(* 27. Juni 1893 in Leopoldshall/Sachsen Anhalt + 25. März 1967 in Hannover) war im Ersten Weltkrieg deutscher Fluglehrer bei der Flieger Ersatz-Abteilung FEA 9 in Darmstadt und erhielt den Pokal für den besten Fluglehrer.
Ein Portrait von Gastautor und Sohn Harald Wenzel.
Karl Wenzel wurde als der kleinste von vier Brüdern und einer Schwester geboren. Die Familie wohnte in Ronnenberg bei Hannover in einer kleinen Wohnung auf dem Schachtgelände, wo der Vater am Kalischacht arbeitete.
Im Ersten Weltkrieg wurden alle Brüder eingezogen und zur Westfront geschickt. Karl Wenzel hatte sich 1912 für zwei Jahre freiwillig gemeldet und kam 1914 auch zur Westfront. Dort fielen die drei Brüder kurz nacheinander. Sodann holte man den letzten von der Front und Karl Wenzel kam zur Flugzeugführerschule zuerst nach Leipzig, dann nach Berlin Johannisthal. Als Fluglehrer wurde er dann zur Fliegerschule nach Crefeld abkommandiert.
Wie man aus den vielen Ehrenbezeugungen seiner Flugschüler ersieht, war er sehr beliebt. Mit der Überreichung eines Pokals als erfolgreichster Fluglehrer wurden seine Leistungen gewürdigt. Bekanntenweise waren die meisten seiner Schüler Offiziere bzw. Anwärter und Adelige. Als sehr ehrgeiziger kleiner Mann (164 cm) war er sehr stolz darüber, die Elite auszubilden. Im Flugzeug war er der Kommandant.
Es wurden natürlich auch Streiche gemacht. Das Unterfliegen der Rheinbrücken war sehr beliebt. Eines Tages fasste er den Entschluss, seine Mutter in Ronnenberg zu besuchen. Es war Herbst, die Felder abgeerntet und so machte es Ihm keine Schwierigkeiten mit seiner Albatros direkt vor den Haus zu landen. Grosses Hallo. Die Kinder waren natürlich sofort da und wollten ins Flugzeug. Sie durften hinein, aber vorher mussten sie ein Ei abliefern, was auch gerne erfüllt wurde. So kam er mit einer Ladung Extraverpflegung zurück nach Crefeld.
Karl Wenzel
Er war nicht sehr gesprächig und man musste schon einen guten Tag erwischen, dass er mal etwas erzählte. Ich, sein Sohn Harald, Jahrgang März 1926 wollte natürlich auch Pilot werden und so meldete ich mich auch freiwillig. Im Februar 1943 wurde ich von der Schule aus Flakhelfer und später Flugzeugführeranwärter. Leider hat es aus den bekannten Gründen (kein Sprit) mit der Ausbildung nicht mehr geklappt. So habe ich mir den Traum selbst erfüllt und 1960 den Flugschein für Motorflug in Peine-Eddesse gemacht.
Flugschüler von Karl Wenzel
Mein Ausbilder war Walter Schalles, Ritterkreuzträger im Boelcke Geschwader, ein hervorragender Mann der im Buch „Das waren die Deutschen Kampfflieger Asse 1939–1945“ von Georg Brütting erwähnt wird. Mein Vater ist dann des öfteren mit mir geflogen. Es war ihm aber alles zu diszipliniert und reglementiert. Er hatte im 1. Weltkrieg doch mehr persönliche Freiheiten.
gez. Harald Wenzel (Februar 2008)
| Datum | Ereignis |
| 13.10.1912 bis 19.09.1913 | als zweijährig Freiwilliger bei der 12. Kompanie Nr. 73 (Füsilier Regiment) gedient |
| 02.08.1914 | Mobil eingestellt |
| 14.08.1914 bis 16.08.1914 | Lüttich |
| 19.08.1914 | Orbais |
| 21.08.1914 bis 22.08.1914 | Chatelet |
| 23.08.1914 bis 24.08.1914 | Namur |
| 26.08.1914 | Sains |
| 27.08.1914 | Nouvion |
| 28.08.1914 bis 30.08.1914 | St. Quentin |
| 03.09.1914 | Vernant |
| 08.09.1914 | Petit Hotin |
| 05.11.1914 bis 04.02.1915 | Reims |
| 22.11.1915 | zum Kraftfahrtkommando der 111 Division versetzt |
| 25.09.1916 | Flugzeugführer 1. Prüfung |
| 20.11.1916 | Flugzeugführer 2. Prüfung |
| 24.04.1915 bis 29.04.1915 | Les Esparges |
| 02.05.1915 bis 14.05.1915 | Kampf auf den Maihöhen |
| 09.05.1915 | zum Gefreiten ernannt |
| 30.05.1915 bis 24.09.1915 | Stellungskrieg in Artois |
| 18.06.1915 | zum Unteroffizier befördert |
| 31.07.1915 | Eisernes Kreuz der 2. Klasse verliehen |
| 25.09.1915 bis 13.10.1915 | Herbstschlacht bei La Bassee und Arraz |
| 13.10.1915 bis 22.11.1915 | Stellungskrieg in Artois |
| 24.08.1916 | zur Flieger Ersatz-Abteilung FEA 6 versetzt |
| 27.08.1916 | zur Flieger Ersatz-Abteilung FEA Lindenthal versetzt |
| 21.11.1916 | zur Flieger Ersatz-Abteilung FEA 5 versetzt |
| 28.04.1917 | zur Flieger Ersatz-Abteilung FEA 9 versetzt (Darmstadt) |
| 04.12.1917 | zum Flugzeugführer für Zweidecker von der F.A.J. Sportbehörde ernannt |
| 09.08.1918 | Verleihung des Abzeichen für Verwundete in schwarz |
| 13.07.1934 | Verleihung des Ehrenkreuzes für Frontkämpfer |
Weitere Fotos von Karl Wenzel siehe » hier.
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