(* 04. April 1891 in Augsburg, + 29. August 1953 in Essen) war Beobachtungs- und Kampfflieger, erster deutscher Flieger im Sinai, wurde in den 20er-Jahren NSDAP-Mitglied und leitete Bücherverbrennungen.
Richard Euringer wurde am 4. April 1891 in Augsburg geboren. Sein Vater war Arzt. Von 1901 bis zum Abitur 1910 besuchte Richard Euringer das Augsburger Königlich-Humanistische Gymnasium bei St. Stephan und studierte anschließend Musik.
1913 meldete er sich freiwillig zur Fliegertruppe der Bayerischen Armee. Ausgebildet wurde er in der Fliegerschule auf dem Lechfeld bei Augsburg.
Im Ersten Weltkrieg war er von 1914 bis 1916 Flugzeugführer, zuerst an der Ypernfront, dann bis 1916 an der Westfront. Mit einem Expeditionskorps der Fliegerabteilung (FA) 300 "Pascha" wurde er an der Sinaifront eingesetzt und überflog die Sinaiwüste. Über seine Erlebnisse im Sinai, insbesondere über die Überführung Flugzeuge, verfasste er später den Erlebnisroman "Vortrupp Pascha".
1917 nahm Richard Euringer in Döberitz an Versuchsreihen mit Riesenflugzeugen teil. Nach kurzem Einsatz im U-Boot-Dienst auf Helgoland, wurde ihm 1917 die Leitung der Bayerischen Fliegerschule 4 auf dem Lechfeld übertragen, über die er später einen seiner Romane verfasste. 1918 wurde Euringer Adjutant des Kommandeurs der Flieger. Er erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse. 1918 wurde er zum Hauptmann a.D. befördert.
Nach dem Krieg setzte Euringer in München einige Semester lang sein Musik- und Kunststudium fort, brach es jedoch aus Geldmangel ab. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Holzknecht, Flößer, Arbeiter, Verlagsangestellter und Bankvolontär in Stadtlohn. Nebenbei begann er mit der Schriftstellerei.
Bereits in der 20er-Jahren wurde Euringer Mitglied der NSDAP und war Mitbegründer des Nationalverbandes deutscher Schriftsteller. Seit 1931 schrieb er als kulturpolitischer Mitarbeiter für den Völkischen Beobachter.
Hier bekannte Stationen in der Zeit des Naziregimes:
1933 wurde Euringers Buch „Deutsche Passion“ von Goebbels mit dem erstmals verliehenen Nationalpreis ausgezeichnet. Euringer wurde Direktor der Städtischen Büchereien Essen. Er beauftragte 1933 die Aussonderung und öffentliche Verbrennung von 18.000 nicht der Nazi-Ideologie entsprechenden Büchern aus den Büchereibeständen. Er feuerte die Verbrennung an mit den Worten: "Dieses Geschreibsel wird heute in Flammen aufgehen. Das ist schön, symbolisch, bildhaft." Im Oktober 1933 gehörte er zu den 88 deutschen Schriftstellern, die das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler unterschrieben hatten. 1934 wurde er Mitglied im Verwaltungsbeirat der Reichsschrifttums- und der Reichsrundfunkkammer. 1935 wurde er zum Reichskultursenator ernannt. Seit 1936 arbeitete er als freier Schriftsteller. Im Zweiten Weltkrieg fand Euringer Verwendung als Major im Jagdgeschwader Richthofen und als Generalstabsoffizier in einer kriegsgeschichtlichen Abteilung. Die so zustande gekommenen Aufzeichnungen erschienen 1941 in Leipzig unter dem Titel "Als Flieger in zwei Kriegen".
Nach dem Krieg war er wegen seiner NS-Vergangenheit zwei Jahre interniert.
Euringer starb am 29. August 1953 in Essen und wurde auf dem Kath. Friedhof in Augsburg (Hermanstraße) beigesetzt.
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