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(* 18. Dezember 1889 in Gauchsmühle/Gemeinde Moßbach bei Nürnberg, + 11. Mai 1955 in Köln) wurde nach dem Abitur aktiver Offizier, war während des Krieges Artillerie-Beobachter in der Fliegertruppe und wurde später Sportflieger.


Paul von Pechmann wurde am 18. Dezember 1889 im Forsthaus Gauchsmühle/Gemeinde Moßbach bei Nürnberg geboren. Sein Vater, Theodor Emanuel Freiherr von Pechmann, geboren am 8. Juli 1850 in Landshut (gest. 26. November 1911in Nürnberg), war Förster in Kipfenberg. Seine Mutter Caroline Zobel (* 4. Oktober 1863 in Altdorf b. Nürnberg, + 1911 in Kipfenberg) war seit 1888 mit dem Freiherrn verheiratet. Nach der Schulzeit wurde Paul von Pechmann aktiver Offizier beim 7. Fußartillerie-Regiment.

Mit Beginn des Krieges zog Pechmann mit seinem Regiment an die Front und trat bald als Artillerie-Beobachter zur Fliegertruppe über. Sein erstes Kommando erfolgte an die Flandernfront. Ende November 1917, nach 3½-jährigem Einsatz in Flandern, erhielt Pechmanns Abteilung den Befehl, in den Bereich der II. Armee zu wechseln. Dort wurden die Gegner in der Gegend von Cambrai durch den Masseneinsatz von Tanks bedrohlich für die deutschen Linien. Pechmann sollte sich dort an den Vorbereitungen für die große Frühjahrsoffensive beteiligen, mit Beginn am 21. März 1918.

Hauptmann von Pechmann schildert nach dem Krieg die Anforderungen an Flugzeugführer und Beobachter wörtlich wie folgt:

„Mit sternklarem Himmel brach der 21. März 1918 an. An Nachtruhe war nicht zu denken. Ohne Unterbrechung arbeitete das Telefon und brachte Befehle, deren Ausführung sofort bearbeitet oder vorbereitet werden mußten. Noch im tiefen Dunkel setzte einheitlich auf der ganzen Front das Artilleriefeuer ein, von den Lufterschütterungen klirrten die Fensterscheiben in unseren 20 km von der Front entfernten Quartieren. Inzwischen hatte sich das Wetter sehr zu unseren Ungunsten geändert, Bodennebel schloß das Fliegen bis gegen 8 Uhr völlig aus. Ungeduldig standen die Besatzungen auf dem Flugplatz und knüpften an jedes Aufleuchten neue Hoffnung. Gegen 9 Uhr durchbrachen Sonnenstrahlen auf wenige Sekunden den Nebelschleier, mein Führer und ich benutzten die Gelegenheit, mit einem Satz über die kaum 50 m dicke Schicht zu springen. Der Kirchturm von Maretz ragte allein mit seiner obersten Spitze aus der Wolkendecke, während sonst von der Erde nichts zu sehen war. Mit Hilfe des Kompasses schlugen wir Westkurs ein, allein auf weiter Flur im herrlichsten Sonnenschein und hofften, dass sich bei der Wucht des Feuers wenigstens die Linien abheben würden. Es gelang jedoch nicht, irgend einen Anhalt zu gewinnen. Nach einigem Suchen fanden wir unseren Flugplatz wieder, der durch abgefeuerte Raketen kenntlich gemacht wurde. Gegen 10 Uhr wurde es wieder heller, wir ließen uns erneut zum Starten verleiten, jedoch mit dem gleichen Mißerfolg. Zwei deutsche Jagdflieger begegneten uns und schossen kurz darauf zwei über den Wolken stehende Ballons in Brand, die einzigen Vertreter der englischen Luftstreitkräfte. Endlich gegen Mittag zerrissen die Nebelballen und auf einem dritten Flug konnten wir notdürftig feststellen, dass unsere Infanterie im Abschnitt der Division etwa 3 km Boden gewonnen hatte und vor dem Dorfe Epehy durch Abschießen von roten Leuchtkugeln Artillerieunterstützung anforderte. Das Artilleriefeuer hatte also bei dem starken Nebel nicht ausgereicht, um die in den Ruinen eingebauten Maschinengewehrnester auszuräuchern. Bevor jedoch die deutsche Artillerie gegen das Dorf bei der mangelnden Erdbeobachtung wirken konnte, war es unbedingt nötig, den Verlauf unserer vordersten Linie genau festzustellen. Eine erfahrene Infanteriefliegerbesatzung startete, stieß auf 50 m herunter und brachte eine lückenlose Meldung, die in Kartenskizzen eingetragen und bei der Artillerie und den Kommandostellen abgeworfen wurde. Mit 125 Schußlöchern in der Maschine kehrte sie zurück.“

Von Pechmanns Abteilung war eine der ersten, die die kämpfenden Truppen mit Nahrungsmitteln und Verbandszeug versorgten. Sandsäcke mit angebundenen schwarz-weiß-roten Wimpeln, die mit 60 Patronen, 2 Broten, 2 Fleischkonserven, 12 Leuchtpatronen und 10 Verbandssäckchen gefüllt waren, wurden über den Linien abgeworfen. Jedes Flugzeug schleppte 8 - 10 solcher Beutel und so konnte die Abteilung mit 10 Flugzeugen im Durchschnitt 4.000 – 5.000 Patronen, 150 - 200 Brote, ebensoviel Dosenfleisch, 1.000 - 1.200 Leuchtpatronen und entsprechenden Verbandsstoff in die vordersten Linien befördern. „Diese Verpflegungsflüge“, schreibt Pechmann, „wurden von der Infanterie besonders geschätzt und fanden mehr Anerkennung als siegreiche und beschwerliche Erkundungsflüge.“

Nachdem Paul Freiherr von Pechmann für seinen Einsatz zur Versorgung der Soldaten am Boden und das erfolgreiche Einschießen mehrere Auszeichnungen erhalten hatte, wurde ihm als erstem Flugzeugbeobachter nach 400 Feindflügen der Orden » Pour le Mérite verliehen. Pechmann war bei den Fliegerabteilungen A 215 und A 217 eingesetzt.

Nach dem Krieg blieb von Pechmann bis 1921 aktiver Flieger im Flugwesen. Danach arbeitete er als Prokurist bei der Firma Alfred. A. Schütte in Köln. Seine fliegerischen Ambitionen setzte er als Sportflieger bei diversen Veranstaltungen erfolgreich fort. Paul Freiherr von Pechmann starb am 11. Mai 1955 in Köln.

Über den weiteren Werdegang von Pechmann, insbesondere über seine Funktion im Zweiten Weltkrieg, liegen hier keine Informationen vor. Nähere Einzelheiten können im » Forum oder per » eMail bekannt gegeben werden.

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