(* 05. Juli 1891 in Wiesbaden, + 05. April 1949 in Hamburg) war deutscher Flugbeobachter im Ersten Weltkrieg und flog von 1915-1918 zusammen mit seinem Jugendfreund » Gerhard Petersen.
Ein Portrait von Gastautor Gerhard Friedrich Dose © 2008
Franz-Joseph von Lilien wurde am 5. Juli 1891 in Wiesbaden geboren. Der Vater war Plantagenbesitzer in Java und starb früh. Seine Mutter Pauline, geb. Dieck, kehrte mit ihm nach Deutschland zurück. Sie heiratete in zweiter Ehe den Apotheker Buck auf Haiti und hatte mit ihm noch einen Sohn. Sie starb 1911 an Malaria.
Franz-Joseph blieb in Deutschland und besuchte die Kadettenschulen, zuletzt in Darmstadt, wo er 1911 auch Page S.K.H. des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen war. Er legte keinen Wert auf seinen Baron, so dass der selten oder nie erwähnt wurde. Während der Ferien war er bei den Schwestern seiner Mutter, entweder auf dem gepachteten Gut seiner Tante Emma-Josepha Stahl, geb. Dieck, in Holm, aber meistens bei seiner Tante Alwine Jonas, geb. Dieck, zuletzt in Mölln (Lauenburg). Auf Grund seiner Ferienaufenthalte auf Holm lernte er schon als Kadett seinen späteren Piloten » Gerhard Petersen kennen.
Nach der Kadettenzeit trat er in das Infanterie-Regiment Graf Barfuss (4. Westfälisches) Nr. 17 ein und wurde mit Patent vom 22. Juni 1912 Leutnant. Er ließ sich dann im Kriege zum Flugbeobachter ausbilden. Im September 1915 wurde Franz-Joseph als Beobachter nach Russland versetzt, meldete sich bei der am 22. August 1914 aufgestellten FFA 35 in Galizien. Bei seiner Ankunft wurde ihm gesagt, dass sein Flugzeugführer derzeit in der Luft sei und er möge doch die ca. halbe Stunde im Kasino warten. Als Gerhard Petersen gelandet war, sagte man ihm, dass sein Beobachter angekommen sei und im Kasino warte. Er ging ins Kasino, sah nur seinen alten Jugendfreund und fragte ihn, warum er denn hier sei. Franz-Joseph antwortete ihm, dass er hier als Beobachter zugeteilt worden sei. „Na, dann fliegst Du mit mir“, war die Antwort von » Gerhard Petersen. Das taten sie dann auch bis zum Abzug aus Russland im Mai 1918. Am 18. August 1917 wurde er zum Oberleutnant befördert. Er war unter anderem auch Träger des Hohenzollern-Ordens.
Im Mai 1916 lagen sie bei Slonim, wo sie auch der Kaiser aufsuchte, und im August 1916 in Xaverpol, südlich Slonim. Am 11. Januar 1917 wurde die Abteilung in FA 35 umbenannt. Ab Februar 1918 waren sie in Baranowitschi stationiert. Im Mai 1918 verließen sie Russland. Nach dem Kriegsende wurde er verabschiedet.
Nach dem Kriege ließ er sich zum Bankkaufmann ausbilden und war zuletzt Direktor der Getreidebank in Hamburg. Er war mit der ältesten Tochter des Getreidekaufmanns Michelsen in Mölln verheiratet. Während des Krieges 1939 bis 1945 war er nicht Soldat. Er starb für die Familie überraschend am 5. April 1949 in Hamburg und wurde auf dem Friedhof in Mölln beigesetzt. Die Grabplatte besteht heute noch.
gez. Gerhard Friedrich Dose © März 2008 (verstorben am 12.09.2008)
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