StartseiteBlogFotoalbenTagebuchSanke KartenGeschichteDatenbankPresseLinks

(* 30. Juni 1894 in Holzkirchen/Bayern, + 25. April 1917 in/zwischen Gavrelle und Bailleul/Frankreich war deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg mit insgesamt zwölf anerkannten Abschüssen.

Ein Portrait von Gastautor Rainer Absmeier.

Seit dem 5. Oktober 1914 war Sebastian Festner beim nichtfliegenden Personal (wahrscheinlich als Mechaniker) bei der Fliegerersatz-Abteilung 1 (FEA 1) in Schleißheim bei München tätig. Am 15. Januar 1915 wurde er der bayerischen Feldflieger-Abteilung 7 zugeteilt, bei der er bis zum 24. April 1916 eingesetzt wurde. Danach kehrte er zur Fliegerersatz-Abteilung 1 in Schleißheim zurück und freundete sich mit einem der Fluglehrer, Max Holtzem (war später Jagdpilot bei der Jasta 16), an und lernte von ihm das Fliegen. Holtzem sagte über Festner: " Er war gut und sehr eifrig...." und als Festner schließlich offiziellen Fluguntericht bekam, müssen sich seine Vorgesetzten gewundert haben, wie schnell er Fortschritte machte. Am 30. Juli 1916 wurde Festner zum Armee-Flug-Park 6 gesandt und wartete auf seinen Einsatz als Pilot. Schließlich kam am 05. August 1916 seine Versetzung zur bayerischen Feldflieger-Abteilung 2. Hier flog er auf Zweisitzern Aufklärungs- und kleinere Bombenflüge über der Front. Er blieb hier keinen Monat, denn aus unbekannten Gründen kam er schon am 25. August 1916 zurück zum AFP 6. Am 10. September 1916 kam Festner zur Feldfliegerabteilung 18 und nur fünfzehn Tage später zur bayerischen Feldfliegerabteilung 5. Hier muss er in den ersten beiden Monaten einen sehr guten fliegerischen Eindruck hinterlassen haben, denn schon am 10. November 1916 wurde Festner zur Jagdstaffel 11 kommandiert, die zu der Zeit von Oblt. Emil Lang geführt wurde.

Jagdstaffel 11
Angehörige der Jagdstaffel 11 (Jasta 11) in Roucourt im April 1917
Vzw. Sebastian Festner, » Lt. Karl Emil Schäfer, » Lt. Manfred von Richthofen, » Lt. Lothar von Richthofen, » Lt. Kurt Wolff  


Die Jasta 11 hatte bis dato noch keinen einzigen Abschuss und dies sollte sich auch erst am 15. Januar 1917 ändern, als Manfred Freiherr von Richthofen die Staffel als neuer Führer übernahm. Unter seiner Leitung wurden den noch unerfahrenen Piloten der Formationsflug und die acht Grundregeln Boelckes (Dikta Boelcke) im Luftkampf gelehrt und bald sollte die Jasta 11 die bekannteste Jagdstaffel an der gesamten Westfront werden. Am 5. Februar 1917 schoss Festner seinen erstes gegnerisches Flugzeug, eine britische BE2c, ab. Elf Tage späte erfolgte sein zweiter Abschuss. Bei der Schlacht bei Arras im April 1917, den von den Alliierten wegen der horrenden Verluste im nachhinein so genannten „Bloody April“, konnte Festner innerhalb von vierzehn Tagen zehn feindliche Flugzeuge abschiessen. Dabei schoss er an zwei Tagen, dem 05. und dem 13. April 1917, jeweils zwei Gegner ab. Am 05. April 1917 u.a. auch Captain Leefe Robinson von der britischen 48. Squadron, Träger des Victoria Cross, der an diesem Morgen sechs nagelneue Bristol Fighter BF2a zu einer Offensiv-Patrouille anführte und über Douai von fünf Piloten der Jasta 11 angegriffen wurde. Dabei wurden vier Brisfits abgeschossen. Die restlichen zwei Bristol Fighter schafften es gerade noch völlig durchlöchert, die britischen Linien zu erreichen.

Elfter Abschuss von Sebastian Festner bei der Jagdstaffel 11 am 14. April 1917
Nieuport 17 B1523 der 60. Squadron des Royal Flying Corps, geflogen von 2nd Lieutenant Lewis Carlton Chapman.  


Über Festners Tod am 25. April 1917 gibt es verschiedene Informationen: Die eine ist die, dass seine Albatros D.III durch Bodenbeschuss getroffen wurde. Anderen Berichten zu Folge soll ihm während des Luftkampfes, wie bei Immelmann, sein Propellerblatt gebrochen sein. Eine andere wahrscheinlichere Version besagt, dass er von einer Besatzung eines Sopwith 1 ½ Decker, geflogen von Lt. O´Brian und Lt. Dickson der 43. Squadron RFC, über Oppy abgeschossen wurde. Was immer seinen Absturz zu Wege brachte, er schlug zwischen Gavrelle und Bailleul am Boden auf und starb bei dem Aufprall. Zwei Tage zuvor, am 23. April 1917, wurde ihm als erster Flieger die Verleihung des Kreuz der Inhaber des Hohenzollern-Hausorden mit Schwertern (dieser Orden war für Unteroffiziere, Offiziere erhielten das Ritterkreuz des Hohenzollern-Hausorden mit Schwertern) genehmigt. Dieser Orden konnte ihm nicht mehr ausgehändigt werden.

Siehe auch:
» Portrait von Sebastian Festner
(Version 2 aus unserem Blog mit der Abschussliste, den Auszeichnungen und zusätzlichen Informationen von Reinhard Kastner)

Keine Kommentare | Neuer Eintrag


Sie sind hier: