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(* 30. März 1892 in Wilhelmshaven, + 25. Januar 1972 in Wuppertal) war Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, in Friedenszeiten im Vorstand der neu gegründeten Lufthansa, wurde im Zweiten Weltkrieg Generalfeldmarschall und im Nürnberger Prozess verurteilt.

Erhard Milch stammt aus einer deutsch-jüdischen Familie. Sein Vater war Marinebeamter. Im Februar 1910 trat Milch nach dem Abitur als Fahnenjunker in das Ostpreußische Fußartillerieregiment von Linger Nr. 1 ein und wurde 1911 Leutnant. Im September 1914 wurde er als Adjutant in das II. Reserve-Bataillon des Fußartillerieregiments 6 kommandiert.

Ab 1. Juli 1915 wurde Erhard Milch zum Flugzeugbeobachter ausgebildet und entsprechend eingesetzt. Im Rahmen dieser Tätigkeit erhielt er das EK I. Im Spätherbst 1916 wurde er zum Oberleutnant und Adjutanten des Schulkommandeurs der Fliegerschule in Alt-Autz/Kurland befördert. Dort war er Vorgesetzter u.a von Kurt Tucholsky. Kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs erhielt der inzwischen zum Hauptmann beförderte Milch das Kommando über die Jagdgruppe 6.

Sofort während des Waffenstillstandes musste Milch seine Soldaten und Flugzeuge in die Heimat zurück führen. Am 11. November 1918 ließ er seine Jagdgruppe 6 antreten und verlas den Befehl des Armeeoberkommandos über die Wahl von Soldatenräten. Dann ließ er Maschinengewehre auf die Lastwagen des Bodenpersonals montieren, die Kriegskasse auffüllen und die Marschverpflegung bereitstellen. In Aachen angekommen, traf er die Spartakusrevolution in vollem Gange an.

Milch war Angehöriger in folgenden Einheiten:
AFA 205, AFA 204, AFP 6, Stab Kofl 17 und der vorgenannten JaGru 6.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges war Milch Führer der Freiwilligen Fliegerabteilung 412 beim Grenzschutz Ost, am 31. Januar 1920 wurde er Führer der Polizeifliegerstaffel Königsberg. Nachdem auch die Polizeifliegerei durch den Versailler Vertrag untersagt wurde, quittierte Milch den Polizeidienst und wurde Geschäftsführer der Danziger Luftpost GmbH.

Milch war anschließend Technischer Direktor und ab 1925 Vorstandsmitglied der damals neu gegründeten Lufthansa, 1942 Vorsitzender des Aufsichtsrates und Präsident der Lufthansa. Nach der sog. Machtergreifung wurde er von den Nationalsozialisten angeworben, wurde Staatssekretär und war für den Aufbau der Luftwaffe zuständig. Im Juli 1940 wurde er Generalfeldmarschall und ab 1941 Generalluftzeugmeister und damit Leiter der technischen Entwicklung und der Rüstungsproduktion der Luftwaffe. Nach dem Selbstmord seines Amtsvorgängers Ernst Udet arbeitete er dessen „Versäumnisse“ hinsichtlich der Luftrüstung auf. (Weitere Einzelheiten seiner unrühmlichen Vergangenheit werden an dieser Stelle nicht aufgeführt.)

Im „Milch-Prozess“ vom 2. Januar bis 17. April 1947 vor dem amerikanischen Militärgerichtshof in Nürnberg wurde Milch wegen Ausbeutung von Zwangsarbeitern als Kriegsverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt, später am 28. Juni 1954 vorzeitig entlassen.

Erhard Milch starb am 25. Januar 1972 in Wuppertal und wurde in Lüneburg bestattet.

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Kommentar: 1 von admin erstellt am : 07.07.2011 21:23 http://www.Flieger-Album.de gespeichert
Über die Dt. Lufthansa vor und nach 1945 und insbesondere über die Rolle von Erhard Milch wurde ein sehr eindrucksvoller Beitrag im SAT 3 am 07.07.2011 um 20:15 gesendet.
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