(* 14. Juni 1888 in Hanau; + 03. September 1962 in Berchtesgaden) war bereits mit elf Jahren Kadett und wurde im Ersten Weltkrieg einer der ersten Kommandanten von Militär-Zeppelinen und erhielt 1918 den Pour le Merite.
Horst Julius Ludwig Otto Freiherr Treusch von Buttlar-Brandenfels wurde am 14. Juni 1888 in Hanau geboren. Bereits mit 11 Jahren wurde er Mitglied im Kadettenkorps. 1907 trat er, nach Absolvierung des Neuen Gymnasiums in Darmstadt, in die Marine ein. Nach der Seekadettenzeit auf einem Kriegsschiff erfüllte er verschiedene Spezialaufgaben, besonders im FT-Wesen (Funktechnik). Als FT-Offizier wurde er dem Stab des Befehlshabers der Aufklärungsschiffe zugeteilt.
Graf Zeppelin hatte um die Einführung seiner Luftschiffe bei Heer und Marine gekämpft. Nun erklärte sich die Marine bereit, solche Schiffe zu Besuchsfahrten zu übernehmen. Die neue „L2“ war startbereit, Buttlar sollte mitfliegen. Das Schiff erwies sich aber als zu schwer, Buttlar musste auf die Teilnahme verzichten. Es war sein Glück, da die „L2“ kurz nach dem Start abstürzte. Die gesamte Mannschaft und das Schiff verbrannten. Trotz dieses Unglücks blieb Buttlar von den Vorteilen des Zeppelins überzeugt und setzte seine Ausbildung als Luftschiffführer durch. Die „Hansa“, das requirierte Schiff der „Delag“ (Deutsche Luftschifffahrts AG), war sein Schulschiff und Dr. Eckener, der technische Leiter der „Delag“, sein Lehrer.
Nach Kriegsbeginn wurde der 25-jährige Leutnant Buttlar Kommandant eines der ersten neu gelieferten Zeppelin-Luftschiffe mit der Bezeichnung "L6". Mit diesem Luftschiff unternahm der damalige Oberleutnant im Jahre 1915 seinen ersten Flug über England. Fregattenkapitän » Peter Strasser, der Führer der deutschen Zeppeline, hatte frühzeitig das fliegerische Talent des jungen Buttlar erkannt.
Die damaligen Luftschiffe waren noch nicht so leistungsfähig wie ein „LZ 126“ oder der „Graf Zeppelin“. Sie hatten nur drei Motoren von je 180 PS, die Propeller waren noch aus Aluminium. Die Betriebssicherheit der Maschinenanlage war mangelhaft. Da die Eigengeschwindigkeit nur einen Bruchteil der damaligen Fahrtgeschwindigkeit der seinerzeit als modern geltenden Luftschiffe ausmachte, musste bei aufkommendem schlechten Wetter möglichst rechtzeitig der Heimathafen erreicht werden.
Die Heeresleitung zögerte lange, den Einsatz der Zeppeline als Angriffswaffe zu erlauben. An den Fahrten gegen England hatten schließlich von Buttlars Schiffe hohen Anteil. Oft gelang es nur mit großer Mühe, in den Heimathafen Nordholz zurückzukehren.
Zeppelin "Hansa"
Das Flugzeug, der schnelle und wendige Gegner des langsamen Luftschiffes, wurde dauernd verbessert. Wenn auf den Einsatz der Zeppeline nicht verzichtet werden sollte, musste das Luftschiff dieser Entwicklung folgen. Am 19. Oktober 1917, dem schwarzen Tag der Zeppeline, starteten 15 Zeppeline gegen die englischen Industriegebiete. Ursprünglich sollten 17 Schiffe angreifen, die in den verschiedenen Nordseelufthäfen lagen. Zwei von ihnen konnten aber in der zum Aufstieg angesetzten Mittagszeit wegen starken Querwindes nicht aus der Halle ausfahren und daher nicht teilnehmen. Von den angreifenden Schiffen kam ein großer Teil kurz vor dem englischen Festland in einen starken Nordsturm, der die Schiffe an die deutsch-französische Grenze trieb. Fünf Schiffe gingen hierbei verloren. „L44“ wurde bei Lunéville brennend abgeschossen, „L45“ wurde in Südfrankreich von seiner Besatzung vernichtet, „L49“ fiel fast unversehrt den Franzosen in die Hände, da die Besatzung ihn nicht mehr vernichten konnte. „L50“ schlug in Südfrankreich auf, die Gondel riss ab, der Schiffskörper trieb weiter über die Alpen ins Mittelmeer, wo er verscholl. „L55“ unter Kapitän Flemming wurde schwer beschädigt, konnte noch nach Deutschland zurückkehren und musste bei Tiefenort im Werratal notlanden; dabei wurde das Schiff so stark beschädigt, dass es demontiert werden musste.
Kapitänleutnant von Buttlar-Brandenfels kehrte mit seinem „L54“ mit unversehrter Mannschaft als eines von nur zweien der gestarteten Luftschiffe nach Deutschland zurück. Schrapnells hatten aus zwei Zellen den Gasinhalt ausfließen lassen.
Gondel mit PLM
Am 9. April 1918 verlieh ihm der Kaiser den Orden » Pour le Mérite. Nach Friedensschluss blieb Buttlars Mannschaft bei ihrem Kommandanten. Mit dem Minensuchboot „Z 152“ fuhr er, um die Minensperre zu beseitigen, bis Ende September 1919 kreuz und quer in der Nordsee.
Als Kapitänleutnant nahm er seinen Abschied, wandte sich dem Versicherungswesen zu und wirkte schließlich beim Aufbau der Lufthansa mit. Auf Grund seiner fliegerischen Erfahrungen wurde er Leiter verschiedener Flugplätze, u.a des Luftschiffhafens Rhein-Main in Frankfurt/M. 1935 ließ sich Freiherr von Buttlar als Major der Luftwaffe reaktivieren, befehligte dann im Polenfeldzug einige Flugplatzbautrupps und nahm schließlich in einem hohen Luftwaffenstab im Krieg gegen Rußland teil. Nach dem Krieg fand er in Wiesbaden Aufnahme. Er war dort in einem Werbebüro tätig.
Von Buttlar-Brandenfels starb am 3. September 1962 während eines Ferienaufenthaltes in Berchtesgaden und wurde auf dem Nordfriedhof im Urnengrab beigesetzt. Seine Frau Ilse geb. Böhm (* 23.09.1896 + 03.06.1978 in Wiesbaden) ist neben ihrem Mann bestattet.
Das Urnenwahlgrab Nr. 001 auf dem Nordfriedhof (Platter Straße 83, 65193 Wiesbaden, Abteil WP-P 10 wurde nach Ablauf der Ruhezeit der Ehefrau Ilse von Buttlar-Brandenfels am 20.06.1998 eingeebnet, weil die Nutzungszeit nicht mehr verlängert wurde.
Weitere Einzelheiten zur Biografie Buttlars sind hier nicht bekannt. Sie können im » Forum oder per » eMail mitgeteilt werden.
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