(* 16. Mai 1891 in Ingolstadt, + 15. März 1918 bei Brancourt) war ein deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, übernahm die Führung des Jagdgeschwaders 2 und wurde 1918 bei einem Luftkampf in seiner Fokker Dr.I abgeschossen.
Adolf Ritter von Tutschek wurde als Sohn des kgl. Bayerischen Oberstabsarztes Karl Tutschek in Ingolstadt geboren. Er besuchte das St. Anna-Gymnasium in Augsburg, trat 1910 in das 3. Bayrische Infanterieregiment als Fahnenjunker ein, wurde 1912 zum Leutnant befördert und zog mit diesem Regiment bei Kriegsbeginn 1914 ins Feld.
Später wurde er in das Infanterieregiment 40 (Hohenzollern) versetzt. Als Kompanieführer machte er die Kämpfe in Frankreich, Belgien, Galizien, Russland und Serbien mit und kämpfte schließlich auch vor Verdun. Im Mai 1915 wurde er bei Gorlice durch Granatsplitter am Fuß verwundet. Im August 1915 wurde er mit dem Militär-St.-Josefs-Orden ausgezeichnet und Anfang 1916 zum Oberleutnant befördert.
Im März 1916 erlitt er vor Verdun eine Gasvergiftung. Nach seiner Genesung meldete er sich zur Fliegertruppe. Er besuchte die Militärflugschule in Schleißheim bei München und gelangte im Oktober 1916 mit der Flieger-Abteilung 6b an die Front an der der Somme.
Am 25. Januar 1917 wurde Tutschek zur Jagdstaffel 2 "Boelcke" versetzt und schoss dort sein erstes Flugzeug ab. Am 28. April 1917 übernahm er als Staffelführer die Jasta 12 und erzielte bis August 1917 insgesamt 23 Luftsiege. Am 3. August 1917 wurde er mit dem Orden » Pour le Mérite ausgezeichnet und dann bei einem Luftkampf gegen Charles Booker in 2.600 m Höhe durch ein Geschoss an der Schulter schwer verwundet. Während der Zeit seiner Genesung schrieb er das Buch » Stürme und Luftsiege
. Seine Genesung dauerte sechs Monate.
| Adolf Ritter v. Tutschek mit dem Beobachter Lt. von Stein im Albatros C Doppeldecker nach dem ersten Doppelsieg am 26. Dezember 1916. |
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Aus dem Tagebuch von Adolf Ritter v. Tutschek im Orginaltext Kampf in der Dämmerung Es dämmerte schon, die Wolkenränder leuchteten noch rötlich von den letzten Strahlen der untergehenden Sonne, und drunten zuckten feurige Blitze auf, die Abschüsse und Einschläge im Trichterfelde. Wie Irrlichter leuchteten dann, bis auf vierzig Kilometer weit sichtbar, die Stellen auf, wo die Batterien stehen. Jedesmal von neuem haftet der staunende Blick an diesem gewaltigen Schauspiel. Ich hatte mich beim Einfliegen eines neuen Flugzeuges etwas verspätet und wollte gerade aus fünftausend Meter Höhe herunterturnen, als ich plötzlich gar nicht weit von mir fünf Sopwitheinsitzer aus den Wolken fallen sah. Zwar waren meine beiden Maschinengewehre noch nicht recht erprobt, aber welcher Jäger läßt sich sein Wild entgehen, aus Angst das Gewehr werde versagen? Schon war ich hinter dem letzten der in steilen Spiralen tiefgehenden Einsitzer. Sie rasten auf einige tieffliegende Wolkenfetzen zu, anscheinend in der Absicht, sich darin zu verstecken und den lästigen Verfolger abzuschütteln. Ich dicht hinterher. Nun heißt es Akkordarbeit, sonst sind die Brüder weg! Ich schoß mit eintausentachthundert Touren auf dem Motor, daß es eine wahre Freude war; und die Engländer gingen immer steiler weg. Meine Kiste ächzte und bog sich in der rasenden Fahrt nach