(* 13. August 1891 in Freystadt / Niederschlesien, + 28. Februar 1946 in Torgau) war deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und schoss zwei gegnerische Flugzeuge ab.
Ein Portrait von Gastautor Rainer Absmeier.
Richard Flashar kam 13. August 1891 als siebtes Kind des Superintendenten Richard Flashar und seiner Ehefrau Marie, geborene Michaelis, zur Welt. Mit 12 Jahren trat er in die Hauptkadettenanstalt in Berlin-Lichtenrade ein und machte dort das beste Offiziersexamen seines Jahrganges. Danach trat Flashar in das 4. Hannoversche Infanterie-Regiment Nr. 164 ein und wurde dort im Juni 1911 zum Leutnant befördert. 1910 reifte anlässlich eines Aufenthalts auf dem Truppenübungsplatzes Döberitz und der hier befindlichen Militärfliegerstation sein Entschluss, Flugzeugführer zu werden. Erst am 1. Juli 1914 konnte er aber auf der Militärfliegerschule Berlin-Johannisthal seine Ausbildung beginnen. Nach Kriegsbeginn wurde Flashar der Feldflieger-Abteilung 33 (FFA 33) zugeteilt, mit der er am 24. September 1914 an die Westfront kam. Hier flog er auf Zweisitzern vor allem Bombenflüge und Aufklärungseinsätze. Am 23. August 1915 nahm Flashar mit seinem Beobachter an einem von allen Abteilungen der 1. Armee durchgeführten Bombenangriff auf Paris teil. Die Besatzung wehrte dabei einen Angriff feindlicher Flugzeuge ab, schaffte es aber unverletzt zurück auf dem eigenen Flugfeld zu landen. Am Morgen des 5. November 1914 war Lt. Flashar mit seinem Beobachter, Oblt. Demuth, zu einem Fernaufklärungsflug im Raum Meaux gestartet. Auf dem Rückflug wurden sie über der Front von dem Beobachter eines französischen Parasol-Hochdeckers mit einem Karabiner beschossen. Demuth riss sein Schnellladegewehr hoch und gab eine Reihe von Schüssen auf die feindliche Maschine ab. Diese stürzte kurz darauf ab und wurde drei Kilometer vom Heimatflughafen der FFA 33 gefunden. Der Motor hatte sich beim Absturz einen halben Meter in die Erde gegraben. Dies war der erste deutsche Luftsieg des Krieges.
1916 stellte Flashar seine Fronterfahrungen der Geschwaderschule Freiburg im Breisgau als Ausbilder zur Verfügung. Hier wurde das Personal für die inzwischen gebildeten „Kampfgeschwader der Obersten Heeresleitung“ (Kagohl) geschult. Am 12. September 1916 machte der inzwischen zum Oberleutnant beförderte Flashar als Fluglehrer seinen ersten Nachtflug, um den Sichtschutz der in Rottweil gelegenen Munitionsfabrik zu überprüfen. Trotz Kompassausfall und Irrflug über der neutralen Schweiz gelang ihm mit seinem Beobachter noch der Rückflug. Bald darauf wurde er wieder an die Westfront geschickt und wurde dort Führer der Kampfstaffel 8 (Kasta 8) des Kampfgeschwaders 2 (Kagohl 2). Hier flog er von Metz aus nächtliche Angriffe gegen das Industriegebiet um Nancy. Im März 1917 zog das Geschwader auf den Platz Le Châtelet in den Bereich der an der Champagne Front kämpfenden 7. Armee um. Man lebte dort in eigens hergerichteten Eisenbahnzügen, um stets verlegebereit zu sein. Auch hier wurde vorwiegend nachts geflogen.
Nach einem halben Jahr Einsatz im Nachtbombenflug verließ Flashar im Mai 1917 das Kagohl 2, um dann im Juni 1917 die Führung der verwaisten Jagdstaffel 5 (Jasta 5) zu übernehmen. Die Jasta 5 lag nahe Cambrai in Boistrancourt und flog für die 2. Armee. Am 8. Juni 1917 übernahm er das für ihn ungewohnte Kommando. Als Jagdflieger besaß er trotz seines frühen Luftsieges faktisch keinerlei Erfahrung. Doch unter seiner Führung wurden drei seiner Piloten bei der Jagdstaffel 5 sehr bekannt. Es waren » Otto Könnecke, » Josef Mai und » Fritz Rumey, später dann auch das "goldene Dreigestirn" genannt, welche die Jasta 5 zu einer der erfolgreichsten Jagdstaffeln der Fliegertruppe machen sollten. Nur ein einziges Mal sollte Flashar selbst zu einem Abschuss kommen. Am 19. September 1917 stieß die Jasta 5 gegen Mittag auf britische Flugzeuge der 3. Squadron, die sich mit der bereits veralteten Morane BB auf einem Übungsflug befanden. Der Jasta 5 wurden zwei Abschüsse zuerkannt. Einen davon erhielt Flashar zugeschrieben. Die feindliche Besatzung, 2nd Lt. C.A. Sutcliffe und 2nd Lt. T. Humble geriet dabei in Gefangenschaft.
