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(* 14. April 1883 in Herford/Westf.,+ 1948 in der Schweiz) war Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und wurde 1918 mit dem höchsten Orden "Pour le Mérite" ausgezeichnet. Insgesamt hat er 39 Abschüsse feindlicher Flieger zu verantworten.


Karl Menckhoff wurde am 14. April 1883 in Herford als Sohn des Fabrikbesitzers geboren und nach dem Gymnasium Kaufmann geworden. Im Jahre 1903 sollte er einjährig dienen, wurde aber nach sechswöchentlicher Beobachtung im Lazarett wegen Blinddarmreizungen entlassen.

Er wurde erst wieder Soldat, als 1914 der Krieg begann und zog unausgebildet mit dem Infanterie-Regiment Nr. 106 in Leipzig ins Feld. Gleich in den ersten Tagen wurde er mit dem Eisernen Kreuz II Klasse dekoriert. Nach der Marneschlacht kam sein Regiment nach Flandern. Hier bekam Menckhoff bei den verlustreichen Kämpfen für einen Patrouillengang in französischer Uniform hinter der feindlichen Front das Eiserne Kreuz I. Klasse und kam im Dezember 1914 krank und verwundet aus den flandrischen Sümpfen kommend, in die Heimat. Er brachte Bilder und Eindrücke mit aus Situationen, wie sie nur ein Mensch mit seiner Beobachtungsschärfe in sich aufzunehmen vermag. Alles zog ihn wieder hin an die Front, um sich, wie er damals schon immer sagte, den » Pour le Mérite zu holen. Seine Krankheit hielt ihn aber länger in der Heimat fest, als er dachte.

Um als garnisonsdienstfähiger Rekonvaleszent nicht untätig herumzusitzen, meldete sich Menckhoff am 1. Februar 1915 zur Ausbildung zu den Fliegern. Die Versetzung gelang und seit März 1915 war Hannover seine neue Garnison. Seine Fronttätigkeit als Flieger begann im Osten bei einer Feldflieger-Abteilung. Zu seiner weiteren Ausbildung erhielt Menckhoff im Herbst 1916 ein Kommando zur Kampffliegerschule nach Warschau. Von hier ging sein Weg zur Jagdstaffel 3, die damals in Flandern lag. In der Zwischenzeit übte Menckhoff noch in der Jagdstaffelschule in Valenciennes und konnte dann bei seiner Staffel am 5. April 1917 über Athies seinen ersten Gegner abschießen. Hier erwarb er sich als an Jahren ältester deutscher Kampfflieger der Armee mühsam den "Hohenzollern" und damit endlich das Offizierspatent und schließlich am 23. April 1918 den » Pour le Mérite.

Fokker D.VII von Leutnant Karl Menckhoff

Fokker D.VII von Karl Menckhoff bei der Jasta 72 in Bergnecourt [Juli 1918]

Als Sieger in 20 Luftkämpfen erhielt Menckhoff 1918 die Führung der Jagdstaffel 72. Der Flugbetrieb in dieser Jagdstaffel war äußerst rege. Für Menckhoff, der unumstritten Meister im Fluge war, hatte der Luftkampf besondere Reize. Besonders die Infanterie in den Schützengräben und deren Schutz lag ihm ungeheuer am Herzen. Als aus dieser Truppe hervorgegangen, kannte er sie und ihre Nöte am besten. Menckhoff sah in jedem Soldaten im Schützengraben einen Helden, dem er nur dann ebenbürtig sein wollte, wenn er sich für ihn einsetzen und ihn schützen konnte. Der Abschuß als solcher hatte für ihn immer einen bitteren Beigeschmack. Nach Luftsiegen kam er häufig erschüttert vom Fluge zurück. Einmal als er ganz verwirrt aus dem Flugzeuge heraus über den Platz lief, schrie er inständig: "Schrecklich die armen Teufel brennen noch!" Bei ca. 60 Luftsiegen seiner Staffel in der Zeit vom Februar bis August 1918 verlor er nur einen einzigen seiner Kameraden, der sich leichtsinnigerweise "selbständig" gemacht hatte. Im Heeresbericht wurde am 28. Juli 1918 vermerkt: "Der Fliegerleutnant Menckhoff ist von einem Fluge hinter den feindlichen Linien am 25. Juli nicht mehr zurückgekehrt".

Nachforschungen ergaben schon am nächsten Tag, dass Menckhoff, der einen Ballon angreifen wollte, hinter den französischen Linien nach einem Luftkampf gegen Schwärme von feindlichen Fliegern in der Nähe von Chateau Thierry eine „Waldlandung“ gemacht hätte. Dieser Luftkampf mit anschließender Notlandung war vom Fesselballon aus mit allen seinen Phasen beobachtet worden: zwei feindliche Flugzeuge stürzten infolge Zusammenstoß ab, drei weitere wurden durch Abschuß erledigt. Beim Angriff aus sein viertes Opfer wurde Menckhoff in seinem an der ganzen Front bekannten „M-Flugzeug“ dann selbst abgeschossen. Er hatte Schüsse von einem ihn verfolgenden Flugzeuge von hinten in den Motor bekommen, die ihn außer Gefecht setzten. Diese Schilderung ging aus einem Bericht der "Nieuwe Rotterdamsche Courant" vom 30. Juli 1918 hervor, der weiter berichtet: "Der amerikanische Flieger Walter Avery hat den deutschen Matador Menckhoff , Sieger in 44 Luftgefechten, überwunden. Menckhoff blieb unverwundet und war sprachlos, als er hörte, daß er von einem Amerikaner getroffen war, der einen französischen Spad flog. Der abgeschossene Flieger Menckhoff war es gewesen, der den französischen Matador Georges Guynemer überwunden hat."

Menckhoff kam in französische Gefangenschaft in das Lager Montoire bei Orleans, wo vorwiegend Flieger untergebracht waren, darunter auch Hauptmann » Hermann Köhl. Am 23. August entfloh Menckhoff aus diesem Lager und kam am 2. September 1918 wieder in der Heimat an. Bei seiner abenteuerlichen Flucht bediente er sich unter anderem des Autos seiner Verfolger, die dieses am Waldrande unbewacht stehen ließen, als sie den Wald nach ihm durchsuchten und fuhr damit 50 km bis zur nächsten Bahnstation und von da aus über die Schweiz nach Deutschland. Er stellte sich sofort wieder zur Verfügung und es gelang ihm noch, weitere drei Abschüsse zu erzielen.

Vielfach waren Nachtflieger Opfer von Menckhoffs Staffel, die den Frontabschnitt, den die Jagdstaffel 72 betreute, nur ungern beflogen. Ein lebend abgeschossener Franzose, ins Fliegerlager gebracht, sagte buchstäblich aus, dass er schon beim Abflug gewußt hätte, dass sein Auftrag sehr schwer gewesen wäre und dass er nur dann zurückkehren würde, wenn er Glück hätte. Das Glück war ihm nicht hold, die Jasta 72 hatte ihn abgeschossen und kampfunfähig gemacht.

Nach dem Krieg schied Menckhoff aus dem Heer aus und kehrte in seinen alten Beruf als Kaufmann zurück. Er wurde später Mitinhaber eines der größten Industrieunternehmens der Nordschweiz und lebte bis zu seinem Tod 1948 in Basel.

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