(* 01. April 1876 in Hannover; + 05. August 1918 Nordsee, östlich von King's Lynn/GB) ging nach dem Abitur zur Marine, war im Ersten Weltkrieg für den Einsatz der Marineluftschiffe zuständig und starb beim Abschuss seines Zeppelins.
Peter Strasser wurde am 1. April 1876 in Hannover geboren. Sein Vater war Architekt. Peter Strasser besuchte das Gymnasium in Bruchsal. 1894 trat er als Seekadett in die Marine ein, erhielt seine Erstausbildung auf den Schulschiffen „Stein“ und „Moltke“. Nach der Kieler Marineschule wurde er den Sonderlehrschiffen „Mars“ und „Blücher“ zugewiesen. Nach drei Jahren Ausbildung wurde er Leutnant zur See und unternahm anschließend auf dem „Panther“ eine größere Seereise nach Ostasien. Nach Deutschland zurückgekehrt, wurde er als Artillerieoffizier auf die „Mecklenburg“ und „Westfalen“ versetzt.
Inzwischen hatte die Marine sich für die Verwendung der Zeppelin-Luftschiffe entschieden. In den ersten Kriegsjahren besaß die deutsche Seekriegsleitung in der Luftschiffwaffe ein Hilfsmittel, das aber nicht stark eingesetzt wurde. Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Befehlshaber der Marineluftfahrtabteilungen (BdL) und den Befehlshabern, denen die Luftstreitkräfte taktisch unterstellt waren, führten dazu, dass auf Betreiben des Flottenchefs, Admiral Scheer, die Zugehörigkeit der Luftschiffwaffe zu dem Befehlsbereich des BdL gelöst wurde. Der neu ernannte Führer der Marineluftschiffe (FdL) wurde Fregattenkapitän Peter Strasser. In dieser Position war er für die Planung und den Einsatz der Marineluftschiffe im Ersten Weltkrieg zuständig, nahm aber auch selbst an Angriffsfahrten gegen England teil.
Zu Beginn des Krieges standen der Marine zwei Luftschiffe (L3 und L4) zur Verfügung. Das wenige Personal hatte kaum Erfahrung. Zusammen mit Dr. Eckener begann Strasser, auf den drei von der „Delag“ (Deutsche-Luftschiff-Aktiengesellschaft) übernommenen Luftschiffen „Hansa“, „Viktoria Louise“ und „Sachsen“, die junge Mannschaft auszubilden. Insgesamt flogen die deutschen Zeppeline im Ersten Weltkrieg 200mal gegen den Gegner, 114mal starteten sie zur Aufklärung. Am 20.08.1917 erhielt Peter Strasser die höchste Auszeichnung, den » Pour le Merite.
Bei einer Explosion aus unbekannter Ursache am 5. Januar 1918 in den Luftschiffhallen in Ahlhorn wurden sechs Luftschiffe z.T. neuester Konstruktion, vernichtet.
Am 5. August 1918 startete ein Zeppelin-Geschwader zum Großangriff auf England. Peter Strasser machte die Fahrt an Bord des L70 (Kommandant Fregattenkapitän Prölß) mit. Nach englischen Berichten griffen zwei Flugzeuge den L70 an, der daraufhin brennend in die Nordsee stürzte.
| Luftschiff "L 70" mit dem Peter Strasser abstürzte. |
Während des Weltkrieges starben 40 Offiziere inkl. ihres Führers Strasser und über 300 Deck- und Unteroffiziere in ihren Luftschiffen, ein sehr hoher Prozentsatz dieser Waffengattung.
Zeppelin-Luftschiff "Hansa" (Länge: 150m / 3 Motoren a 170 PS bei max. 80 km/Std)
| Prinz Heinrich und Peter Strasser (Sylt 1916). |
|


