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(* 17. Dezember 1891 in Krefeld, + 5. Juni 1917 über Becelaere-Zandvoorde) war Schüler von Manfred von Richthofen, später Führer der Jagdstaffel 28 und starb nach Abschuss seines Flugzeuges in Belgien.


Karl Emil Schäfer wurde am 17. Dezember 1891 in Krefeld in der Uerdinger Straße 231 geboren. Sein Vater war Seidenwarenfabrikant. Emil Schäfer besuchte in Krefeld das Realgymnasium bis zur Reifeprüfung. Danach meldete er sich als Einjähriger bei den 10. Jägern in Goslar. Nach Beendigung seiner Dienstzeit verbrachte er einige Zeit in England und Frankreich. Als er drei Tage vor Kriegsbeginn aus Paris zurückkehrte, fand er seinen Einberufungsbefehl vor.

Mit den Westfälischen Bückeburger 7. Res.-Jägern wurde Schäfer als Oberjäger nach Belgien und Frankreich kommandiert. Hier wurde er auf Horchposten und zu Patrouillengängen bis tief in die feindlichen Linien eingesetzt. Die Beherrschung der englischen und französischen Sprache war ihm dabei nützlich. Im September 1914 erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse (EK II) und wurde zum Vizefeldwebel befördert. Beim Sturm auf Maubeuge machte Emil Schäfer mit seinem 80 Mann starken Zug 2800 Gefangene. Kurz danach wurde Schäfer schwer am Oberschenkel verletzt und konnte erst sechs Monate später wieder bei seinem alten Truppenteil an der Front eingesetzt werden. Im Mai 1915 wurde er zum Leutnant befördert und an der Westfront gegen Frankreich eingesetzt.

Anfang 1916 absolvierte Schäfer die Ausbildung zum Piloten und wurde kurzfristig als Flugzeugführer an die Ostfront und danach an die Westfront versetzt. Seit Dezember 1916 gehörte er zur Jagdstaffel 11 des Freiherrn » Manfred von Richthofen. Bei seinem zweiten Flug mit Richthofen schoss Emil Schäfer 2 französische Flieger ab. In der Zeit der großen Geschwaderkämpfe schoss Schäfer in seinem roten Einsitzer diverse englische Maschinen („Lords“) ab.

Albatros D.III 2062 von Karl Schäfer (Meurchin, 09.03.1917)  

Der 6. offizielle Abschuss von Karl Emil Schäfer am 9. März 1917 in der Nähe von Pont-à-Vendin. Die F.E.8 A4874 der 40. Squadron RFC wurde zur Landung gezwungen und der Flugzeugführer 2. Lt. G.F. Haseler gegen 10:22 Uhr gefangen genommen. 


Schäfer schilderte in einem Brief an seine Eltern eine Notlandung zwischen den Linien:
„Ich fliege nach Hause an der Front entlang und sehe in ganz niedriger Höhe drüben scheinbar einen Infanterieflieger. Ich greife ihn an, schieße ihn ab und will wieder zurückfliegen, da nehmen mich die Engländer unten aus den Schützengräben mächtig vor und beknallen mich ganz unheimlich. Meine Rettung war natürlich die Geschwindigkeit des Flugzeuges. … Ich war vielleicht noch 200 m hoch, da gibt es einen Schlag und mein Motor läuft nicht mehr, der Propeller steht still. Eine peinliche Situation. Ich komme herunter, lande, meine Maschine steht noch nicht, da werde ich aus einer Hecke des Dorfes Monchy bei Arras kolossal mit Maschinengewehrfeuer beschossen. Die Kugeln klatschten nur so in meine Maschine hinein. Ich raus aus der Kiste und in das nächste Granatloch rein. Dort besinne ich mich mal erst, wo ich mich befinde. So allmählich wird mir klar, dass ich über die Linien rüber bin, aber doch verdammt nahe bei ihnen. Gott sei Dank ist es spät abends. Das ist meine Rettung.“

Eine deutsche Schleichpatrouille brachte Schäfer zurück. Am nächsten Morgen griffen die Engländer an.

Jasta 11 in Roucourt am 23. April 1917
v. li n. re.: » Karl Allmenröder, » Hans Hinsch, » Sebastian Festner, » Karl Emil Schäfer, » Manfred von Richthofen (als Flugzeugführer in seiner roten Albatros D.III), » Kurt Wolff, Georg Simon, Otto Brauneck. Knieend von li. n. re.: Karl Esser, Konstantin Krefft. Sitzend: » Lothar von Richthofen.  


Als Richthofen Ostern 1917 zum Rittmeister befördert wurde, stand sein Schüler Schäfer zum ersten Mal im Heeresbericht. Am 26. April wurde er Führer der Jagdstaffel 28. Während der Zeit auf diesem Posten erhielt er das Eiserne Kreuz I. Klasse (EK I.), das Ritterkreuz des Hausordens der Hohenzollern mit Schwertern und, nach dem 24. Abschuss, am 30. April 1917 den » Pour le Mérite.

Am 5. Juni 1917 konnte Schäfers 30. Abschuss gemeldet werden. Noch einmal flog er zu einem kurzen Besuch zu seinen Eltern nach Krefeld. Acht Tage darauf erhielten sie die Mitteilung: „An der Spitze seiner Jasta fiel unser Führer Leutnant Karl Emil Schäfer heute Nachmittag im Luftkampf gegen ein englisches Geschwader. Um 16:05 Uhr wurde seine Albatros D.III während eines Gefechts gegen FE2d Jäger der 20. Squadron des Royal Flying Corps vermutlich durch die Piloten Harold Satchell und Thomas Lewis über der belgischen Stadt Ypern in Brand geschossen.

Karl Emil Schäfer wurde in Krefeld bestattet.

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