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(* 21. Dezember 1893 in Bramsche/Landkreis Osnabrück, + 30. Mai 1918 bei Iseghem/Belgien) war Flugzeugführer im Ersten Weltkrieg. Beim Luftkampf erhielt sein eigenes Flugzeug bis zu 420 Treffer.


Wilhelm Paul Schreiber wurde am 21. Dezember 1893 in Bramsche geboren. Sein Vater war der Apothekenbesitzer Adolf Schreiber. Nach dem Realgymnasium in Quakenbrück studierte Schreiber ab 1913 Rechtswissenschaft in Freiburg i.Br. und wurde beim Corps „Suevia“ aktiv.

Bei Kriegsbeginn meldete er sich als Kriegsfreiwilliger beim Ostfriesischen Feldartillerie-Regiment Nr. 62 in Oldenburg, wurde am 15. August 1914 eingestellt und kam nach kurzer Ausbildung am 31. Oktober 1914 mit dem zweiten Transport Freiwilliger zum Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 20 an die Front. Zunächst der I. Munitionskolonne zugeteilt, wurde Schreiber am 6. Januar 1915 zur 1. Batterie des Regiments versetzt und am 25. August 1916 zum Leutnant der Reserve befördert. Bis Mitte 1916 nahm Schreiber an allen Kampfhandlungen seines Regimentes teil. Auf eigenen Wunsch wechselte er zur Fliegertruppe, wurde am 15. November 1916 zum Armee-Flugpark I zur Prüfung auf Eignung als Beobachter kommandiert und am 23. November 1916 zur Flieger-Beobachterschule nach Königsberg versetzt. Am 17. Januar 1917 kam er zur Feldflieger-Abteilung A 221 an die Front zurück.

In zahllosen Flügen beschoss und vertrieb er während der Siegfried-Stellung mit seinem Piloten Donhauser viele gegnerische Flugzeuge. Das eigene Flugzeug erhielt ebenfalls oftmals Treffer und musste in einem Fall wegen Kühlerschusses bei Bertincourt notlanden, nachdem die Besatzung 370 Patronen aus 2 MGs abgeschossen hatte.

Am 7. Juni 1917 erhielt Schreiber während der Flandernschlacht das Eiserne Kreuz Erster Klasse (EK I.). Bald darauf wurde Schreiber auf einem Infanterieflugzeug durch einen durch den Hauptbenzintank gehenden Erd-MG-Schuss zur Notlandung südlich des Bourlon-Waldes gezwungen. Dabei wurde das Flugzeug schwer beschädigt. Am 15. Mai 1918 schoss die Besatzung Schäfer-Schreiber einen Spad ab, bestätigt durch ein selbstgemachtes Foto.

Vierzehn Tage später stieg die gleiche Besatzung mit ihrem stahlgepanzerten Junkers-Infanterieflugzeug zu einem Beobachtungsflug auf. Kurz vor Ypern wurde sie durch Erd-MG-Feuer aus geringer Höhe abgeschossen. Das Flugzeug stürzte in das Trichtergelände vor den gegnerischen Gräben. Schreiber und sein Flugzeugführer Vizefeldwebel Schäfer starben. Schreibers Leiche konnte nachts geborgen werden. Am 2. Juni 1918 wurde er auf dem Ehrenfriedhof in Iseghem in Belgien beigesetzt. Die Leiche des Flugzeugführers war im Sitz festgeklemmt, das Flugzeug lag zwischen den Linien unter feindlichem Artilleriefeuer. Bis zum Unglückstag hatte das Flugzeug 420 Treffer erhalten. Schreiber hatte als Beobachter den höchsten Kriegsorden » Pour le Mérite erhalten.

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