StartseiteBlogFotoalbenTagebuchSanke KartenGeschichteDatenbankPresseLinks

(* 27. Januar 1897 in Aachen; + 23. Juli 1926 in Dresden) war ein deutscher Jagdflieger und jüngster Träger des Ordens Pour le Mérite. Er starb nach einem Flugunfall. In Berlin Tempelhof-Schöneberg ist die Wüsthoffstraße nach ihm benannt.


Kurt Erwin Wüsthoff wurde am 27. Januar 1898 in Aachen geboren. Sein Vater war Musikdirektor Ferdinand Wüsthoff. Dort besuchte Kurt Wüsthoff das Gymnasium, bis 1913 seine Eltern nach Dresden übersiedelten. Dort studierte er Malkunst, machte 1914 das Einjährigen-Examen und meldete sich zu Beginn des Krieges an die Front, wurde aber, da noch zu jung, nicht angenommen.

Nach diversen vergeblichen Versuchen gelang es ihm, bei der Flieger-Ersatz-Abteilung 6 in Großenhain in Sachsen angenommen und als Flugzeugführer ausgebildet zu werden. Nach seiner Ausbildung war er als Fluglehrer in Leipzig-Lindenthal tätig, da er noch zu jung war, um in den Krieg geschickt zu werden. Mit 17 Jahren kam er 1915 an die Front und zwar als Führer von Bombenflugzeugen zum Kampfgeschwader I der Obersten Heeresleitung (Kagohl I) nach Ostende. Nach den Kämpfen in Frankreich wurde er nach Bulgarien, Rumänien und Mazedonien versetzt. Bis Juni 1917 war er in Griechenland als Bomben- und Beobachtungsflieger eingesetzt. Dann ging sein Wunsch in Erfüllung, er wurde 1916, 18jährig, Jagdflieger im Jagdgeschwader I des Freiherrn » Manfred v. Richthofen. Wüsthoff erhielt das EK II und I, den Hohenzollern-Hausorden und im September 1917 den » Pour le Mérite. Im Juni 1917 kam er zur Jasta 4. Wegen einer Nervenkrankheit wurde er im Februar 1918 zur Genesung in die Heimat geschickt, kam aber bald wieder an die Front, diesmal zum Jagdgeschwader II des » Hauptmanns Berthold.


Am 17 Juni 1918 hatte Wüsthoff, nach bisher 33 Abschüssen, einen schweren Luftkampf mit mehreren feindlichen Fliegern. Sein Motor blieb wegen Materialschadens stehen. Der Benzintank platzte, die Maschine stürzte brennend ab, Wüsthoff erhielt einen schweren Rücken- und Beckenschuss mit Lähmung des rechten Fußes. Er musste über der feindlichen Linie notlanden und kam in französische Gefangenschaft. Von 1918-1920 lebte er in der Gefangenenanstalt Chateau-Gontier und wurde 1920 ausgetauscht, krank und halb verhungert, auf Krücken.

Nach seiner Genesung wurde er Vertreter einer österreichischen Automobil-Firma. Später wurde er wieder Flieger und fand eine Anstellung bei den Dresdener Chlorodont-Werken.

Flieger-Ersatz-Abt. 6

Am 18. Juli 1926 veranstaltete der Verein Dresden des Deutschen Luftfahrtverbandes ein Schaufliegen auf dem alten Kaditzer Flugplatz, um die Mittel für eine Denkmal-Grabstätte für Max Immelmann zusammen zu bringen. Fünf Maschinen beteiligten sich an dem Programm: Kurt Wüsthoff mit einer 80-PS-Udet-„Flamingo“ (das Flugzeug sollte am Schluss des Programms getauft werden) der Dresdener Chlorodont-Werke, außerdem das Verkehrsflugzeug D 463 der Lufthansa mit Pilot Lissau, das Chemnitzer Caspar-Flugzeug unter Lehmann, das Privatflugzeug des Breslauer Piloten Rose und eine Maschine der Halberstädter Fliegerschule unter Steinkraus. Viele tausend Menschen sahen der Kunstflug-Schau zu. Als Fünfter startete Kurt Wüsthoff. Er blieb sehr lange in der Luft, ging herab auf ca. 150m. Nach den ersten Loopings jedoch stürzte er ab, der Pilot wurde etwa 6m weit aus der Maschine geschleudert und blieb bewusstlos liegen. Im Friedrichsstädter Krankenhaus wurde eine schwere Schädelverletzung festgestellt, und beide Beine mussten amputiert werden.

Am 23. Juli 1926 erlag er seinen Verletzungen. Auf dem Tolkewitzer Friedhof in Dresden wurde er, der letzte lebende sächsische Pour le Mérite-Flieger, beigesetzt.

Keine Kommentare | Neuer Eintrag
Bewertungen: 28 Schnitt: 0


Sie sind hier: