(* 31. Juli 1890 in Schneidemühl (heute Pila/Polen), + 13. Februar 1930 in Caracas/Venezuela) flog als Jagdflieger an der Ost- und der Westfront und nach dem Krieg beim antidemokratischen Freikorps. 1920 wanderte er nach Venezuela aus.
Karl Odebrett wurde am 31. Juli 1890 in Schneidemühl geboren. Nach Besuch des dortigen humanistischen Gymnasiums, der höheren Maschinenbauschule in Posen und der Technischen Hochschule in Breslau wurde er Eisenbahningenieur. Seine Ausbildung als Flugzeugführer erhielt er 1913 in der „Herzog-Karl-Eduard-Fliegerschule“ der Gothaer Waggonfabriken in Gotha und nahm an einigen Flugwettbewerben erfolgreich teil.
Mit Kriegsbeginn meldete sich Odebrett am 5. August 1914 als Freiwilliger bei der Flieger-Ersatz-Abteilung 4 in Posen und wurde mit ihr nach Osten verlegt. Dort schoss er 8 gegnerische Flugzeuge ab. Von Oktober 1914 bis Juli 1916 beteiligte sich Odebrett bei der Halbabteilung Stralkow an sämtlichen Kämpfen, besonders um Dünaburg; er war bei der Festungsfliegerabteilung Posen und ab 10. November 1914 bei der Feldfliegerabteilung 47 stationiert. Von August 1916 bis Oktober 1916 als Einsitzerflieger bei der A.A. Scholtz vor Dünaburg, wurde er anschließend zur Abteilung 215 und 223 kommandiert und danach zur bayerischen Jagdstaffel 16. Dort blieb er bis zu seiner Verwundung im September 1917. Die Staffel lag damals in Spincourt und bei La Folie-Ferme, östlich von Verdun. In der Staffel flogen außerdem Leutnant Kissenberth und Leutnant Hannstein, ebenfalls als Kettenführer.
Als bedeutungsvollster Jagdflug von Odebrett wurde der Abschuss von drei französischen Flugzeugen am 20. Juli 1917, dem Tag des Beginns der französischen Offensive bei Verdun, verzeichnet. Zwei doppelmotorige Caudron und ein Sopwith wurden getroffen und die Besatzung getötet.
Beim Angriff auf einen Fesselballon wurde Odebrett im September 1917 verwundet. Nach der Genesung erhielt Odebrett vom 5. Dezember 1917 bis 1. Januar 1918 die Führung der Jasta 42. Insgesamt schoss er 21 Flugzeuge ab, 6 weitere wurden wegen fehlender Unterlagen nicht anerkannt.
Ende Oktober 1917 wurde er, der bereits den Hohenzollern-Hausorden, den Bayrischen Militär-Verdienst-Orden mit Schwertern und den Luftkampf-Ehrenbecher erhalten hatte, zum » Pour le Mérite vorgeschlagen. Einen Tag vor dem Waffenstillstand war er aus Verbitterung über den voraussichtlichen Niederbruch der deutschen Front allein aufgestiegen, wurde von einer erdrückenden Übermacht gegnerischer Flieger angegriffen und schoss noch einen englischen Flieger, einen Lord, ab.
Beim Rückzug über die Rheinbrücke griffen ihn Angehörige des Soldatenrates an. Odebrett wurde von Leuten seiner Staffel verteidigt, die den Hauptanführer in den Rhein warfen. Odebrett schloss sich als Flieger dem rechtskonservativen Freikorps an und beteiligte sich als Kompanieführer in Ostpreußen und in Thüringen an der Niederschlagung der kommunistischen Umsturzversuche. 1920 wanderte Odebrett nach Venezuela aus und wurde dort Direktor einer Eisenbahn- und Schifffahrtsgesellschaft. Im Sommer 1929 kam er für ein Vierteljahr nach Deutschland. Nach Venezuela zurückgekehrt, starb er am 13. Februar 1930 in Caracas an einer chronischen Nierenentzündung und wurde dort beigesetzt.
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