abwärts; der Luftzug erlaubte mir kaum, den Kopf zu erheben, um zu zielen. Schon bin ich auf nächste Entfernung heran, der andere qualmt schon, da, ein wahnsinniger Ruck und Schlag durch die ganze Maschine, ich überschlage mich, werde wieder hochgerissen, mein braver Mercedesmotor vor mir führt die reinsten Akrobatentänze auf, schwarzes Öl spritzt mir ins Gesicht, heißes Wasser, ich habe das Gefühl, als breche alles auseinander. Instinktiv habe ich sofort Gas und Zündung weggenommen und durch steiles Ziehen den Propeller zum Stehen gebracht. ….Das alles war das Werk weniger Sekunden. Nun sah ich erst die Bescherung. Ich hatte mir mit meinen beiden Maschinengewehren, die anscheinend falsch eingestellt waren, die eine Propellerhälfte ganz und die andere zur Hälfte weggesägt, und traurig ragte ein kleiner Stumpf noch in die Höhe. Durch die riesige Umdrehungsgeschwindigkeit und die Zentrifugalkraft des übriggebliebenen halben Stummels war der ganze Motor im wahrsten Sinne des Wortes „aus dem Häuschen“ geraten und hatte sich vom Flugzeug „losgesagt“. In ganz traurigem Gleitflug ging ich mit meiner zerstörten , verzogenen Kiste tief. Zum Glück hatten meine braven Sopwiths die traurige, verzweifelte Lage ihres Verfolgers nicht erkannt, sonst hätten sie mich wehrloses Häschen rettungslos abgeschossen. Kurz darauf setzte ich dicht neben der Straße Douai – Cambrai an einem Bahndamm – fast hätte es noch Bruch gegeben – auf, stieg aus und freute mich wieder meines Lebens. Quelle: "Flieger am Feind" von Werner v. Langsdorff © 1934 |
Am 1. August 1918 übernahm von Tutschek, inzwischen zum Hauptmann befördert, die Führung des » Jagdgeschwaders 2.
Nach insgesamt 27 Abschüssen (24 bei der Jasta 12 bzw. Jagdgeschwader 2) wurde er am 15. März 1918 um 10:15 bei einem Luftkampf in der Nähe von Brancourt von dem Südafrikaner Harold Redler in seiner Fokker DR.I 404/17 abgeschossen und starb. Adolf Ritter von Tutschek wurde auf dem Waldfriedhof in München beigesetzt.
| Adolf Ritter v. Tutschek verwundet im Luftkampf gegen Flt Lt Charles Dawson Booker von der RNAS Naval 8 Squadron am 11. August 1917 in Douai. |
| Adolf Ritter v. Tutschek am 8. März 1918 |
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In Trichtern und Wolken Adolf Ritter von Tutscheks Kriegsaufzeichnungen 268 Seiten mit 22 Abbildungen Herausgegeben von Thor Goote Georg Westermann Verlag 1934 "Vielen Dank an Thomas Weisser, der der Redaktion das Buch zur Verfügung gestellt hat" |
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Adolf Ritter von Tutscheks 24. Abschuss Der Pilot der Spad 13 B6732 war 2nd Lieutenant David C. Doyle von der 23. Squadron RFC. Allerdings war dieser kein Ire, sondern ein in Liverpool geborener Engländer. Von Tutschek beschreibt diesen Vorfall wie folgt: Toulis, 26. Februar 1918 Mein erstes Opfer nach Rückkehr zur Front bildete heute ein armes, verfranztes Spad-Häschen. "Ich sitze mittags in meinem Fokker-Dreidecker, schaukle vom rechten Flügel auf den linken und fliege Richtung Laon. Bin noch weit weg von der Front, da kracht es plötzlich dicht unter mir. Verwundert blicke ich nach unten. Da, zwei schwarze Flaksprengpunkte, die mich auf irgend etwas aufmerksam machen wollen. Ich blicke nach links, ich blicke nach rechts, nach oben, nach unten, nirgends