StartseiteBlogFotoalbenTagebuchSanke KartenGeschichteDatenbankPresseLinks

(* 19. April 1892 in Hof, + 02. Mai 1918 über Mericourt) meldete sich noch als Maschinenbaustudent zum Militär, wurde zum Flugzeugführer ausgebildet und starb an der Westfront.

Hans Weiß wurde am 19. April 1892 in Hof geboren. Er besuchte die Oberrealschule in Bayreuth und studierte ab 1912 Maschinenbau an der Technischen Hochschule München. Zu Kriegsbeginn meldete er sich freiwillig zu verschiedenen Truppenteilen, wurde jedoch zu seiner Enttäuschung erst im Januar 1915 zu den Pionieren in Ingolstadt eingezogen. Einige Monate später wurde er zur Fliegerabteilung nach Schleißheim versetzt und kam nach seiner Ausbildung im Juni 1916 als Gefreiter und Flugzeugführer an die Front. Dort flog er zunächst Aufklärungs- und Beobachtungsflüge. Bei einem dieser Flüge wurde er in 2700 m Höhe durch ein Schrapnell am linken Fuß verletzt. Nach seiner Heilung wurde er wieder an der Front eingesetzt, erhielt das EK II, das Flugzeugführerabzeichen und wurde zum Unteroffizier befördert.

Später wurde Weiß zu einem Bombengeschwader versetzt. Am 26. Mai 1917 zersprengte er durch Bombenangriff aus 200 m Höhe einen fahrenden Transportzug in zwei Teile. Während der vordere Teil in einem nahen Tunnel Deckung suchte, griff er den stehen gebliebenen Teil, aus dem gegnerische Infanterie heftig feuerte, wirkungsvoll mit MG-Feuer an. Hiernach wurde Weiß zum Vizefeldwebel befördert und mit dem Eisernen Kreuz der 1. Klasse ausgezeichnet. Bald darauf erhielt er den Silbernen Ehrenbecher „für den Sieger im Luftkampf“ sowie das bayerische Militär-Verdienstkreuz.

Im Oktober 1917 wurde Weiß zum Leutnant der Reserve befördert und kam nach kurzer Weiterausbildung in der Kampffliegerschule zu einer Jagdstaffel bei den Flieger-Abteilungen FA(A) 282 und 289. Vier Fesselballone und acht feindliche Flugzeuge brachte er zum Absturz, darunter ein Großkampfflugzeug mit zwei Motoren und fünf Maschinengewehren.

Mitte März 1918 erhielt Weiß ein Kommando zum Jagdgeschwader des Rittmeisters » Manfred von Richthofen und wurde bald sein glühendster Verehrer. Weiß flog hier einen Fokker-Dreidecker und schoss damit in kurzer Zeit sechs englische Flugzeuge ab. Acht Tage vor seinem Tod übergab Richthofen ihm vertretungsweise die Führung seiner persönlichen Jagdstaffel 11. Auf Wunsch Richthofens war er auch als endgültiger Führer dieser Staffel vorgemerkt.

Beim letzten Start Richthofens führte Weiß die zweite Kette der Jasta 11, während unter Richthofens Kommando Leutnant » Kurt Wolff, Vizefeldwebel Scholz, Wolfgang von Richthofen (ein Vetter) und Leutnant Karjus, genannt der „Fliegende Götz von Berlichingen“, flogen. (Leutnant Karjus flog mit Hilfe einer eisernen Prothese, nachdem ihm wegen einer Granatsplitter-Verletzung ein Arm amputiert werden musste.)

Kurze Zeit nach Manfred von Richthofen starb auch Leutnant Weiß. Am 2. Mai 1918 startete er in einer Fokker Dr I 545/17 mit seiner Staffel an die Front und wurde von einem englischen Einsitzer-Geschwader angegriffen. Im Verlauf des Kurvenkampfes wurde beobachtet, wie das Flugzeug von Leutnant Weiß abstürzte und nördlich von Mericourt an der Somme aufschlug. Zwei Schüsse aus einer MS Taylor, No. 209 Sqn, RAF, in Stirn und linke Seite, führten zu seinem Tod. Leutnant Weiß selbst hatte insgesamt 16 Flugzeuge abgeschossen.

Kurz vor seinem Tod verlieh ihm der Kaiser das Hohenzollernkreuz mit Schwertern, den » Pour le Mérite sollte er in den nächsten Tagen erhalten.

Am 4. Mai 1918 wurde Leutnant Hans Weiß auf dem Friedhof Cappy unter großer Anteilnahme aller Flieger beerdigt. Später wurde er zur Kriegsgräberstätte in Vermandovillers (Grablage Block 2 Grab 1945) überführt und dort beigesetzt.

Bewertungen: 27 Schnitt: 0
Kommentar: 1 von Jos Gelissen erstellt am : 11.07.2010 19:59 gespeichert
Grab Hans Weiss
Neuer Eintrag 1


Sie sind hier: