(* 27.07.1894 Braamfontain, Transvaal, Südafrika + 29.07.1940) war deutscher Flieger im Ersten, sowie im Zweiten Weltkrieg und wurde 1940 im Luftkampf abgeschossen.
Georg Genth, der Vater von Alolf Georg Edgar Genth und seine Mutter Julie Genth geb. Kuhn hatten Deutschland verlassen um in Südafrika eine Farm mit schnellwachsenden tropischen Hölzern zu betreiben. Die Farm "Frankenwald" war sehr erfolgreich, bis Anfang des 20. Jahrhunderts der Burenkrieg in Südafrika von den Engländern siegreich beendet wurde - ein Grund für die Familie das Land wieder zu verlassen und im Jahr 1902 nach Deutschland zurück zu gehen.
Adolf Genth wurde 1905 (mit nur 11 Jahren) in das Kadettenkorps Oranienstein gebracht um Soldat zu werden. Am 10.08.1914 wurde er zum Leutnant im 4. Magdeburger Infantrie Regiment Nr. 67 ernannt und kam wenig später an die Front, wo er dreimal verwundet wurde. Einer seiner Brüder fiel 1914 bei Verdun.
Nach seiner dritten Verwundung, wurde er zur Ausbildung zum Beobachtungsoffizier bei der FEA 9 (Flieger-Ersatz-Abteilung) in Darmstadt abkommandiert. Der linke Arm und der linke Fuß waren nur noch eingeschränkt belastbar (er hatte im Kampf einen Treffer durch ein Gewehrschuss erhalten). In Darmstadt wurden ihm erste Kenntnisse über den Umgang mit der Luftbildkammer und der Navigation vermittelt.
Die nächste Station war die Fea 6 (Grossenhain), hier erhielt er eine weitere Ausbildung zum Kampfbeobachter und trainierte die Bekämpfung feindlicher Flieger im Luftkampf. Vom 10. Oktober 1916 bis zum 19. Dezember 1916 wurde Adolf Genth beim Halbgeschwader I eingesetzt. Dieses Halbgeschwader bestand aus Einheiten der Kampfstaffeln 1, 4 und 6. In dieser Staffel waren bereits viele Kameraden der späteren Staffel 13 des KAGOHL III (Kampfgeschwader der obersten Heeresleitung) vorhanden, u.a. sein späterer Pilot Lt. Radke.
Genth & Radke
Am 20. Dezember 1916 wurde Adolf Genth zur Seefliegerstation nach Borkum versetzt, um hier die notwendigen Kenntnisse zur Navigation über dem Meer vermittelt zu bekommen.
Ab 1917 flog Genth die Gotha G.IV 406/16 mit der persönlichen Kennung "RG" (für die Namen der Besatzung Radke (Pilot) und Genth (Kommandant / Beobachter / Bordschütze und Navigator). Der dritte Mann an Bord (zeitweise war es der Heckschütze - Vizefeldwebel Gaede) wird nicht in der Kennung genannt.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde Adolf Genth im Januar 1919 als Demobilisierungs-Offizier auf den Flugplatz Fürstenwalde versetzt und überwachte dort die Vernichtung des Deutschen Fluggerätes, wie es im Versailler Vertrag festgelegt worden war. Am 19. Juni 1919 folgte die Versetzung zur Artilleriefliegerstaffel 120 nach Lyck (Ostpreussen), die im Auftrag des Grenzschutz Ost die Deutsche Ostgrenze sichern sollte, er blieb dort nur für kurze Zeit und wurde ab 2. August 1919 wieder als Demobilisierungs-Offizier auf dem Fliegerhorst Neuruppin eingesetzt. Am 5. Juli 1920 wurde er aus dem Militärdienst verabschiedet.
Ab 1920 übernahm er mehrere leitende Tätigkeiten in wechselnden Firmen (u.a. in Saloniki / Griechenland) und gründet schliesslich eine eigene Textilfirma in Naumburg.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er wieder Soldat. Mit Wirkung vom 1. August 1934 trat er in die neue Deutsche Luftwaffe ein und machte dort zunächst eine Ausbildung zum Flugzeugführer, die mit dem Erhalt des A-Scheines im Jahre 1936 endete. Vom 1. November 1935 bis zum 31. Juni 1936 folgte eine Ausbildung zum Generalstabsoffizier an der Luftkriegsakademie in Berlin-Gatow.
