(* 16. Januar 1888 in Berlin, + xx.xx.xxxx in ?) war deutscher Jagdflieger bei der Jagdstaffel 1 und schoss sechs gegnerische Flugzeuge ab.
Ein Portrait von Gastautor Rainer Absmeier.
Ernst Adolf Gustav Freiherr von Stenglin wurde am 16. Januar 1888 als erster Sohn von Felix Heino Wilhelm Otto Karl Hermann von Stenglin, Schriftsteller und Kgl. preußischer Lt. a. D. und Maria von Stenglin, geb. Fassonge, in Berlin geboren. Vermutlich trat Ernst von Stenglin erst nach Kriegsbeginn als verheirateter Mann (14. Oktober 1913 mit Cläre Meier) freiwillig zum Militär ein. Ob er vor seiner Laufbahn in der Fliegertruppe bei einer Feldeinheit diente ist dem Autor nicht bekannt. Wahrscheinlich flog er aber bei der Fliegertruppe, wie allgemein üblich, zunächst bei einer Aufklärungseinheit, bevor er nach Umschulung auf Jagdeinsitzer als Vizefeldwebel am 19. Januar 1917 zur » Jagdstaffel 1 (Jasta 1) kommandiert wurde. Die Jasta 1 wurde zu diesem Zeitpunkt von » Oblt. Hans Kummetz geführt und lag im Abschnitt der 1. Armee auf dem Flugfeld in Proville an der Westfront.
| Lt. d.R. Armbrecht, Lt. Ernst von Stenglin, » Lt. d.R. Werner Dittmann, Lt. Paul Schmidt von Weingarten und Lt. d.R. Erwin Härtl beobachten die Flugaktivitäten im Feld. (Fotoalbum von Lt. Werner Dittmann) |
Am 15. Februar 1917 meldete Ernst von Stenglin seinen ersten Abschuss als Jagdflieger. Es war eine Sopwith Pup der 54. Squadron des Royal Flying Corps, welche in der Gegend bei Lapignies-Douchy zwei Pups verlor. Die andere Pup ging auf das Konto der deutschen Flugabwehr. Cpt. C.L.M. Scott und 2nd Lt. E. H. Hamilton kamen dabei ums Leben. Knapp einen Monat später, am 11. März 1917, schoss von Stenglin sein zweites gegnerische Flugzeug ab. Diesmal war es eine „Vickers“ der 32. Squadron, wobei 2nd Lt. J.H. Cross verwundet wurde und daraufhin bei Bapaume notlanden musste. Dies sollte von Stenglins letzter Abschuss an der Westfront bleiben.
| Lt. Ernst von Stenglin auf dem Flugfeld in Italien (Fotoalbum von » Werner Dittmann) |
Am 21. September 1917 wurde die » Jagdstaffel 1 (Jasta 1) mit den Jagdstaffeln 31 und 39 zur Unterstützung der 14. deutschen Armee an die italienische Isonzo-Front verlegt. Die Staffel sollte dort an der geplanten österreichisch-ungarischen Offensive teilnehmen und lag zunächst auf dem Flugfeld in Veldes (Bled).
| Luftaufnahme der Jagdstaffel 1 und Jagdstaffel 31 auf dem von Flugplatz von Veldes (Fotoalbum von Werner Dittmann). |
Am 8. Dezember 1917 meldete von Stenglin am Montello einen Abschuss einer britischen Sopwith. Am 30. Dezember 1917 beanspruchte er zwei Abschüsse , eine Sopwith Camel und eine Spad. Am 1. Januar 1918 schoss er seinen nächsten Gegner ab, als er südlich Vittorio eine Sopwith Camel der 66. Squadron brennend zu Fall brachte. Der britische Pilot, Lt. Erskine, starb bei diesem Luftkampf. Dies war von Stenglins sechster und letzter Abschuss des Krieges. Sein erster und sein letzter Abschuss wurden einwandfrei bestätigt, bei den anderen ist nicht sicher bekannt, ob diese ihm auch tatsächlich anerkannt wurden.
Noch im Januar 1918 verließ von Stenglin die » Jagdstaffel 1 aus unbekannten Gründen, danach wurde er zur Jagdstaffelschule in Famars bei Valenciennes kommandiert. Er blieb dort zumindest bis einschließlich August 1918 als Fluglehrer. Ob er bis Kriegsende dort blieb, oder danach als Jagdpilot wieder aktiv ins Kriegsgeschehen eingriff ist dem Autor nicht bekannt.
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Ernst Freiherr von Stenglin (3. von re hi.) im Kreis seiner Flugschüler Ende Juli/Anfang August 1918 in der Jagdstaffelschule in Famars. (Foto: Rainer Absmeier Collection) • Lt. Hilmar Schickler (5. von links stehend) kam am 06. August 1918 zur Jagdstaffel 19 (Jasta 19) und fiel aber schon am 13. August 1918 über Roye im Luftkampf. • Lt. Schellenberg wurde am 20. August 1918 der Jagdstaffel 27 (Jasta27) zugeteilt, Schicksal unbekannt. • Lt. Helmuth Fürstenau wurde danach zur sächsischen Jagdstaffel 44 kommandiert und fiel am 17. August 1918 in seiner Fokker D.VII im Luftkampf über Berlancourt. • Lt. Bodo von der Wense war vor Besuch der Jagdstaffelschule kurz bei der Jagdstaffel 8 (Jasta 8), von Juli bis 06. August 1918 bei der Jagdstaffelschule in Famars, danach kam er zur Jagdstaffel 6 (Jasta 6), wo er schon am 11. August 1918 über Péronne-Herbecourt im Luftkampf mit Sopwith Camels der 209. Squadron RAF fiel. • Vfw. Arthur Martens wurde zunächst der Jagdstaffel 11 zugeteilt, wo er bis zum 10. Oktober 1918 blieb, ab 15. Oktober 1918 flog er bis Kriegsende bei der württembergischen Jagdstaffel 64 (Jasta 64). |
Ernst Freiherr von Stenglin überlebte den Krieg. Er erhielt den Hohenzollernhausorden mit Schwertern verliehen.
Einheiten:
• FA oder FAA ?
• Jagdstaffel 1 (Jasta 1)
Auszeichnungen:
• Hohenzollernhausorden mit Schwertern
Abschüsse:
01. - 15.02.1917 - Jasta 1 - Sopwith Pup - Lapignies-Douchy
02. - 11.03.1917 - Jasta 1 - Vickers - Le Sars
03. - 08.12.1917 - Jasta 1 - Sopwith Camel - Montello
04. - 30.12.1917 - Jasta 1 - Sopwith Camel - westl. von Conegliano
05. - 30.12.1917 - Jasta 1 - Spad S.7 - südl. von Susegana
06. - 01.01.1918 - Jasta 1 - Sopwith Camel - südl. Vittorio
Quellen:
• » The Jasta Pilots - Detailed Listings and Histories 1916-1918
• » The Jasta War Chronology - A Complete Listing of Claims and Losses
• » Die Albatros- (Oeffag-) Jagdflugzeuge der k.u.k. Luftfahrtruppen
• Freiherren Genealogie Band I von 1954 über Institut deutsche Adelsforschung
Genealogie der Gesamtfamilie (Freiherren) Jahrgang 1848, Anhang von 1941
• » Aviation Awards of Imperial Germany in World War I - Vol. III-Saxon von Neal W. O'Connor
Siehe auch:
» Datenbank der Jagdstaffel 1
» Fotoalben von Werner Dittmann
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