ist etwas Verdächtiges zu sehen, nur weit weg ein Flugzeug, das in 2000 Meter Höhe landeinwärts zu uns strebt. Den Typ kann ich auf die weite Entfernung nach nicht erkennen. Das kann doch kein Franzose sein, der in 2000 Meter Höhe hinter unseren Ballonen, noch dazu allein, spazieren fliegt? Ein instinktives Gefühl sagt mir: Schau die den Burschen einmal an! Ich schneide ihm die Kurve ab, bin höher, kann ihn also bald einholen. Nun hat er mich anscheinend gesehen und dreht auf mich zu. So kann ich die Hoheitsabzeichen von vorne nicht sehen, ich werde misstrauisch und ziehe mit einem Ruck den Dreidecker senkrecht hoch, bin über ihm und erblicke englische Kokarden auf den Tragflächen. Kehrt, das linke Auge zu und mit dem rechten „Kimme, Korn, Engländer“. Das ist das Werk eines Augenblicks! Auch Tommy liegt schon in der Kurve, er kommt aber mit seinem schweren 200 PS-Spad nicht so rasch herum, und ohne dass er das Feuer erwidern kann, rattern meine beiden Maschinengewehre los. Fünfzig Schuss, der Spad geht senkrecht hoch, ich nach, dann auf den Kopf und in fast senkrechtem Sturzflug tief. Ich blinzele ängstlich auf meinen Kilometermesser, der weit über 240 Stundenkilometer zeigt, dicht hinter ihm. Nie ablassen vor dem Aufschlag, das ist ein Grundsatz, den ich mir aus vielen schlimmen Erfahrungen anerzogen habe. Da, er fängt wieder, nein, der Propeller dreht sich nicht mehr, eine lange weiße Rauchfahne deutet auf zerschossenen Benzintank. Nun setzt der Spad auf, und zu meiner größten Freude steht der Vogel wohlbehalten glatt gelandet da. Bei Athies, zwei Kilometer nordöstlich Laon. Aber nun pass auf! Der kritische Augenblick kommt jetzt, wo der wackere Englishman seinen „Kahn“ anzündet, da heißt es, zuvorkommen. Tak, tak, tak, schlägt meine Maschinengewehrgarbe dicht vor der Nase des Engländers in den Boden ein, Die Wirkung ist immer die gleiche, prompte. Im nu ist er heraus, läuft hundert Meter weg und hebt beide Arme hoch. Ich schieße selbstverständlich nicht mehr und kreise um die Beute, bis ich den Gegner von zwei im Galopp herankommenden Reitern gefangengenommen sehe. Nun geht´s heim und im Auto hin zu dem fast völlig unversehrten Apparat, der nur Holm-, Tank, und Propellerschüsse aufzuweisen hatte, und dann zu meinem irischen Oberleutnant Doyle nach Laon, der recht froh zu sein schien, mit einem Streifschuss an der kleinen Zehe weggekommen zu sein. Er hatte die deutschen Fesselballone für englische gehalten, erklärte, seit drei Monaten in Flandern zu fliegen, und stellte mit Befriedigung fest, dass für ihn der Krieg zu Ende sei. Ich musste ihm hierin unbedingt recht geben! Er ist der Sohn eines englischen Obersten." Quelle: In Trichtern und Wolken (eingereicht von Rainer Absmeier 06-2010) |
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Die Spad 13 B6732 war von Tutscheks 24. Luftsieg. Das Foto wurde vermutlich nicht an der Abschuss-Stelle aufgenommen, sondern später auf dem Heimatflugfeld der Jagdstaffel 12. Von Tutschek steht mit seinen Monteuren vor der Spad 7. Im Hintergrund ist seine Fokker Dr. I zu sehen. (Quelle: Rainer Absmeier Collection) |
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, aber meinen recherchen zu folge hatte adolf riter v. tutschek weder geschwister noch eigene nachkommen
. wohl ein wunstraum