Am 10. Januar 1940 hatte Adolf Genth als Chef des IV Fliegerkorps und zwei weitere Offiziere den Auftrag, geheime Angriffspläne nach Köln zu bringen. Eine Messerschmitt Me 108 flog vom Flugplatz Münster-Loddenheide. Die Besatzungsmitglieder verloren bei schlechtem Wetter die Orientierung und mussten wegen Spritmangel in der Nähe des belgischen Ortes Vucht notlanden. Sie wussten zunächst nicht, das sie weit vom Kurs abgekommen waren, merkten aber bald was geschehen war und versuchten die Dokumente noch zu vernichten, was ihnen aber nicht gelang. Adolf Genth wurde als Chef des Stabes des IV Flieger Korps für den missglückten Flug verantwortlich gemacht und bekam ein Frontkommando "zur Bewährung". In seiner Dienstlaufbahn-Akte ist vermerkt: 6.6.40 Kdr I/KG 76 sowie 19.7.40 Kdr III/KG 76 d. h., er war lediglich nur 10 Tage Kommandeur der III / KG 76. Am 29.07.1940 wurde Adolf Genth durch einen Kopfschuss des RAF Piloten Patrick Wood Scawen im Luftkampf getötet. Seine Do 17 kam noch zurück. Die restliche Besatzung u. a. Ofw. Riebl (Pilot) kam nur wenige Wochen später ebenfalls bei einem Luftkampf mit englischen Jagdfliegern ums Leben. Genth wurde in Naumburg bestattet.
» Fotoalbum von Adolf Genth
| Datum | Ereignis |
| 27.07.1894 | Geburt von Alolf Georg Edgar Genth (Vater Georg Genth, Mutter Julie Genth geb. Kuhn) in Bloemfontain, Johannisburg |
| Deutsche Schule in Johannisburg und Klosterschule Dönndorf bei Rossleben | |
| 10.04.1913 | von der Kadettenanstalt Oranienstein nach Groß-Lichterfelde versetzt |
| 10.08.1914 | zum Leutnant ernannt und in das I.R. 67 eingetreten |
| 18.08.1914 | als Leutnant u. Komp.Offz. mit I.R. 4/27 ins Feld |
| 01.09.1914 | durch Gewehschuss wurde die li. Mittelhand verwundet |
| 03.09.1914 bis 11.09.1914 | Festungslazarett Termines, Metz |
| 12.09.1914 bis 13.10.1914 | Garnisions-Lazarett Bad Kösen |
| 13.10.1914 | zum Ersatz-Btl. Münster |
| 10.11.1914 | Verleihung des EK II |
| 30.11.1914 bis 19.12.1914 | als Komp. Offz. bei I.R. 67 im Feld zur Truppe ins Feld |
| 19.12.1914 | durch Schuss in die linke Wade verwundet |
| 20.12.1914 bis 26.12.1914 | Offiz.Laz. Den. (?) |
| 27.12.1914 | Res.Laz. Kösen |
| 16.02.1915 | zum Ersatz-Btl. Salzuflen |
| 23.03.1915 | als Komp. Offz. bei I.R. 67 im Feld |
| 22.04.1915 bis 01.05.1915 | zur Truppe ins Feld zurück Komp.Offz. 2/67 |
| 01.05.1915 | durch Schuss in den linken Oberarm verwundet |
| 02.05.1915 bis 30.05.1915 | Feldlazarett Sesne (?) |
| 01.06.1915 bis 03.07.1915 | Offz.Laz Prinz Friedr. Karl Palais, Karlsruhe |
| 04.07.1915 | zum i. Ers. Batt. I.R. 67 |
| 08.07.1915 | zum Ersatz-Btl. Salzuflen |
| 23.07.1915 bis 04.09.1915 | Oberarm gebrochen, Vereinslaz. Salzuflen |
| 16.09.1915 bis 01.10.1915 | zur Wiederherstellung seiner Gesundheit beurlaubt |
| 12.11.1915 | zum Lehrkursus für Offz.Asp.Rgt.des XVI. A. K. Sennelager als Lehrer kommandiert |
| 09.12.1915 | Komp. Offz. beim Ers.-Btl. Salzuflen |
| 19.07.1916 | zur Ausbildung als Beobachter zur Flieger-Ersatz Abteilung 9 Darmstadt versetzt |
