(* 26. Juli 1884 in Rendsburg, + 16. Dezember 1966 in Hamburg) war Flugzeugführer bei verschiedenen Abteilungen, später als Fluglehrer in Danzig, Helgoland und Kiel. Sein Beruf und Hobby waren Gesang mit Lautenspiel und er wurde als Sängerflieger bekannt.
Carl Hans Theodor Holler alias Niels Sörnsen wurde am 26. Juli 1884 in Rendsburg geboren und verbrachte dort auch seine Jugend. Nach Schulabschluss und Berufsausbildung meldete sich Holler im April 1915 bei der Flieger-Ersatz-Abteilung 1 (FEA 1) in Döberitz und gehörte dort zum Bodenpersonal. Im Mai 1915 wurde er zur Fliegerschule der AEG-Werke nach Niederneuendorf beordert. Hier bestand er am 26. Juni 1915 die Flugzeugführer-Prüfung mit dem Patent 970. Am 1. Juli 1915 wurde Holler zur Flieger-Ersatz-Abteilung 11 (FEA 11) nach Brieg/Breslau versetzt. Am 8. Juli 1915 wurde Carl Holler zum Gefreiten und am 9. September 1915 zum Unteroffizier befördert. Seine Versetzung zum Armeeflugpark 13 (AFP 13) der Heeresgruppe von Mackensen erfolgte am 16. September 1916 bei gleichzeitiger Beförderung zum Vizefeldwebel. Danach wurde Holler für einige Wochen zur Deutsch-Türkischen Fliegerabteilung und danach zum AFP 13 versetzt. Im Januar 1916 erhielt Holler Order, sich bei der Feldflieger-Abteilung 1 (FFA 1) in Xanti/Mazedonien zu melden. Am 26. März 1916 nahm er an dem vernichtenden Bombenangriff auf Saloniki teil. Am 16. April 1916 erhielt er das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
Nach diversen Einsätzen wurde die FFA 1 an die Westfront nach Mouzay verlegt. Zur Weiterbildung als Kampfpilot wurde Carl Holler anschließend zur Einsitzer-Schule nach Köln-Longerich (Bickendorf) und nach erfolgter Prüfung zur Fokker-Staffel-Jametz versetzt. Aus dieser ging am 25. August 1916 die Jagdstaffel 6 (Jasta 6) hervor. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhält Holler am 19. April 1917.

| Carl Holler (gen. "Der Sängerflieger"), Petzold und » Fritz Loerzer bei der Jagdstaffel 6 (Jasta 6) im Jahr 1916. |
Auf Grund fehlenden Ohrenschutzes während der Flüge erkrankte Carl Holler an einer Mittelohrentzündung, litt an Schwerhörigkeit und musste vom 1. April 1917 bis 19. Mai 1917 aussetzen.
In einem Luftkampf am 30. Mai 1917 zwang Holler seinen Gegner, Leutnant Kantel von der französischen No. 54 Sqadron/RFC, zur Landung. Holler behandelte Kantel gastfreundlich, was bei der Jasta 6 nicht begrüßt wurde. Auf Grund der darauf folgenden erheblichen Spannungen ließ sich Carl Holler nach Deutschland zurück versetzen.
Flugzeugführerschein von Carl Holler
Im Juli 1917 wurde Carl Holler zur Flieger-Ersatz-Abteilung 11 (FEA 11) nach Breslau versetzt, zur dortigen Beobachterschule. Im Oktober 1917 erhielt Holler Order zu den Marinefliegern, Seeflieger-Abteilung Nordsee nach Wilhelmshaven. Danach wurde er Fluglehrer bei der Kampfeinsitzer-Schule Putzig/Danzig und am 1. April 1918 zum Flugmeister d. R. befördert. Am 10. Mai 1918 erfolgte das Kommando zur Seeflugstation (SFS) in Helgoland. Nach seiner dortigen Tätigkeit als Ausbilder wurde Holler ein Job bei der SFS Kiel-Holtenau angeboten.
Ab 18. August 1918 traf sich Holler zwecks Fachaustauschs mehrfach in Danzig mit Otto Bernert, der am 18. Oktober 1918 an den Folgen der Spanischen Grippe starb. Nach Kriegsende wurde Carl Holler am 5. Mai 1920 aus dem Militärdienst entlassen.
Schon als Jugendlicher und später während der Soldatenzeit betätigte sich Carl Holler als Sänger und Lautenspieler. Er gab sich den Künstlernamen Niels Sörnsen und arbeitete als Musiker und als Verleger. Über seine Kriegszeit schrieb er ein erfolgreiches Buch: "Als Sängerflieger im Weltkrieg".
Carl Hans Theodor Holler starb am 16. Dezember 1966 in Hamburg. Er wurde auf dem dortigen Zentralfriedhof beigesetzt.
Im Jahr 2005 erhielt www.Flieger-Album.de von Otto Marcelo Holzer, dem Großneffen von Carl Hans Theodor Holler, aus Südamerika 2 CDs mit der Lebensgeschichte inkl. Fotos seines als „Sängerflieger“ bekannten Großonkels, der den Künstlernamen Niels Sörnsen verwendete. Der Inhalt (zusammengefasst und ergänzt). Über weitere Stationen in Hollers Leben liegen www.Flieger-Album.de keine Informationen vor. Sollten Einzelheiten dazu bekannt sein, können sie im » Forum mitgeteilt werden.
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