(* 25. August 1893 in Siegersdorf/Bunzlau/Schlesien, heute Polen, + 30. Januar 1946 in Fürstenwalde/Brandenburg) wurde nach zwei Verletzungen an der Westfront als Beobachter und später Flugzeugführer an die Ostfront versetzt und starb in russischer Gefangenschaft.
Oskar von Boenigk wurde am 25. August 1893 in Siegersdorf/Niederschlesien geboren. Sein Vater war der kgl. Amtsrat und Domänenpächter Kuno Freiherr von Boenigk. Bis zu seinem neunten Lebensjahr wurde Oskar von Boenigk zu Hause von Privatlehrern erzogen und unterrichtet. Vom 9. bis 11. Lebensjahr besuchte er das Gymnasium in Bunzlau.
Danach trat er in die Kadettenanstalt Wahlstatt und Hauptkadettenanstalt Lichterfelde ein. Am 22. März 1912 wurde er im Grenadier-Regiment „König Friedrich III.“ (2. Schlesisches) Nr. 11 als Leutnant eingestellt. Zu Beginn des Krieges ging er als Zugführer an die Front und wurde schon am 22. August bei Rossignol-Tintigny in Brust und Lunge schwer getroffen. Nach der Heilung kehrte er im Oktober 1914 zum Regiment zurück, wurde Kompanieführer und später Ordonnanzoffizier. Im März 1915 nahm von Boenigk an der Winterschlacht in der Champagne teil. Nach einer weiteren Verletzung und Rückkehr im April blieb er bis Dezember 1915 Führer der 5. Kompagnie und machte die Kämpfe an der Lorettohöhe und die Herbstschlacht bei Arras mit.
Im Dezember 1915 trat Boenigk seine Ausbildung als Flugzeugbeobachter in Köln-Bickendorf auf dem Butzweilerhof an, wie später auch Werner Dittmann. Am 1. März 1916 erhielt er das Kommando nach Posen zur Kampfstaffel 32 der Obersten Heeresleitung, die an den Kämpfen in den Vogesen eingesetzt war. Von hier aus flog von Boenigk auch mit bei den Bombenflügen auf Dünkirchen und war an der Sommeschlacht und der Osterschlacht 1917 an der Aisne als Beobachter beteiligt.
1917 kehrte von Boenigk nach Deutschland zurück, um in Braunschweig zum Flugzeugführer ausgebildet zu werden. Nach siebenwöchiger Ausbildung, z.T. in der Jagdstaffelschule, wurde er im Juni 1917 zur Jagdstaffel 4 des Richthofen-Geschwaders in Flandern versetzt. Am 20. Juli schoss er nordwestlich von Terbrielen einen englischen Sopwith brennend ab. Im Oktober 1917 erhielt er die Führung einer Staffel, der im Abschnitt Reims-Verdun befindlichen Jagdstaffel 21. Im Juni 1918 wurde von Boenigk Kommandeur des Jagdgeschwaders II, in dem auch Leutnant Werner Dittmann Beobachtungsflieger war. Mit diesem Geschwader vernichtete von Boenigk im September 1918 die amerikanischen Flieger am St. Mihiel-Bogen fast vollständig. Zwischen 12. und 18. September 1918 schoss das Geschwader unter Führung des Oberleutnants von Boenigk 81 gegnerische Flugzeuge ab und verlor selbst zwei Flugzeuge. Am 19. September 1918 beschoss von Boenigk mit seiner Staffel fünf Bréguets, die den Auftrag hatten, das deutsche Geschwader zu vernichten; drei stürzten brennend ab, zwei mussten landen. Nach 27 Abschüssen, davon 7 Fesselballone, erhielt von Boenigk am 26. Oktober 1918 den Orden „Pour le Mérite“.
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1. Reihe von links: Oberleutnant a.D. Heinz Krapfenbauer (Nachrichten-Offizier), Leutnant d.R. Wilhelm Leusch (Jasta 19 C.O.), Leutnant d.R. Josef Veltjens (Jasta 15 C.O.) Oberleutnant Oskar Freiherr von Boenigk (JG II C.O.), Leutnant Franz Büchner (Jasta 13 C.O.), Leutnant d.R. Hermann Becker (Jasta 12 C.O.), Leutnant Hans Burkhard von Buttlar (Adjutant), Leutnant Walter Dingel (Technischer Offizier) |
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2. Reihe von links: Vizefeldwebel Hermann Margot, Leutnant Krauss, Leutnant Gewert, Leutnant Werner Dittmann, Leutnant d.R. Werner Niethammer, Leutnant Joachim von Ziegesar, Leutnant d.R. Hans Besser, Leutnant d.R. Hugo Schäfer |
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3. Reihe von links: Vizefeldwebel Theodor Weischer, Leutnant d.R. Rudolf Rienau, Leutnant Koch, Leutnant Scheller |
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4. Reihe von links: Leutnant Siebert, Leutnant Telge, Leutnant d.R. Alfred Greven, unbek., unbek., unbek., Leutnant Bertling |
Nach dem Waffenstillstand und der Demobilisierung war Oskar Freiherr von Boenigk Führer einer selbst aufgestellten freiwilligen Flieger-Abteilung und Führer der Jagdstreitkräfte des A.O.K.-Süd. Er beteiligte sich hauptsächlich im „Grenzschutz Ost“ in Schlesien, wo er sich dann von 1922 bis 1931 als Domänenpächter niederließ. Von Boenigk war auch Mitbegründer des „Stahlhelms“ in Schlesien.
Im Zweiten Weltkrieg war er Generalmajor der Luftwaffe. Im Mai 1945 wurde er von Russen gefangen genommen und im Lager Ketschendorf bei Fürstenwalde in Brandenburg inhaftiert. Dort starb er am 30. Januar 1946.
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