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(* 15. April 1888 in Neu-Ulm, + 07. Oktober 1938 in München) war Kommandeur des Bombengeschwaders Bogohl 7 im Ersten Weltkrieg. Später gelang ihm der Erstflug über den Atlantik in Ost-West-Richtung.


Hermann Köhl wurde am 15. April 1888 in Neu-Ulm geboren. Er hatte 7 Geschwister. Seine Mutter stammte aus der Brauerei-Gaststätte Mahler in Pfaffenhofen, heute "Äußere Taverne“. Sein Vater Wilhelm Köhl war damals Leutnant. Nach dem Abitur am Realgymnasium in Augsburg entschloss sich Hermann Köhl, wie sein Vater Offizier zu werden. Als 21-Jähriger kam Köhl zu den Ulmer Pionieren. Anschließend besuchte er 2 Jahre lang die Kriegsschule in Hannover und danach als Leutnant die Militärtechnische Hochschule Berlin. Kurz nach Beendigung seiner praktischen Ausbildung in Straßburg brach der Krieg aus.

Als Führer eines Pionierzugs beim 13. Württembergischen Pionierbataillon wurde er an die Westfront kommandiert. Nach einer Verwundung meldete er sich zur Fliegerwaffe. Nach 40 Schulflügen in drei Tagen in Böblingen machte er einen ersten Alleinflug und kurz darauf die Pilotenprüfung. Zwischenzeitlich erhielt er seine Ausbildung als Beobachter in Adlersdorf bei Berlin und ging in dieser Funktion wieder an die Front.

Hermann Köhl wurde Staffelführer des Bombengeschwaders 4 der Obersten Heeresleitung (Bogohl). Zusammen mit seinem Flugzeugführer Unteroffizier Spindler wurde er auf Grund seiner Flüge öfter im Heeresbericht erwähnt. In der Nacht zum 7. November 1916 war er maßgeblich an der Vernichtung des gewaltigen Munitionslagers von Céresy beteiligt. In der Nacht zum 27. Januar 1918 warf Köhl Bomben im Gesamtgewicht von 21.000 kg ab. Nach über 800 Kampf-Flügen erhielt Hermann Köhl als Hauptmann am 19. Mai 1918 den » Pour le Mérite.

In der Nacht zum 21. Mai 1918 starteten die deutschen Bombengeschwader gegen England und Frankreich, warfen ihre Ladungen über London, Dover und anderen Küstenorten ab und vernichteten die französischen Munitionslager bei Beargies. Hauptmann Köhl startete als Kommandeur der Bogohl 7 mit Flugzeugführer Feldwebel Schlenstedt. Über Compiégne wurde Köhls Maschine abgeschossen. Im Schutz der Nacht zerstörte die Besatzung das Flugzeug und versuchte die Flucht. Bald wurden sie entdeckt und kamen in französische Gefangenschaft. Der Krieg war inzwischen beendet. Nach weiteren vergeblichen Fluchtversuchen gelang Köhl schließlich die Flucht quer durch Frankreich über die Schweiz. Im September 1919 kam er nach Hause.

Bis 1925 war Hermann Köhl Kompanieführer in Ludwigsburg und Ulm, arbeitete danach in der zivilen Luftfahrt und wurde Nachtflugleiter bei der damaligen "Luft Hansa". Am 12. April 1928 startete er mit James Fitzmaurice und Ehrenfried von Hünefeld in Baldonell (Irland) mit der Junkers-Maschine "Bremen" zum Flug nach Amerika und landete nach 37 Stunden auf Greenly Island. In New York wurde die Besatzung mit einer großen Konfettiparade gefeiert und Köhl erhielt sowohl die höchste amerikanische Pilotenauszeichnung, das "Flying Cross", sowie die Ehrenbürgerschaft von Chicago und St. Louis. Weitere Ehrenbürgerschaften von Neu-Ulm (25. August 1928) und Pfaffenhofen folgten nach seiner Rückkehr nach Deutschland. Nach seinem Pionierflug arbeitete Köhl weiter bei der Luftfahrt, überwiegend in der Forschung sowie der praktischen Erprobung neuer Entwicklungen.

Am 7. Oktober 1938 starb er an einem Nierenleiden, das er sich bei der Fliegerei zugezogen hatte. Er wurde auf dem Friedhof in Pfaffenhofen an der Roth beerdigt.

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Kommentar: 1 von Joop Peeters erstellt am : 20.08.2009 14:43 gespeichert
Munitionslager BEARGIES ist ein Schreibfehler. Muss sein: Munitionslager BLARGIES.
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