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(* 13. Dezember 1894 in Pozsony / Ungarn [heute: Bratislava, Slowakei], + 20. Januar 1965 in Detroit / USA) war Jagdflieger bei der österreichisch-ungarischen k.u.k. Luftfahrtruppe und schoss fünf gegnerische Flugzeuge ab.

Ein Portrait von Gastautor Rainer Absmeier.

Friedrich Hefty wurde am 13. Dezember 1894 als Sohn eines Grafen in Pozsony (Pressburg, heute Bratislava) im damaligen Ungarn und heutigen Slowakei geboren. Von seinem Grafentitel machte er selber keinen Gebrauch. Nachdem er vor dem Krieg Louis Blériot bei einer Flugschau sah, meldete sich Hefty nach Beginn des Krieges 1914 freiwillig zu den k.u.k. Luftfahrtruppen. Nach erfolgreicher Ausbildung als Feldpilot wurde er im Mai 1915 der Fliegerkompanie 12 zugeteilt, wo er auf Lohner-, Albatros-, und später Hansa-Brandenburg-Typen Aufklärungs- und Bombenflüge flog. Bei einem dieser Flüge wurden er und sein Beobachter am 07. Oktober 1915 von der gegnerischen Flugabwehr verwundet, doch gelang Hefty die Rückkehr zu den eigenen Linien. Im Dezember 1915 wurde er mit Typhus im Hospital behandelt. Im Herbst 1916 war er Einflieger (Testpilot) für neue Flugzeugtypen beim Fliegerarsenal in Wien-Aspern und kam dann zurück zur Fliegerkompanie 12 (Flik 12). Eine erneute Erkrankung hinderte ihn daran zu einer Jagdfliegerkompanie (Flik 41J) zu kommen, stattdessen wurde er im April 1917 zur Fliegerkompanie 44F (Flik 44F - Fernaufklärer) an die rumänische Front geschickt. Hier schoss am 23. August 1917 mit seinem Beobachter Lt. Prinzen auf einer Hansa-Brandenburg einen Farman-Doppeldecker ab. Im Oktober 1917 wurde Hefty schließlich zur Fliegerkompanie 42J (Flik 41J) kommandiert und durfte nun Jagdeinsitzer fliegen.


Die Fliegerkompanie 42J (Flik 42J) war nach seiner Aufstellung bis Kriegsende an der » Isonzo-Front im Einsatz und der Pilotenstamm bestand vor allem aus ungarischen Piloten. Hier flog Hefty nun mit Stabsfeldwebel Johann Risztics und Zugführer Ferdinand Udvardy Einsätze am Caporetto. Nachdem alle drei die Goldene Tapferkeitsmedaille erhielten, wurden sie als das "Goldene Triumvirat" bekannt. Sie hatten dann auch aufeinander folgende Ziffern zur Identifizierung an ihren Maschinen, Hefty die "6", Udvardy die "7" und Risztics die "8". Als Jagdpilot schoss Hefty und Zugführer Paul Jelinek am 27. Oktober 1917 auf einem Aviatik D.I Berg-Einsitzer ein gegnerisches Flugzeug ab. Im April 1918 erhielt Hefty eine Albatros D.III (Oef) 153.169. Mit dieser Maschine schoss er am 17. April 1918 eine Sopwith Camel ab. Am 16. und 17. Juni 1918 wurden ihm je ein Abschuss über eine Nieuport und einen Caproni-Bomber nicht bestätigt. Am 20. Juni 1918 meldete Hefty drei Abschüsse an einem Tag. Zunächst schoss er aus einem sechsköpfigen gegnerischen Bomberverband zwei Gegner ab und danach eine Hanriot HD1 am Montello. An diesem Tag gelang es ihm, seine durchlöcherte Maschine auf seinem Heimatflugfeld in Pianzano zu landen. Für diese Aktion bekam er eine von insgesamt drei Goldenen Tapferkeitsmedaillen verliehen. Zwei Tage später schoss Hefty eine Nieuport ab, dieser Abschuss wurde jedoch nicht bestätigt. Am 22. August 1918 wurde Hefty berühmt, als ihm der erste erfolgreiche Fallschirmabsprung eines k.u.k.-Fliegers gelang.

