(* 12. März 1891 in Düsseldorf, + 03. Juli 1918 bei Adlershof nahe Berlin) war zweiter Kommandeur des Jagdgeschwaders Nr. I „Manfred von Richthofen“; er verunglückte tödlich bei einem Testflug mit einem Fokker-Prototyp.
Willi Reinhard wurde am 12. März 1891 in Düsseldorf geboren. Sein Vater war Fabrikdirektor. Nach Umzug der Familie nach Frankfurt besuchte Reinhard dort das Kaiser-Friedrich-Gymnasium und anschließend das Gymnasium in Straßburg. Nach bestandenem Abitur 1909 trat er als Fahnenjunker in das 14. Badische-Fußartillerie-Regiment in Straßburg ein.
Bei Kriegsbeginn wurde Reinhard nach Belgien kommandiert. Im November 1914 wurde er bei Bixschotte in Flandern (Belgien) durch einen Beinschuss schwer verletzt. Nach seiner Genesung im Juni 1915 folgte wieder ein Fronteinsatz. Da er sich inzwischen zur Fliegertruppe gemeldet hatte, wurde er von der Westfront bald zur Ausbildung nach Deutschland zurück beordert.
Anfang Dezember 1915 ging Reinhard als Flugzeugführer wieder an die Front, ein Oberschenkelschuss brachte ihn jedoch bald wieder ins Lazarett nach Deutschland. Im Februar 1916 kehrte er an die Front zurück und flog, inzwischen zum Oberleutnant befördert, über Puxieux und Verdun. Im Juni 1916 wurde er zur Dobrudscha (Rumänien) kommandiert und machte dort die Kämpfe bei Braila und Constanza mit. Er erhielt diverse rumänische und türkische Orden. Thyphus brachte ihn wieder ins Krankenhaus. Im Herbst 1917 verließ er Rumänien und machte in Warschau die Einsitzer-Prüfung. Anschließend kam er zum Jagdgeschwader Richthofens, vertrat Richthofen als Führer der Jasta 11 und übernahm dann die Jagdstaffel 6.
| Hauptmann Wilhelm Reinhard landet mit seinem Fokker Dr. 1. Das vollständig zerschossene Tragdeck und die Seitensteuerbeschädigung machte das Flugzeug nicht mehr steuerbar. |
Nach dem Tod wurde er dessen Nachfolger in der Führung des Geschwaders „» Manfred von Richthofen“. Reinhard erhielt das Eiserne Kreuz der 1. Klasse und den Hohenzollern Hausorden und wurde nach 20 Abschüssen zum » Pour le Mérite vorgeschlagen. Sein Tod verhinderte die Verleihung.
Am 3. Juli 1918 testete Reinhard in Adlershof bei Berlin die neuen Maschinen für sein Geschwader. Bei einem solchen Probeflug stürzte er ab und konnte die Maschine nicht mehr abfangen. Reinhard war sofort tot. Hauptmann Wilhelm Reinhard wurde nach Düsseldorf überführt und dort auf dem Süd-Friedhof beigesetzt. Das Grab existiert heute nicht mehr.
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