(* 24.04.1886 in Preiswitz/Oberschlesien/Polen, + 29.02.1968 in Hünfeld/Kreis Fulda) erwarb die Flugzeugführer-Lizenz bereits 1912. Im Ersten Weltkrieg war er Marine-Landflieger und überlebte beide Kriege.
Theophil Cipa wurde am 24. April 1886 in Preiswitz/Oberschlesien geboren. Im Oktober 1908 trat er in das Telegraphen Bataillon 2 in Frankfurt a.d. Oder ein. Zwei Jahre später, wurde er im Oktober 1910 zur Lehr- u. Versuchsanstalt für Militärflugwesen in Döberitz kommandiert.
Am 23. August 1912 legte er die Pilotenprüfung ab und erhielt die Fluglizenz Nr. 277. Somit gehörte Theophil Cipa zu den sogenannten „Alten Adlern“, den 817 Pilotinnen und Piloten, die vor Beginn des Ersten Weltkrieges am 01. August 1914 die Prüfung zum/zur Flugzeugführer/-in bestanden hatten. Er war der erste Unteroffizier mit Fluglizenz.
Nach der Ausbildung zum Flugzeugführer war Theophil Cipa als Aufklärungsflieger für die Kaiserliche Luftfahrt im Einsatz. Im Dezember 1912 überflog er während eines Aufklärungsfluges aus Versehen die französische Grenze und landete in der Nähe von Marnay, einer Gemeinde im Département Haute-Saône/Frankreich. Ab Juli 1915 diente er als Offizier Stellvertreter bei der Feldfliegerabteilung 3.
Im November 1916 wurde Cipa zur Festungsflugstation Wilhelmshaven versetzt. Am 9. Juni 1917 wurde er Flugmeister bei der Marine Landfliegerabteilung BARGE (MLFA Barge). Die Station diente dem Schutz der Marine Festung Wilhelmshaven und der Aufklärung bzw. Ausbildung. Einen Monat später wurde ihm die Leitung dieser Fliegerabteilung übertragen. Deren Hauptaufgabe war die Aufklärung für die Marine-Fliegerabteilungen, auch als Beobachter der Artillerie am Boden. In zweiter Linie kamen Kampfaufgaben wie Angriff und Verteidigung mit den Bordschusswaffen sowie der Angriff mit Bomben und Torpedos hinzu. Die schwimmfähigen Seeflieger waren den gegnerischen westlichen Flugzeugen nicht gewachsen. Die Ausrüstung der Marineflieger mit „Landmaschinen“ des Heeres sollte diesem Umstand begegnen.
| Die ersten Fliegerunteroffiziere mit ihrem Lehrer Brunnhuber (Mitte) Sgt. Lachmann, Zabel, Voigt, Uffz. Jentsch, Theophil Cipa, Liebscher. |
Aus den Freiwilligen Fliegerkorps entwickelten sich im Oktober 1915 die Marinelandflieger, deren erfolgreichster Vertreter der Oberleutnant zur See » Gotthard Sachsenberg wurde.
Neben den landgestützten Fliegerabteilungen gehörten auch die seegestützten Bordflugzeuge (die besonders im Ostseebereich agierten) zu den Fliegerabteilungen, so die im See- und Luftkrieg eingesetzten Flugzeuge in Übersee, z.B. das des "Fliegers von Tsingtau", » Gunther Plüschow und das im Handelskrieg eingesetzte Bordflugzeug "Wölfchen" an Bord des Hilfskreuzers WOLF.
Über Cipas weiteres Leben, insbesondere die Jahre in der Nazizeit und im Zweiten Weltkrieg, ist hier nichts bekannt. Später war Cipa Betriebsleiter einer Ziegelei in Bockhorn/Oldenburg.
Theophil Cipa starb am 29. Februar 1968 in Hünfeld (Kreis Fulda).
Die oberen Fotos von Theophil Cipa wurden uns von seiner Enkelin Ellen McKinley aus Scottsdale, Arizona/USA, zur Verfügung gestellt.
| Theophil Cipa auf dem Flugplatz Butzweilerhof in Köln 1914. (Foto via Gepko Cipa) |
| Theophil Cipa auf dem Flugplatz Butzweilerhof in Köln 1914. (Foto via Gepko Cipa) |
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