(* 24. April 1894 in Eckernförde; + 6. Januar 1918 bei St. Julien/Ypernbogen) war ein deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, wurde mit dem Pour le Merite ausgezeichnet und danach Führer der Jagdstaffel „Boelcke“.
Walter von Bülow-Bothkamp wurde am 24. April 1894 in Eckernförde in Holstein geboren. Er besuchte das Gymnasium in Plön und machte 1912 das Abitur. Nach Reisen nach England und in die Schweiz studierte er in Heidelberg Jura.
Nach der Mobilmachung wurde er zusammen mit einigen Corpsbrüdern der Studentenverbindung „Vandalia“ in Braunschweig Fahnenjunker in der Uniform der Totenkopfhusaren. Nach der Ausbildung wurde er Anfang Januar 1915 an die Front nach Altkirch im Süd-Elsass kommandiert. Dort hatten heftige Kämpfe stattgefunden. Bald danach wurde er mit seiner Schwadron für mehrere Wochen zum Schloss Saareck bei Saarburg verlegt. Da ihm das Leben hinter der Front nicht zusagte, ließ er sich ab 9. Februar 1915 wieder zu seiner Infanterie-Schwadron zurück versetzen.
Nach seiner Beförderung zum Leutnant meldete sich von Bülow zur Fliegertruppe. Ende April 1915 wurde er zur Flieger-Ersatz-Abteilung (FEA) nach Hannover versetzt und Anfang September 1915 zur Feldflieger-Abteilung 22 (FFA 22) in die Champagne. Nach dem Abschuss von zwei französischen Flugzeugen am 10. und 11. Oktober 1915 erhielt er das Eiserne Kreuz I. Klasse (EK I). Nach einigen Wochen Anfang März 1916 in Berlin folgte ein Kommando mit einer neu aufgestellten Abteilung nach Palästina. Am 14. März reiste er von Döberitz nach Konstantinopel und nach einer Woche Aufenthalt am 1. April weiter nach Beersheba. Von dort aus war von Bülow an der Bombardierung des 550 km entfernten Port Said beteiligt, das nach 4 ½ Flugzeit erreicht wurde. Einen seiner Angriffsflüge musste er wegen eines Auspuff-Brandes abbrechen und schaffte den Rückflug trotz Stichflammen und 30 Bomben an Bord zum Flugplatz nach Beersheba. Am 8. August 1916 schoss von Bülow in den Kämpfen am Suez-Kanal, bei denen er zahlreiche Bomben-, Aufklärungs- und Jagdflüge ausführte, ein zweites englisches Flugzeug ab.
Im November 1916 kehrte von Bülow nach kurzem Aufenthalt in Berlin an die Westfront nach Flandern zurück, zur Jagdstaffel 18 der 4. Armee. Anfang Januar 1917 erhielt die Staffel Albatros Flugzeuge, die eingeflogen werden mussten. Am 23. Januar 1917 erschienen die neuen Albatrosse zum ersten Mal an der Front. Von Bülow schoss an diesem Tag zwei englische Flugzeuge ab und erhielt selbst einen Treffer in den Benzintank. Am 26. Januar 1917 griff er zusammen mit zwei weiteren Deutschen fünf Engländer an, die abstürzten. Am 11. März 1916 folgte ein Fesselballonangriff, den er in Militaristensprache wie folgt beschrieb:
„Es klappte alles sehr hübsch, die Insassen sah ich beim ersten Angriff mit Fallschirmen herausspringen. Die Gasblase wollte aber kein Feuer fangen, obgleich ich mehrere Angriffe durchführte. Endlich, als ich schon meine Spezialmunition verschossen hatte, brannte er. Meine beiden Kameraden machten ihre Sache glänzend: Der eine hielt mir durch seine Anwesenheit zwei englische Ballonschutzflugzeuge vom Leib, der andere knallte einen dritten Engländer ab.“
Weitere Abschüsse von Bülows: am 7. April 1917 ein englischer Doppeldecker, am 8. April ein Nieuport-Doppelsitzer. Von Bülow, der am 24. April 1917 den Hausorden der Hohenzollern erhalten hatte, übernahm Anfang Mai 1917 die Führung seiner Staffel und Mitte Mai 1917 die der Jagdstaffel 36. Mit Beginn der Flandernschlacht wurde von Bülows Staffel an die Ypernfront kommandiert. Die dortigen Geschwaderkämpfe nahmen an Anzahl und Heftigkeit zu. Die deutschen Maschinen waren z.T. nicht mehr in gutem Zustand und befanden sich zunehmend in der Defensive. Der Großkampf, der auch die Fliegerei betraf, wurde bis zum Oktober fortgesetzt. Am 20. Oktober 1917 erhielt Walter von Bülow-Bothkamp den „Pour le Mérite“. Ende Dezember 1917 wurde er zum Führer der Jagdstaffel „Boelcke“ ernannt. Dieses Kommando trat er ungern an, da er sich nur schwer von seiner Staffel 36 trennte, bei der auch sein Bruder Harry von Bülow-Bothkamp flog. Am 23. Dezember 1917 führte er die Jagdstaffel „Boelcke“ im Parademarsch an Kaiser Wilhelm vorbei.
Am 6. Januar 1918 kehrte Leutnant von Bülow von einem Bombenflug nicht mehr zurück. Monate später informierte eine englische Meldung darüber, dass er bei St. Julien nördlich von Ypern abgestürzt war. Sein militärischer Nachfolger wurde » Max Ritter von Müller.
Walter von Bülow-Bothkamp starb im Alter von 24 Jahren. Sein Bestattungsort ist unbekannt.
Siehe auch:
» Datenbank der Jagdstaffel 2
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