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(* 04. Juli 1882 in Weissenwarthe, + 02. Juni 1962 in Caracas/Venezuela) einer der wenigen Aufklärungsflieger, die den Orden Pour le Mérite erhielten.


Friedrich Nielebock wurde am 4. Juli 1892 in Weißenwarthe/Landkreis Stendal/Region Altmark/Sachsen-Anhalt geboren. Seine Eltern waren Johann Christoph Nielebock und Marie Dorothee Nielebock geb. Steller.

Nach Besuch des Gymnasiums in Stendal und Absolvierung des Realgymnasiums in Perleberg diente Friedrich Nielebock als Einjährig-Freiwilliger beim Fußartillerie-Regiment „Encke“, Magdeburgisches Nr. 4 und erwarb hier die Qualifikation zum Reserve-Offizier. Dem selben Regiment hatte sein Vater angehört und kämpfte gegen Dänemark bei den Düppeler Schanzen. In Folge beruflicher Inanspruchnahme konnte Friedrich Nielebock nicht bei demselben Regiment Reserveoffizier werden, was sein Vater gewünscht hätte.

Bei Beginn des Krieges, Friedrich Nielebock war Leiter einer Brauerei in Rendsburg, rückte er mit dem Reserve-Fußartillerie-Regiment Nr. 20, Bahrenfeld, an die Westfront. Nach anfänglichen Kämpfen im Norden Frankreichs zog seine Batterie bei der Frontverlängerung nach Norden. Hier begann für den damaligen Offizierstellvertreter Friedrich Nielebock sein vierjähriger Einsatz bis Kriegsende in den umkämpften Gebieten von Ypern, Kemmel und Wytschaete. Im Frühjahr 1915 wurde er bei der Fußartillerie, Batterie 506, zum Leutnant der Landwehr befördert.

Seine Haupttätigkeit bestand im Dienst als Beobachter auf den südlichen Höhen von Ypern. Im Frühjahr 1915, als das Schwergewicht der Kämpfe nach Osten gegen Russland verlegt wurde, verlor der Dienst als Beobachter im Stellungskrieg an der Westfront Nielebocks Interesse. Dazu trugen noch die damalige Munitionssperre und das schwer übersichtliche Gelände Flanderns mit Hecken und Waldstücken bei. Auf seinen Wunsch wurde er daher zur Feldluftschiffer-Abteilung 29 kommandiert und flog das für die Fußartillerie wichtige Beobachtungsmittel Fesselballon. Im Herbst 1916, als sich das Abschießen von Ballons durch Engländer und Belgier immer gefährlicher wurde, suchte er eine andere Verwendung.

Im Oktober 1916 wurde Nielebock zur Fliegerwaffe eingeteilt. Eine 14-tägige Ausbildung im Flugpark Gent und Tergnier genügte, um bei der neuformierten Fliegerabteilung A 250 seine Tätigkeit als Artillerie-Beobachter nun nicht nur vor Ypern, sondern auch über diesen Schlüsselpunkt der Flandernschlacht hinaus fortzusetzen. Diverse Batterien und Munitionslager wurden durch seine Feuerleitung zusammen mit seinem Flugzeugführer, Leutnant Schulze, zerstört. Sein Flugzeug wurde mehrfach stark beschädigt und musste wiederholt notlanden. Am 24. Januar 1918 wurde er im Luftkampf verwundet, drei Wochen später meldete er sich als dienstfähig bei seiner Abteilung zurück. Am 2. Juni 1918 erhielt Leutnant Nielebock den Orden » Pour le Mérite.

Nach dem Krieg wanderte Friedrich Nielebock nach Caracas/Venezuela aus und betrieb dort erfolgreich eine Bierbrauerei. In Venezuela befreundete er sich mit dem zum » Pour le Mérite vorgeschlagenen und ebenfalls nach Venezuela ausgewanderten ehemaligen Flieger Leutnant a.D. » Karl Odebrett, der hier als leitender Direktor die Compania Navegacion de Carenero eine Eisenbahn- und Schifffahrtslinie leitete. Friedrich Nielebock, der sich später auch auch als Goldsucher betätigte, starb verarmt am 2. Juni 1962 in Caracas/Venezuela.

Über die Tätigkeit im Zweiten Weltkrieg liegen www.Flieger-Album.de keine weiteren Erkenntnisse vor. Weitere Einzelheiten können im Forum per eMail bekannt gegeben werden.

Christian Nielebrock der Urenkel von Friedrich Nielebock, schreibt in „» The Aerodrome“:

1) am 13. Februar 2001:

Hallo!
Mein Urgroßvater Friedrich Nielebock ist kurz nach dem Krieg nach Venezuela gegangen, hat dort dann in einer Brauerei gearbeitet, sich kurzzeitig als Goldsucher versucht und ist relativ arm am 02.06.1962 in Caracas / Venezuela verstorben.
Gruß C. Nielebock

2) am 19. August 2005:

Hello,
I´m the great-grandson of Friedrich Nielebock …
Friedrich was born on May 7th 1881 as son of Johann Christoph Nielebock and Marie Dorothee Nielebock (her maiden name was Steller). Friedrich was his "Rufname", the name he was called. His military career began at the 1st of october 1899 as "Einjährig Freiwilliger"… at the 3rd Kompanie Fußartillerie Regiment "Encke", Magdeburgisches Nr. 4 and ended 30. of september 1900 in the rank of an Unteroffizier. 1914 back to the Fußartillerie Regiment his rank was upgraded to Vizefeldwebel on 4th of november 1914 and to Leutnant on 8. december 1915.
Sincerely Christian

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