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Richard Flashar (mit Brille) am 19. September 1917 im Staffelwagen der Jagdstaffel 5, als er die Besatzung einer von ihm abgeschossenen Morane BB der 3. Squadron abholt. 2nd Lt. C.A. Sutcliffe und 2nd Lt. T. Humble gerieten unverletzt in Gefangenschaft. (Foto: Rainer Absmeier Collection) |
Die Besatzung der anderen Morane kam dabei ums Leben. Wenngleich sich Flashar mit weiteren Abschüssen nicht bemerkbar zu machen vermochte, so überzeugte er ohne jeden Zweifel als Verbandsführer. Er führte seine Männer in der Tankschlacht von Cambrai. Zwischen dem 20. und 30. November 1917 besiegte die Staffel zehn britische Flugzeuge. Für diese Führungsarbeit wurde Flashar am 19. Februar 1918 mit dem Ritterkreuz des Hohenzollern-Hausordens ausgezeichnet und führte die Jasta 5 bis zum 18 . Mai 1918. Seine Vorgesetztenqualitäten blieben an höherer Stelle nicht unbemerkt. Die seit Mitte 1917 angelaufene Bildung von Jagdgruppenstäben verschaffte ihm im letzten Kriegshalbjahr eine neue Herausforderung. Der an der Westfront inzwischen „wie ein bunter Hund“ bekannte Flashar – so Offiziere nach dem Krieg – übernahm am 12. März 1918 zu seiner eigenen Staffel die Führung der Jagdgruppe 2 (JGr. 2). Am 12. Mai 1918 gab er dann die Führung der Jagdstaffel 5 an Lt. Wilhelm Lehmann ab, um sich auf die alleinige Führung der Jagdgruppe 2 zu konzentrieren. Bis Kriegsende folgten für ihn weitere Kommandos der Jagdgruppen 3 und 7. Er selber schoss dabei keine gegnerischen Flugzeuge mehr ab.
Nach dem Krieg blieb Flashar als Hauptmann bis zur Demobilisierung im Militärdienst und wechselte 1920 zur Polizei über. Zunächst war er Leiter der Luftüberwachungsschule in Berlin-Tempelhof. Später trat er der Bereitschaftspolizei bei. 1933 musste er dort krankheitshalber seinen Abschied nehmen und kehrte nach Berlin zurück. Danach wechselte er in die Privatwirtschaft und arbeitete unter anderem bei der Handelsgesellschaft Ost in Riga, wo er sich bei einem Unfall beide Beine brach. 1935 war er als „Abwehrbeauftragter“ im Reichskriegsministerium tätig und wechselte schließlich als Werkschutzleiter der Mansfelder Kupfer- und Messingwerke Allstedt in Thüringen in die Rüstungsindustrie.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Flashar von russischen Besatzungstruppen im Gefängnis Torgau interniert, wo er schließlich am 28. Februar 1946 den Strapazen der Kriegsgefangenschaft erlag. Ein Grab kann bisher nicht nachgewiesen werden. Vermutlich ruht er unter unbekannten in den Massengräbern Torgau oder Mühlberg/Elbe. Flashar hatte zwei Söhne und eine Tochter. Der jüngere Sohn fiel 1942 an der Ostfront.
Einheiten:
Feldflieger-Abteilung 33 (FFA 33)
Kampfstaffel 8 (Kasta 8) des Kampfgeschwaders 2 (Kagohl 2)
Jagdstaffel 5 (Jasta 5)
Jagdgruppe 2 (JGr. 2)
Jagdgruppe 3 (JGr. 3)
Jagdgruppe 7 (JGr. 7)
Persönliches Kennzeichen:
Roter Drache auf Rumpf seiner Albtros D.V
Eiserne Faust auf Rumpf seiner Albatros D.Va
Buchstabe "F" auf Rumpf seiner Fokker D.VII
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