(* 13. April 1887 in Borstel/Stade, + 14. März 1942 in Berlin) war Chemiker und Dr. phil., seit Kriegsbeginn als Freiwilliger bei der Feldartillerie, später Beobachter in Fesselballons, nach dem Krieg Direktor der Zuckerfabrik Stöbnitz.
Peter Rieper wurde am 13. April 1887 in Borstel geboren. 1906 machte er in Altona das Abitur, studierte in Jena, München und Marburg Chemie und promovierte 1912 in Jena zum Dr. phil. Vom 1. Oktober 1912 bis 1913 trat er als Einjährig-Freiwilliger in das Torgauer Feldartillerie-Regiment 74 ein. Danach arbeitete er als Chemiker in der Zuckerfabrik Stöbnitz (Bez. Halle).
Zu Beginn des Krieges rückte er als Vize-Wachtmeister d.R. mit seinem aktiven Regiment an die Front. Am 24. August 1914 wurde er an der belgisch-französischen Grenze durch Bauch- und Brustschuss schwer verletzt. Anfang November 1914 zog Rieper wieder zu seinem Regiment, das vor Arras lag. Weihnachten 1914 wurde er zum Leutnant d.R. befördert.
Am 1. Juli 1915 trat Rieper einen vierwöchigen Kursus zur Ausbildung als Artillerie-Beobachter (Ballon-Beobachter) bei der Feldluftschiffer-Abteilung 7, die damals vor Loretto/Österreich lag, an. Er blieb bei dieser Formation, da ihm diese neue Tätigkeit besonders zusagte. Später wurde er an die Somme, dann an den Chemin des Dames versetzt. Dort wurde sein Ballon im Oktober 1917 brennend abgeschossen, Rieper konnte sich aber aus ca. 1300 m Höhe mit dem Fallschirm retten und unversehrt landen.
Später beteiligte sich Rieper an der März-Offensive 1918, bei der er mit seinem Ballonzug südlich St. Quentin eingesetzt wurde. Anschließend machte er die Mai-Offensive am Chemin des Dames von Laon aus mit.
Am 3. Juni 1918 wurde Peter Riepers Ballon durch gegnerische Flieger wieder in Brand gesetzt, nachdem vorher ein Schuss seinen rechten Oberarm getroffen hatte. Rieper landete trotzdem mit dem Fallschirm, brach beim Landen das rechte Bein und wurde bei dem böigen Bodenwind durch den Fallschirm bis zur eigenen vordersten Linie geschleift. Dort befreiten ihn Infanteristen aus seiner Lage. Im Juli erhielt er den » Pour le Mérite, bis zum September 1918 lag er in Hamburg im Lazarett. Im Oktober 1918 wurde er als Lehrer an einer Schifferschule in Namur eingesetzt. Sie wurde in den letzten Oktobertagen aufgelöst, weil die Front zu weichen begann. Rieper bekam dann Erholungsurlaub und befand sich in seiner Heimat, als die Revolution begann. Kurz danach nahm er seine Tätigkeit bei der Zuckerfabrik Stöbnitz wieder auf und wurde Mitte 1919 deren käufmännischer und technischer Direktor. Peter Rieper ist am 14.03.1942 in Berlin gestorben und wurde auf dem Stadtgottesacker Halle/Saale bestattet beerdigt.
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