(* 29. September 1893 in Nürnberg, + 31. Dezember 1918 in Nürnberg) schoss als Jagdflieger im Ersten Weltkrieg überwiegend Fesselballone ab. Unter dem "Battle Fatigue-Syndrom" leidend, starb er durch Suizid.
Fritz Röth wurde am 29. September 1893 in Nürnberg geboren. Sein Vater war Fabrikbesitzer. Mit 19 Jahren kam Fritz Röth als Einjährig-Freiwilliger zum 6. Feld-Artillerie-Regiment in Fürth. Er zog in den Krieg und wurde bereits am 10. September 1914 schwer verwundet. Im Mai 1915 wurde er zum Leutnant der Reserve befördert und zur Fliegertruppe kommandiert. Am 31. März stürzte Röth bei der Ausbildung zum Flugzeugführer wegen eines Motorschadens aus 150m ab. Im April 1917 kam er zur Flieger-Abteilung (A) 296. Am 17. September, nach der Jastaschule, wurde er zur bayerischen Jagdstaffel 34, am 4. Oktober zur Jasta 23 versetzt. Im April 1918 übernahm er die Führung der Jagdstaffel 16.
Am 9. September 1918 erhielt Röth, nachdem er vorher den Bayerischen Militär-Max-Josef-Orden mit persönlichem Adel erhalten hatte, den Orden » "Pour le Mérite". Bei seinem 28. Luftsieg am 14. Oktober 1918 wurde Röth verwundet und erlebte das Kriegsende nicht mehr an der Front. Unter den 28 Abschüssen traf er 20 Fesselballone mit Phosphor- und Kerngeschoss-Patronen; daher wurde Röth die "Fesselballonkanone" oder "Ballonschorschel von Amiens" genannt. Er bevorzugte die schwierigen Ballone, da ihm das Abschießen von Flugzeugen, bei denen der Pilot keine Rettungschance hatte, zuwider war. An seine Schwester schrieb er, er hoffe jedes Mal, dass der Ballonbeobachter rechtzeitig abspringe. Zudem sah er den taktischen Vorteil des Ballonabschusses: Nach Abschuss eines Ballons schwieg die Artillerie 4 bis 5 Stunden, bis sie wieder eingeschossen war.
Fritz Röth galt in seiner Familie als sensibel. Es gibt Briefe und Berichte von ihm, aus denen bereits während seiner aktiven Zeit seine psychische Belastung hervorging. Er litt vermutlich unter dem "Battle Fatigue"-Syndrom. Bei zu Depression neigenden Menschen kann dies tödliche Folgen haben, sobald die Belastung abfällt. Ohne professionelle Hilfe, die es damals nicht gab, war es für Fritz Röth nicht zu bewältigen. Er erschoss sich in tiefer Depression am Bahndamm an der Nürnberger Ostendstraße in der Sylvesternacht 1918.
Da er aus einem tief christlichen Hause stammte, wurde sein Suizid verschwiegen. Der Gruftstein auf dem Nürnberger St. Johannisfriedhof trägt die Inschrift "Gaiser" (Verwandte der Familie Röth) und hinterlässt keinen Hinweis auf die Familie Röth oder Fritz Ritter von Röth.
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