Friedrich Hefty berichtet über seinen Fallschirmabsprung am 22. August 1918:

„Wir flogen im Staffel zu dritt mit gedrosseltem Motor in einer Höhe von 4.800 Metern längs der Piave. Gerade als ich damit beschäftigt war, die Gurte des Fallschirmes über die Brust zu schnallen, hörte ich hinter mir MG-Feuer, worauf ich sofort Vollgas gab. Im nächsten Moment aber schon staubte es im Flugzeug auf, die Spritzwand zersplitterte und aus dem Benzintank schoss eine Flamme heraus. Mir war sofort klar, dass sich nun nichts anderes mehr machen ließe, als mit dem Fallschirm abzuspringen. Ich fixierte den Knüppel der Steuerung für Horizontalflug, riss die Schnalle des Gürtels, mit dem ich festgebunden war, auf, stieg auf den Sitz hinaus, wobei ich mich mit beiden Händen an der oberen Tragfläche halb emporzog, und sprang mit dem Kopf voran auf der linken Seite des Flugzeuges hinaus. Es war höchste Zeit, denn schon züngelten die Flammen bis zu mir hin und die Hitze drohte mir die Sinne zu nehmen. Nach dem Absprung verlor ich zunächst das Bewusstsein, kam aber rasch wieder zu mir, als ich einen starken Knall vernahm und gleichzeitig einen ruckartigen heftigen Riss an der Brust verspürte. Ich blickte nach oben und konnte zu meiner Freude feststellen, dass der Fallschirm sich geöffnet hatte. Er drehte sich ziemlich rasch und pendelte auch sehr stark…..bekam auch mein Flugzeug zu Gesicht, das brennend in Spiralen niederging und schließlich noch in der Luft mit einem lauten Knall explodierte. Das Gefühl der Sicherheit, das mich während des Abstiegs überkommen hatte, sollte nicht lange währen. In etwa 3.000 m Höhe erblicke ich ganz nahe einen feindlichen Sopwithflieger, der… sofort eine ganze Phosphorserie auf mich losließ….“  


Friedrich Hefty hatte Glück, es war das erste Mal, dass er einen Fallschirm zu einem Einsatz mitnahm, nachdem es vorher von höherer Stelle befohlen wurde. Er flog danach noch bis Kriegsende bei der Fliegerkompanie 42J (Flik 42J), schoss aber kein gegnerisches Flugzeug ab. In 191 Flugeinsätzen, davon 95 bei der Fliegerkompanie 42J (Flik 42J) - viele auf Albatros D.III (Oef) 153.169 – wurden Hefty fünf bestätigte Abschüsse zugeschrieben. Zu seinen drei Goldenen Tapferkeitsmedaillen bekam er zwei mal die Silbermedaille 1. und 2. Klasse verliehen.

Nach dem Ersten Weltkrieg flog Hefty mit den Ungarn gegen die rumänischen, serbischen und tschechischen Kräfte und wurde dabei gefangen genommen. Später flog er mit der Ungarischen Luftwaffe. Hier erhielt er den neuen Vitez-Orden. In den nächsten zwanzig Jahren blieb er der Fliegerei treu. Er flog für die Malert Airline, danach für Air France und gründete seinen eigenen Flug- und Gleiterclub. Im Zweiten Weltkrieg diente Hefty bis zu seiner Gefangennahme durch alliierte Truppen als Leutnant in der Nachrichtenabteilung der Ungarischen Luftwaffe. Nach dem Krieg emigrierte er in die USA, weil er in Ungarn mit dem kommunistischen Regime nicht einverstanden war. In den USA ließ er sich in Detroit nieder, wo er am 20. Januar 1965 starb.

Siehe auch:
» K.u.K. Flieger im Ersten Weltkrieg

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