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(* 03. November 1894 in Flatzby bei Flensburg, + 21. Februar 1930 in Hamburg) war im Ersten Weltkrieg Jagdflieger in Frankreich und für 34 Flugzeug-Abschüsse verantwortlich. Später trat er in die zivile Luftfahrt ein.


Heinrich Claudius Kroll wurde am 3. November 1894 in Flatzby bei Flensburg geboren. Sein Vater war Hauptlehrer. Heinrich Kroll besuchte die Schule seines Heimatortes, dann das Lehrerseminar in Kiel, wo er 1914 das Lehrerexamen bestand. Während seiner Ausbildungszeit war er aktives Mitglied im Kieler Turnverein. Kroll meldete sich als Kriegsfreiwilliger zum Füsilier-Regiment Nr. 86 „Königin Augusta Viktoria“ in Flensburg. Im Herbst 1914 ging er mit dem Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 92 ins Feld und nahm an den schweren Kämpfen am Hartmannsweiler- und Reichsackerkopf teil. Im Mai 1915 wurde er zum Leutnant befördert und erhielt das Eiserne Kreuz.

Im Januar 1916 wurde Kroll zur Flieger-Ersatzabteilung 3 nach Gotha kommandiert und dort zum Piloten ausgebildet. Ende April 1916 kam er für 4 Tage zum Armee-Flugpark 3 in Rethel und anschließend zur Feldfliegerabteilung 17. Dort war Kroll zunächst der einzige Offiziersflieger. Für das Armee-Ober-Kommando flog er mit einer Rumpler „E“ mit 160-PS-Motor die Fernaufklärung im Raum Reims-Epernay-Chalons-Ménehould, begleitet von seinem Beobachter, Leutnant der Reserve Regierungsreferendar Holzhausen. Die Abteilung hatte große Verluste, in fünf Monaten starben 14 Soldaten. Bis Oktober 1916 flog Kroll eine der beiden neuen - der dritten Armee zugeteilten - Albatros mit 220-PS-Motor vom gleichen Typ, die an der Somme geflogen wurden. In der Champagne war er für etliche Bombardements verantwortlich. Im November 1916 wurde er als Kampfeinsitzer zur Jagdstaffel 9 nach Tergnier kommandiert, wo 14 Offiziere und 2 Unteroffiziere als Flugzeugführer eingesetzt waren. Dort flog er eine 160-PS-Maschine mit 2 starren MGs mit einer Geschwindigkeit von 180 km/h, oft 6-8 Stunden im Frontabschnitt, meist 8-10 km hinter der Front, gleichzeitig als Flugzeugführer, Beobachter und Schütze. Am 12. Februar erhielt er das Eiserne Kreuz der 1. Klasse. Am 26. Februar 1917 schoss er auf einen „Chaudron“. Da dieser zwar zerschossen, aber nicht brennend abstürzte, wurde er nicht als „Erster Abschuss“ gewertet. Am 2. Mai folgte dann der Abschuss eines Spad über Moranviller. Am 25. Mai 1917 schoss Kroll einen der besten französichen Flieger, René Dorme, der kurz vorher seinen 23. Gegner abschoss, beim Fort de la Pompelle bei Reims ab und erhielt dafür hohe Aufmerksamkeit bei den einschlägigen Kommandostellen. Am 1. Juli 1917 wurde ihm die Führung der Jasta 24 (mit 12-15 Jagdflugzeugen) übertragen. Am 22. Februar 1918 wurde ihm vom Kronprinzen das Ritterkreuz des Hausordens von Hohenzollern verliehen.

Am 27. Juli 1917 wurde Kroll brennend abgeschossen, blieb aber unverletzt. Im März 1918 wurde er wieder mit der Führung der Jagdgruppe 12 unter Befehl der Jagdstaffel 24 beauftragt. Nach dem Abschuss des 20. Gegners erhielt er am 29. März 1918 den » Pour le Mérite. Am 1. Juni schoss er einen Fesselballon in 5000 m Höhe ab, am 5. Juli erfolgte der 30. Abschuss, der 70. Sieg der Staffel. Am 14. August 1918 wird seine Maschine abgeschossen, nach seinem 34. Abschuss. Trotz schwerer Verwundung landete er seine Maschine im Flughafen bei Omencour.

Nach Kriegsende war Oberleutnant a.D. Kroll in Hamburg-Fuhlsbüttel Demobilmachungsoffizier. 1919 wechselte er als Hauptmann zur Polizei Hamburg. Beim Kapp-Putsch 1920 beteiligte er sich an der Bergung des Leichnams des Fliegerhauptmanns Rudolf Berthold. 1922 wurde Kroll als Kaufmann tätig. Später nahm er die Fliegerei wieder auf, im Hamburger Verein für Luftfahrt und 1928/29 als Verkehrsflieger bei der Luftverkehrsgesellschaft mbH. Er flog auf den Strecken nach Berlin und auf die Nordsee-Inseln und führte auf seiner Junkers F 13 Rundflüge über Hamburg durch.

Am 21. Februar 1930 starb Heinrich Claudius Kroll an einem Lungenleiden und wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf / Hamburg beigesetzt.

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