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(* 26. Januar 1896 in Pressburg (Pozsony) / Ungarn [heute: Bratislava, Slowakei], + 24. Mai 1918 in San Donato / Italien) war der bekannteste Jagdflieger der österreichisch-ungarischen k.u.k. Luftfahrtruppe und schoss 19 gegnerische Flugzeuge ab.

Ein Portrait von Gastautor Rainer Absmeier.

Josef Kiss wurde am 26. Januar 1896 als Sohn eines Gärtners, der in der Kadettenschule in Pressburg arbeitete, geboren. Bei Beginn des Ersten Weltkrieges meldete sich Kiss ohne schulischen Abschluss freiwillig zur Armee. Sein einziger Wunsch war es, durch eine Feldbeförderung, Leutnant zu werden, denn ohne die nötigen Voraussetzungen eines Abschlusses, konnte er keine Offizierslaufbahn antreten. Mit dem Infanterieregiment Nr. 72 kam Kiss an die russische Front und wurde dort zu Ende des Jahres verwundet. Nach seiner Genesung ließ er sich zu den Fliegertruppen versetzen, kam zunächst im April 1916 zur Fliegerkompanie 24 nach Südtirol und flog dort Aufklärungseinsätze.

Am 20. Juni 1916 zwang er mit seinem Beobachter Lt. Kenzian einen Farman zur Landung. Am 25. August 1916 schoss er über über seinem Heimatflugfeld in Pergine einen großen Caproni-Bomber ab. Abschuss Nummer drei folgte am 17. September 1916, wieder ein Caproni-Bomber. Im Jahr 1917 erhielt die Fliegerkompanie 24 (Flik 24) als Schutz für die Aufklärer mehrere Einsitzer vom Typ Brandenburg D.I. Mit diesen Flugzeugen konnte Kiss seine Abschusszahl erhöhen und zeigte seine Befähigung für Jagdfliegereinsätze. Insgesamt flog Kiss bei der Fliegerkompanie 112 Einsätze und erhielt hierfür drei silberne und zwei goldene Tapferkeitsmedaillen.

Josef Kiss nach dem Abschuss eines italienischen Fliegers im Frühjahr/Sommer 1917. Sein Berg D.I 28.37 Flugzeug ist teilweise abgebildet. Der italienische Pilot (mit dunklem Haar) ist bisher unbekannt. 


Nebenbei konnte Kiss seine Abschusszahl auf sieben erhöhen. Am 14. September 1917 wurde er auf einer Kamerabestückten Hansa-Brandenburg KD abgeschossen und überlebte einen Absturz. Im November 1917 wurde er dann zur Fliegerkompanie 55J (Flik 55J) kommandiert, die ebenfalls auf dem Flugfeld Pergine stationiert und eine reine Jagdfliegereinheit war. Hier flog er Einsätze über der Front zusammen mit Julius Arigi oder dem Kommandanten Hptm. Josef von Maier.

Bei der Fliegerkompanie 55J erhöhte Kiss seine Abschusszahl bis Ende Januar auf 19 und erhielt je eine weitere silberne und goldene Tapferkeitsmedaille. Am 27. Januar 1918 wurde Kiss im Luftkampf schwer am Bauch verwundet. Im Hospital drängte Julius Arigi den Arzt ihn zu behandeln, obwohl dieser gerade in Mittagspause war. Bei der anschließenden Operation entfernte ihm der Arzt einen Teil des Darms und rettete ihm das Leben. Nach seiner Genesung, kehrte nach zwei Monaten wieder an die Front zurück, obwohl im das von offizieller Seite verboten worden war.

Am 24. Mai 1918 stieg Josef Kiss in eine Phönix D.IIa mit zwei weiteren Kameraden zu einem Frontflug auf. Sie gerieten in einen Luftkampf mit der britischen 66. Squadron, bei dem der noch körperlich schwache Kiss, tödlich getroffen wurde. Sein Gegner war wahrscheinlich 2nd Lieutenant G.A. Birks von der 66. Squadron RAF. 24 Stunden später wurde Kiss als einziger Unteroffizierspilot posthum zum Leutnant befördert. Bei den Briten sprach sich der Tod von Kiss schnell herum. Am Tag seiner Beerdigung wurde ein Kranz von einem RAF-Flugzeug auf dem Flugfeld Pergine abgeworfen.

Enrica Bonecker, die damalige Freundin von Josef Kiss, lebte in der Nähe des Flugfeldes Pergine. Sie hat nach dem Verlust ihres Freundes, nie mehr geheiratet und es wird erzählt, dass sie die nächsten 52 Jahre ihres Lebens, täglich sein Grab besucht hat.

Siehe auch:
» K.u.K. Flieger im Ersten Weltkrieg

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