(* 19. September 1882 in Bochum, + 11. Februar 1974 in Berlin) war deutscher Führer des Bombengeschwaders 1 und leitete u.a. die Angriffe auf Paris im Ersten Weltkrieg.
Alfred Keller wurde am 19. September 1882 in Bochum geboren. Am Realgymnasium in Gelsenkirchen-Schalke machte er 1902 das Abitur. Im April 1902 trat er dem Pionier-Bataillon 17 als Fahnenjunker bei, wurde dort 1903 Leutnant und 1912 Oberleutnant. In Metz begann er 1912 die Ausbildung zum Flugzeug-Beobachter und 1913 in der Fliegerschule der AEG in Niederneuendorf zum Flugzeugführer. Nach Ablegung des Feldpilotenexamens wurde er zur Fliegerstation Darmstadt versetzt. Von hier aus rückte Keller am 4. August 1914 als Führer der Feldfliegerabteilung 27 und gleichzeitig als Flugzeugführer in den Krieg.
Bis Herbst 1915 leitete er die Abteilung und wurde dann Führer des Armeeflugparks 5 und 1 während der Verdun- und Somme-Schlacht. Im Herbst 1916 wurde Keller Führer der Nachtflieger-Abteilung 40 und im Frühjahr 1917 Kommandeur des Bombengeschwaders 1. Nach kurzer Zeit in Mazedonien - Tagesangriffe auf Truppen und Munitionslager hinter der englisch-griechischen Front - wurde das Geschwader an die Westfront verlegt. Dort war es das erste deutsche Geschwader, das mit Großflugzeugen Bombenangriffe bei Nacht flog, u.a. auf Dünkirchen, wo in einer Nacht mehrere Hallen mit 60 englischen Flugzeugen zerstört wurden. Major Keller erhielt am 4. Dezember 1917 den » Pour le Mérite.
Im Januar 1918 fanden unter Kellers Leitung die deutschen Angriffe auf Paris statt, erstmalig in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar. Beim zweiten Angriff verbesserten die Franzosen ihre Abwehr durch Sperrfeuer von Tausenden von Geschützen bei Paris. Keller leitete das Geschwader bis zum Ende des 1. Weltkrieges und führte die Flüge fast ausschließlich als Flugzeugführer durch.
Nach dem 1. Weltkrieg arbeitete er bei der Inspektion der Pioniere in Berlin und wurde danach Leiter der Deutschen Verkehrsfliegerschule in Braunschweig. Später war Major Keller wieder fliegerisch im Deutschen Luftsport-Verband tätig.
Wenige Monate vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, nach kurzer Tätigkeit als Höherer Kommandeur der Aufklärungsstreitkräfte, wurde Generalleutnant Keller Kommandeur der Fliegerdivision 4 (Braunschweig), am 1. Februar 1939 General der Flieger. Als Kommandierender General der Luftstreitkräfte war Keller im 2. Weltkrieg aktiv. Nach Rückkehr 1947 aus britischer Kriegsgefangenschaft beteiligte er sich an der Gründung (1955) der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger und war einige Jahre deren Vorsitzender. Am 11. Februar 1974 starb Alfred Keller in Berlin. Er wurde auf dem Waldfriedhof Zehlendorf beigesetzt.
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