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(* 15. April 1892 in Aschersleben/Sachsen, + 2. Januar 1975 in Baden-Baden) studierte Forstwissenschaft. Im Ersten Weltkrieg war er Jagdflieger in der Kaiserlichen Marine, danach Sportflieger. Im Zweiten Weltkrieg flog er für die Luftwaffe.


Theodor Osterkamp wurde am 15. April 1892 in Aschersleben geboren. Sein Vater war der Fabrikbesitzer Hermann Osterkamp. Nach Besuch des Stephaneums in Aschersleben wechselte Theo Osterkamp zum Gymnasium in Dessau. Dort traf er » Oswald Boelcke und Gotthardt Sachsenburg, spätere "Pour le Mérite-Flieger". Nach dem Abitur studierte Theo Osterkamp Forstwissenschaft und arbeitete später bei der Landwirtschaftskammer in Ostpreußen als Forstreferendar.

Zu Kriegsbeginn trat Theo Osterkamp in das Marinefliegerkorps ein und wurde an einigen Seeflugstationen als Beobachter ausgebildet. Er war der erste deutsche Flieger, der mit einem Landflugzeug über den Kanal nach England flog und von dort wichtige Fotos mitbrachte. Insgesamt flog er 43.000 km im Aufklärungsdienst über gegnerischem Gebiet. Nachdem er dann einige Zeit als Flugzeugführer an der Front geflogen war, ließ er sich Anfang 1917 in einer Jagdstaffelschule zum Marine-Kampfflieger ausbilden. Im Juni 1917 wurde er zum Leutnant befördert. Zu einer Marine-Jagdstaffel kommandiert, schoss er diverse feindliche Flugzeuge ab.

Im April 1918 erhielt Osterkamp die Führung der Marinejagdstaffel 2 in Flandern, an deren Spitze er am 28. April 1918 den 15. Abschuss verantwortete. In der folgenden Zeit vervielfachten sich Anzahl und Gegenangriffe englischer und amerikanischer Flugzeuge. Am 13. August 1918 griffen 60 gegnerische Flugzeuge den Flugplatz Jabbecke im Tiefflug an, wo Osterkamp mit seinen Albatros D 5a-Flugzeugen stationiert war. Alle Flugzeuge, Gebäude und die gesamte Infrastruktur des Flugplatzes wurden innerhalb von 20 Minuten vernichtet.

Theodor Osterkamp vor seiner Fokker E.V 156/18

Bis zum 2. September 1918, an dem Leutnant den Orden » Pour le Mérite erhielt, hatte Osterkamp 27 Flugzeuge abgeschossen. Bis zum Abschluss des Waffenstillstandes wurden es 32, die höchste Anzahl eines deutschen Marine-Kampf-Fliegers. Zwei weitere von ihnen erhielten den » Pour le Mérite, die meisten Marineflieger starben bei ihren Einsätzen.

Nach dem Krieg machte sich Theo Osterkamp als Sportflieger bei diversen Veranstaltungen einen Namen. 1931 wurde er Stationsleiter der Seeflugstation Holtenau, der Luftdienst GmbH. 1934 führte Theo Osterkamp die deutsche Mannschaft beim Europarundflug. Später leitete er die Seeflugstation Norderney.

Am 19. September 1939 wurde Theo Osterkamp Geschwader-Kommandeur des Jagdgeschwaders (JG) 51, mittlerweile zum Oberst befördert. Während des Westfeldzuges verantwortete er 4 Abschüsse, den ersten am 12. Mai 1940. Am 22. August 1940 erhielt er das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Beim Kanalkampf während der Luftschlacht um England kamen zwei weitere Abschüsse hinzu. Nachdem er am 23. Juli 1940 Werner Mölders das Kommando über das JG 51 übergeben hatte, wurde Osterkamp unter Beförderung zum Generalmajor als Jagdfliegerführer 2 Führer der Jagdflieger in der Luftflotte 2. Am 1. August 1942 übernahm Osterkamp den Luftgaustab z.b.V. Afrika und war ab dem 5. April 1943 bis zu seiner Ablösung am 15. Juli durch Adolf Galland Jagdfliegerführer in Sizilien. Nach einer Reihe von weiteren Stabsverwendungen 1944 zum Inspekteur der Luftwaffen-Bodenorganisation ernannt, überwarf Osterkamp sich mit dem Oberkommando der Luftwaffe, insbesondere mit A.Hi. u. Hermann Gö. wegen der mörderischen Vernichtung des jüdischen Volkes und wurde am 21. Dezember 1944 unehrenhaft entlassen. Auf Grund seiner Haltung wurde er schon kurz nach dem Krieg entnazifiziert.

Theo Osterkamp arbeitete bis 1945 als Forstmeister in Niedersachsen. Bis zu seiner Pensionierung 1966 war er als Geschäftsmann tätig. Er starb am 2. Januar 1975 in Baden-Baden.

Urkunde zur Verleihung des "Pour le Merite"

Theodor Osterkamp erhielt diese Urkunde zur Verleihung des Ordens "Pour le Merite" am 2. September 1918 als Führer einer Marinejagdstaffel.

Der Ort an dem sich diese Urkunde befindet ist unbekannt. Vermutlich wurde sie,wie viele andere zeithistorische Dokumente verkauft und befindet sich in einer privaten Sammlung.  

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