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(* 20. Dezember 1893 + 08. April 1917 in Vitry-Sailly) war deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und kehrte 1917 von einem Feindflug nicht zurück.


Frankl wird am 20. Dezember 1893 in Hamburg als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren. Bereits nach seinem Abitur erwirbt Frankl am 20. August 1913 den Pilotenschein mit der Nr. 490 und war einer der ersten Piloten der Vorkriegszeit.

Zu Beginn des 1.Weltkrieges 1914 meldet er sich freiwillig zur Fliegertruppe und wird nach seiner Ausbildung zum Militärflugzeugführer bei den Feldfliegerabteilungen 1 und 40 als Aufklärungs-, Artillerie- und Bombenflieger eingesetzt. Er zeichnet sich durch seinen Mut und Einsatzwillen aus, sein Abteilungsführer (Hauptmann Adolf Victor) beschreibt ihn nach Kriegsende in seinem Buch "Vom Gefreitenknopf zum Pour le Merite" als "tollkühnen, leidenschaftlichen Flieger, der im Kameradenkreis wegen seiner Liebenswürdigkeit und Bescheidenheit uneingeschränkte Beachtung findet".

Am 10. Mai 1915 gelingt ihm sein erster Abschuss, eine französische Voisin (mit einem 5-schüssigen Selbstladekarabiner!). Er wird wiederholt wegen Tapferkeit ausgezeichnet und zum Vizefeldwebel befördert, bevor er im Januar 1916 zu einem Jagdfliegerkommando versetzt wird. Am 6. Mai 1916 erzielt er seinen 4. Abschuss und wird daraufhin zum Leutnant befördert, für den 8. Abschuss erhielt er die damalige höchste Auszeichnung, den Orden Pour le Mérite. Wilhelm Frankl war der neunte Jagdflieger der diesen Orden bekam und zählt somit zur Spitze der deutschen Jagdfliegerei. Im April 1917 wird er Führer der Jagdstaffel 4 und schießt am 2. April als erster Jagdflieger weltweit ein feindliches Flugzeug bei Nacht ab. Noch am selben Tag vernichtet er 3 weitere Flugzeuge in der Luft, eine unwahrscheinliche Leistung in der damaligen Zeit. Nach insgesamt 20 Luftsiegen kehrt er am 8. April 1917 von einem Feindflug nicht zurück, das Wrack seines Flugzeuges wird später nach Vitry-Sailly aufgefunden und geborgen. Leutnant Wilhelm Frankl diente : FA 49, KEK VAUX, JASTA 4 und erzielt 20 Abschüsse.

Durch das Nazi-Regime, das nach dem Krieg die Macht in Deutschland erlangte, wurden Frankls Leistungen und Persönlichkeit totgeschwiegen da er jüdischer Abstammung war. (Auch Walter Zuerl, der viele Fliegergeschichten in der Nachkriegszeitschrift "Der Frontsoldat erzählt" schreibt, erwähnt ihn nicht! Auch in dem Werk "» Pour le Mérite-Flieger" von 1938 findet Wihelm Frankl keine Erwähnung!)

Deshalb ist auch heute so wenig von einem der besten Jagdflieger aus dem Ersten Weltkrieg in Deutschland bekannt. Am 22. November 1973 wurde die Luftwaffenkaserne Grünau/Neuburg an der Donau, Standort des Jagdgeschwaders 74, in "Wilhelm-Frankl-Kaserne" umbenannt. An der "Taufe" der Kaserne nahm u. a. der damalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden Werner Nachmann teil. Die Umbenennung erfolgte gleichzeitig mit der Verleihung des Traditionsnamen "Mölders" an das Jagdgeschwader 74.

Felix Teilhaber schreibt im 1924 erschienen Buch "Jüdische Flieger im Weltkrieg": Wilhelm Frankl war eine Zeitlang der erfolgreichste deutsche Kampfflieger. Damit er Offizier werden konnte, legte er 1914 die jüdische Religion ab. Solange man allenfalls bei getauften Juden ihren semitischen Geist und ihre "spezifischen Handlungen" unliebsam vermerkt, -- die jüdische Abstammung unterstreicht, solange in Deutschland Heine und Börne, in Rußland Trotzky und Radew, als Juden gezählt werden, so lange mag auch ein Mann angeführt werden, der aus der jüdischen Gemeinschaft hervorging. Wir wollen uns aber nicht nur Frankl als jüdisches Vorbild nehmen, da neben ihm noch viele andere deutsch-jüdische Soldaten ebenso viel geleistet haben. Frankl ließ sich, nachdem er Offizier geworden war, im Jahre 1914 wegen einer Heirat taufen.

Im Jahre 1915 schrieb er an Verwandte, die ihn damals noch der jüdischen Gemeinschaft zugehörig erachteten und den Brief im "Hamburger Israelitischen Familienblatt" veröffentlichen, über die Verleihung des Eisernen Kreuzes I. Klasse:

Mein Eisernes Kreuz erster Klasse habe ich für drei Sachen erhalten: Einschießen des „Langen Heinrichs“ auf Dünkirchen, bei dem ich mit noch einigen anderen Herren beteiligt war. Wir flogen in ziemlich heftigem Granatfeuer über der Stadt, und mein Beobachter signalisierte die Einschlagstellen bei dem Geschütz. Die Verwüstungen waren kolossal. Am 10. Mai 1915 schoß ich mit einem fünfschüssigen Selbstladekarabiner ein feindliches Kampfflugzeug herunter, das ein Maschinengewehr an Bord hatte. Die Franzosen gaben dieses auch in ihrem offiziellen Tagesbericht zu. Und schließlich hatte ich im Mai zirka 16 000 Kilometer an Aufklärungsflügen, Artillerie-Einschießen usw. in Feindesland hinter mir. Das nicht immer alles ganz glatt gegangen ist, davon kann meine Maschine mit ihren zirka fünfzig Schußlöchern ein Lied singen (neulich wurde mir ein Knopf meines Mantels abgeschossen), dazu kommen noch etliche Notlandungen dicht hinter unserer Front und ein paar Stürze mit anderen Maschinen.“

Der amtliche Heeresbericht vom 6. Mai 1916 aus dem Großen Hauptquartier, der in allen Zeitungen veröffentlicht wurde, sprach erstmalig von ihm:

„Der Vizefeldwebel Frankl hat am 4. Mai einen englischen Doppeldecker abgeschossen und damit sein 4, feindliches Flugzeug außer Gefecht gesetzt. Seine Majestät der Kaiser hat seiner Anerkennung für die Leistungen des Fliegers durch die Beförderung zum Offizier Ausdruck verliehen.“

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