersatz-Abteilung 13 nach Bromberg beordert. Bald darauf wurde er zum Führer der Jagdstaffel 9, die in der Champagne in einem ruhigen Abschnitt lag, ernannt.
In dieser Funktion schoss Blume 22 weitere Gegner ab. Sein 25. Abschuss war gleichzeitig der 100. Abschuss der Staffel. Am 7. August 1918 erhielt er das Ritterkreuz des Königlich-Preußischen Hausordens von Hohenzollern und am 2. Oktober 1918 den Orden „Pour le Mérite“. Am 8. Oktober 1918 schoss Walter Blume seinen letzten, den 28., Gegner ab. Zehn Tage später wurde er zum Aussuchen neuer Jagdflugzeuge nach Berlin beordert. Kurz nach seinem Eintreffen brach die Revolution aus. Nach der Demobilmachung seiner Staffel schied Walter Blume am 15. Januar 1919 mit 23 Jahren aus dem Heeresdienst aus.
Nach dem Krieg studierte Walter Blume, zusammen mit seinem Staffelkameraden Hentzen, dem späteren Rekordsegelflieger, an der Technischen Hochschule in Hannover. Im Sommer 1919 wurde Blume Flugleiter beim mobilen Reichswehrfliegerhorst Döberitz, im März und April 1920 gehörte er der Kurierstaffel der Reichswehrbrigade 10 als zeitfreiwilliger Flugzeugführer an. Das anschließende Sommersemester verbrachte er in Holland.
Im folgenden Wintersemester wurde die „Akademische Fliegergruppe Hannover“ gegründet. Neben dem Studium wurde nach Angaben des Lehrers Prof. Dr. Ing. Dorner nach einem Madelungschen Entwurf von Hentzen, Martens und Blume ein Segelflugzeug, der später berühmte „Vampyr“, konstruiert und im Sommer 1921 von den drei Erbauern vorgeführt. Im Rhönsegelflugwettbewerb errang es die ersten Erfolge. Im folgenden Sommer führten Hentzen und Martens die ersten motorlosen Stundenflüge damit durch.
Blume arbeitete im Sommer 1922 in der „Rumpler-Ozeanfluggesellschaft“ an Transozeanflugzeugprojekten. Im Herbst legte er sein Hauptexamen ab. 1923 baute Blume zusammen mit Hentzen in Adlershof bei Berlin zwei Kleinflugzeuge, die mit Motorradmotoren ausgerüstet wurden. Das erste Flugzeug ging beim Einfliegen zu Bruch, mit dem zweiten errangen die beiden in der Rhön einige Erfolge. 1925/26 stellte sich Blume dem Heereswaffenamt als beratender Ingenieur für das Flugwesen zur Verfügung.
Im Sommer 1925 nahm Blume mit einem Junkers-Sportflugzeug am ersten „Deutschen Rundflug“ nach dem Krieg teil. Von November 1926 bis Ende 1931 arbeitete er als Chefkonstrukteur in den Albatros-Flugzeugwerken Berlin-Johannisthal. Da die Albatros-Werke von Focke-Wulf-Flugzeugbau übernommen wurden, wechselte Blume am 1. Januar 1932 zu den Arado-Flugzeugwerken-Warnemünde und wurde Leiter der Technischen Büros. Er widmete sich insbesondere der Konstruktion von Schul- und Sportflugzeugen. Seit Sommer 1933 war Blume leitender Direktor der Werft Warnemünde und später des Werkes Brandenburg der Arado-Flugwerke. Ab Dezember 1935 wurde Blume Leiter der gesamten Entwicklungsarbeit der Arado-Flugzeugwerke GmbH, ab Januar 1938 Betriebsführer des Gesamtwerkes Brandenburg und stellv. Vorstandsmitglied des Gesamtwerkes Arado und ab 1. Januar 1939 Betriebsführer des Gesamtwerkes.
Als Konstrukteur entwickelte Walter Blume auch die „Arado Ar 96“. Bei dieser Konstruktion handelt es sich um ein damals modernes einmotoriges Fortgeschrittenen- und Übungsflugzeug aus der zweiten Hälfte der 1930er Jahre. Das einmotorige Flugzeug war mit Einziehfahrwerk und geschlossener Kabine ausgerüstet. Im zweiten Weltkrieg war die Ar 96 eines der Standard-Schulflugzeuge der deutschen Luftwaffe.
Walter Blume starb am 27. Mai 1964 in Duisburg.
Über die weitere Tätigkeit von Walter Blume im Zweiten Weltkrieg und in den Nachkriegsjahren sowie seine familiären Verhältnisse ist hier nichts bekannt. Einzelheiten können im » Forum oder per » eMail mitgeteilt werden.
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