(* 02. Juni 1894 in Geldern, + 06.10.1943 in den ital. Alpen) war deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und kam bei einem zivilen Flugzeugabsturz in einer JU52 auf einem Flug nach Rom ums Leben.
Johann Joseph Hermann Mathias Veltjens gen. Seppl, wurde am 2. Juni 1894 in Geldern am Niederrhein als Sohn von Franz August und Maria Catharina Odilie geb.Hoeps geboren. Die Familie lebte in Berlin, Markus Strasse 2, wo August Veltjens als Graveur arbeitete. Oft besuchte Seppl in Geldern seine Großmutter mütterlicherseits, Johanna Catharina Hoeps, die hier als Hebamme tätig war. Nach Besuch des Humanistischen Gymnasiums in Berlin studierte er an der Technischen Hochschule in Charlottenburg Maschinenbau, speziell Explosionsmotore. Am 3. August 1914 trat er, auch wegen seiner Körpergröße von 1,92 m, als Kriegsfreiwilliger beim Königin-Augusta-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4 ein und wurde bald wegen seiner technischen Kentnisse als Kraftfahrer zu einer Kraftfahreinheit abkommandiert.
Schon am 7. August kam er in dieser Funktion an die Front. Nach einem französischen Angriff auf die Kolonne, die Veltjens mit drei Mann gegen feindliche Vorposten vergeblich zu verteidigen versuchte, fand er, nachdem die Wagen in Brand gesteckt waren, als Versprengter beim Leib-Grenadier-Regiment Nr. 8 Anschluss. Nach den Stellungskämpfen wurde er wieder abkommandiert zur Kraftfahrttruppe, wo er bei der Korps-Kraftwagen-Kolonne 8 schnell Gefreiter, Unteroffizier und Vizefeldwebel wurde. Nach verschiedenen vergeblichen Versuchen kam Veltjens endlich zur Fliegertruppe. Am 2. Dezember 1915 hatte er seinen ersten Schulflug in Johannisthal, nach drei Tagen den ersten Alleinflug und am 15. Dezember die Flugzeugführerprüfung in einer sehr kurzen Zeitspanne bestanden. Nun schmuggelte er sich ohne Fahrkarte während des Weihnachtsurlaubes an die Front zum Flugplatz in Tergnier und erwirkte dort seine baldige Anforderung, die auch bald eintraf. Am 10. Mai 1916 wurde Veltjens zur Feld-Flieger-Abteilung 23 kommandiert und flog als Führer eines Reihenbildzuges während der Sommeschlacht.
| Joseph Veltjens neben seinem Freund » Joachim von Ziegesar (rechts) Feldflieger-Abteilung 23 in Roupy 1916. (Foto: Rainer Absmeier Collection) |
Anfang 1916 wurde er zu Offizier befördert. Auf Anforderung wurde er im März 1917 als Kampfeinsitzerpilot zur Jagdstaffel 14 des Hauptmann » Rudolf Berthold abkommandiert und ging dann im August 1916 mit ihm bei Übernahme der Jasta 18 nach Flandern. Mit den Offizieren seiner Staffel kam Veltjens dann zum » Jagdgeschwader II und übernahm im März 1918 die Führung der Jagdstaffel 15 (Jasta 15). Nach der Verwundung von » Rudolf Berthold war Veltjens zeitweise auch stellvertretender Führer des » Jagdgeschwaders II.
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Lt. d.R. Joseph Veltjens bei der Jagdstaffel 15 (Jasta 15) nach seinem 20. Abschuss (D.H. 9 #D.7201 über Tricot) am 11. Juni 1918. Seine Gegner waren Lt. C. Bowman und Lt. L.V. Gordon von der 49 Sqn. RAF. Bowman überlebte unverletzt, Gordon wurde verletzt. (Foto: Werner Dittmann) |
In den letzten fünf Kriegsmonaten hatte Veltjens mit seinen sieben Kameraden 157 feindliche Flugzeuge abgeschossen und nur einen Offizier, Leutnant Bork, verloren (14.08.1918). Bei einem Bestand von sieben Flugzeugführern hatten die einzelnen also einen monatlichen Durchschnitt von 30 Abschüssen gegnerischer Flugzeuge. Veltjens schoss am 11. August 1918 bei einem Flug drei feindliche Flugzeuge ab, darunter zwei gepanzerte Caudrons, die infolge ihrer Feuerkraft als nahezu unüberwindlich galten. Besonders zeichneten sich in der Staffel aus: Leutnant » von Hantelmann mit 26 Abschüssen, Leutnant » von Beaulieu-Marconnay, Ritter des » Pour le Mérite mit 26, Leutnant Klein als 16 maliger Sieger und Leutnant Schäfer-Huge mit 11 Abschüssen. Veltjens selbst brachte es bis zum 37. Abschuss. Am 11. August 1918 hat er den » Pour le Mérite erhalten.
| Lt. d.R. Joseph Veltjens bei der Jagdstaffel 15 (Jasta 15) nach seinem 30. Abschuss (Spad am 16. August 1918 über Lassigny) vor einem D.VII |
Diese Erfolge, die in der letzten Zeit des 1. Weltkrieges an 1. Stelle stehen, erzielte die Staffel in der Durchbruchsschlacht an der Somme bei Montdidier, dann an der Aisne und zuletzt bei Verdun gegen die Amerikaner, wo das » Jagdgeschwader II laut Heeresbericht in sechs Tagen 81 Flugzeuge abschoss bei zwei eigenen Verlusten. Nach der Demobilisierung der Staffel in Halle meldete Veltjens sich bei der Panzer-Kraftwagen-Abteilung und machte dort als Panzerwagen-Kommandant im Freikorps Gerstenberg die Erstürmung Bremens mit, bei der er durch drei Schüsse verwundet wurde. Dann ging es nach Bremerhaven und Düsseldorf.
Später war Veltjens wieder bei der Regierungstruppe in Berlin. Nach mehrmaliger Verletzung im Feld wurde er dreimal bei den Spartakuskämpfen verletzt.
Später fuhr er mit mehreren Kameraden zur See auf seinem eigenen Frachtsegler mit 100 t und versuchte eine neue Existenz zu gründen. Lange Zeit fuhr Veltjens auf seinem eigenen Segler „Merkur“ als Matrose Joe Veltjens, dann wurde er Mitinhaber einer großen Firma im Waffenhandel. Später war Josef Veltjens wieder aktiv bei der Fliegerei tätig.
Auf dem Überführungsflug einer JU52 nach Rom kam er bei dem Absturz der Maschine über Monte Cervellino am 6. Oktober 1943 ums Leben. Er wurde in Piacenza begraben und nach dem Krieg wurde sein Leichnam in einem Aluminium Sarg auf den Friedhof nach Lübeck-Travemünde überführt.
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Seppl, A Step Ahead Of Politics von Klaus Veltjens Das Buch wurde 2009 vom Sohn von Joseph Veltjens veröffentlicht und beruht neben den bekannten Aufzeichnungen auf den Erzählungen seiner Frau Leni und seines Sohnes Dieter. Taschenbuch: 264 Seiten Verlag: CreateSpace (08/2009) Sprache: Englisch » bestellen! |
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