| 27.07.1916 | gem. Idflieg Ivd. B.ttr. 14944 vom 01.09.1916 zum Beob. Kursus FEA 9 versetzt |
| 03.09.1916 | gem. Kodefa (?) 3/147976 vom 01.09.1916 zum Beob. Kursus FEA 6 in Großenhain versetzt |
| 10.10.1916 | zur Kampfstaffel 1 O.H.L Halbgeschwader 1 versetzt |
| 20.12.1916 | zur Seeflieger-Abteilung Seeflugstation Borkum kommandiert |
| 04.01.1917 | Verleihung des Beob. Abz. |
| 01.02.1917 | Beobachter beim Bogohl III O.H.L. |
| 08.07.1917 | Verleihung des EK I |
| 27.10.1917 | gem. Kogenluft 112361 Fl. III den Ehrenbecher d. Sieger im Luftkampf erhalten |
| 23.02.1918 | gem. Verfg. Kogenluft 117… Fl. III Abschuss eines engl. Kampfeinsitzers als 2. siegreicher Luftkampf 28./29.01.1918 Ramsgate |
| 23.03.1918 | Andrieq (?) |
| 12.04.1918 | St. Omer |
| 20.04.1918 | Poperinghe (?) |
| 24.04.1918 | Poperinghe (?) |
| 14.05.1918 | Fumes Gefecht |
| 19.05.1918 | London |
| 21.05.1918 | Aberville |
| 27.05.1918 | Aberville |
| 29.05.1918 | St. Pol |
| 30.05.1918 | St. Omer |
| 05.06.1918 | Coudekerque (?) |
| 06.06.1918 | Coudekerque (?) |
| 07.06.1918 | Adjutant des Bogohl III. O.H.L. |
| 13.06.1918 | Nachtflugjagd |
| 16./17.06.1918 | Nachtflugjagd |
| 19.06.1918 | Abzeichen für Verwundete in metallweiß erhalten |
| 24./25.06.1918 | Nachtflugjagd |
| 29./30.06.1918 | Nachtflugjagd |
| 30./31.06.1918 | Nachtflugjagd |
| 01./02.07 1918 | Nachtflugjagd |
| 04./05.07 1918 | Nachtflugjagd |
| 12.07.1918 | Ritterkreuz d. kgl. Hausordens v. Hohenzollern mit Schwertern erhalten |
| 15./16.07.1918 | Nachtflugjagd |
| 19./20.07.1918 | Schlachtflug |
| 24./25.07.1918 | Nachtflugjagd |
| 25.07.1918 | gem. Verfg. Kogenluft 127677 vom 25.07.1918 der Abschuss einer Handley Page am 30.06-01.07.1918 als 3. siegreicher Luftkampf |
| 25./26.07.1918 | Nachtflugjagd |
| 31.07.1918 | Nachtflugjagd |
| 10./11.08.1918 | Nachtflugjagd |
| 13./14.08.1918 | Nachtflugjagd |
| 14./15.08.1918 | Nachtflugjagd |
| 15./16.08.1918 | Nachtflugjagd |
| 22./23.08.1918 | St. Pol |
| 24./25.08.1918 | Roeblcourt (?) |
| 16.09.1918 | Calais |
| 21.09.1918 | Bergues (?) |
| 23.09.1918 | Marquise-Auduique (?) |
| 28.09.1918 | Schlachtflug Ypern und Umgebung |
| 28.10.1918 | westl. Deinze (?) |
| 29.10.1918 | Flugplatz Bissingham |
| 30.10.1918 | Flugplatz Bissingham |
| 01.11.1918 | Thielt |
| xx.01.1919 | Adjutant u. Demob.-Off. beim Fliegerhorst Fürstenwalde |
| 19.06.1919 | Beobachter bei Artilleriefliegerstaffel 120 in Lyck (Grenzschutz Ost) |
| 02.08.1919 | Demoboffizier beim Fliegerkorps Neuruppin |
| 01./02.09.1918 | Lillers |
| 06.09.1919 | zum I.R. 67 lt. Verf. der Inspektion der Fliegertruppen Abt, II a B Nr. 28/9.19 zurückversetzt |
| 05.07.1920 | It. Personalveränderungen des Abwicklungsamtes XVI A. K. II a Nr. 3507 mit dem Charakter als Oberleutnant u. der Erlaubnis zum Tragen der Regimentsuniform verabschiedet |
Mit freundlicher Genehmigung von Thomas Genth (Urenkel) Dezember 2008
» www.thomasgenth.de
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