(* 22. August 1890 in Hamburg, + 28. Juni 1987 in Bremen) war im Ersten Weltkrieg Infanterist in Frankreich, wurde im letzten Kriegsjahr Jagdflieger in Polen und Rumänien und überlebte beide Weltkriege.
Hans Georg Hermann Weber wurde am 22. August 1890 in Hamburg geboren. Seine Eltern waren der Maurermeister Christian Weber und seine Ehefrau Caroline geb. Krüger. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Hans Weber von 1905 bis 1907 eine Zimmererlehre in einem Meisterbetrieb in Stade.
Am 11. Oktober 1911 meldete er sich als Ersatzrekrut beim westpreußischen Infanterieregiment Nr. 129 und leistete in der 1. Kompanie seinen Militärdienst ab. Bei der Mobilmachung vom 5. August 1914 wurde Weber zum II. Reserve-Infanterie-Regiment 86 einberufen.
(Das RR 86 wurde im August 1914 gegründet. Ihm gehörten Reservisten aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg und den Hanse-Städten an. Gegliedert war es in drei Bataillone: das I. und II. Bataillon in Flensburg und das III. Bataillon in Schleswig. Am 24. August 1914 wurde das Regiment an der Westfront eingesetzt und kämpfte dort bis November 1918.)
In diesem II. Regiment nahm Hans Weber am 16. September 1914 u. a. an dem Gefecht bei Noyon teil und vom 6. März bis 11. Oktober 1915 an den Kämpfen an der Aisne sowie an den Stellungskämpfen in der Champagne. Anschließend wurde Weber am 13. August 1916 zur 21. Reserve-Division (Res.Div.) und bereits am 16. August 1916 zur 3. Kompanie des Ersatz-Bataillon-Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 88 (RIR 88) versetzt. Bei dieser Einheit wurde Weber ab 19. Januar 1917 am Granatwerfer 16 ausgebildet.
Bei den o. a. Kämpfen wurde Hans Weber wiederholt schwer verletzt und vom 1. November 1916 bis 19. Januar 1917 in den Reserve-Lazaretten in Münster und Wandsbek behandelt. Nach vollständiger Heilung kehrte er zum Militärdienst zurück und meldete sich am 24. Januar 1918 bei der Fliegerersatzabteilung 4 (FEA 4) Posen/Polen. Dort wurde er als Sergeant (Sgt.) ausgebildet. Am 23. Mai 1918 wechselte er zwecks Weiterbildung zum Flugzeugführer zur Fliegerschule Fürstenwalde. Am 12. August 1918 wurde er als Jagdflieger zur Fliegerersatzabteilung 4 (FEA 4) zurück versetzt, bei der auch Karl Odebrett als Jagdflieger eingesetzt war. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges wurde Weber als Jagdflieger an die Ostfront nach Rumänien kommandiert, blieb unverletzt und kehrte bei Kriegsende nach Deutschland zurück.
Hans Georg Hermann Weber erhielt folgende Auszeichnungen:
• Eisernes Kreuz Zweiter und Erster Klasse (EK II und EK I)
• Hamburger Hanseatenkreuz
• Verwundeten Abzeichen
• Flugzeugführerabzeichen
Nach dem Ersten Weltkrieg konnte sich Hans Weber zum Architekten weiterbilden. Er heiratete und wurde Vater von vier Kindern, das älteste ist Jahrgang 1920. Im Jahr 1932 wurde Weber Mitglied im „Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten e.V.“, dem stärksten paramilitärischen Verband, der in Opposition zum politischen System der Weimarer Republik stand. Von 1935 bis 1936 war Hans Weber in einem Lager in Bremen interniert. Nach Familien-Überlieferung soll er damit für einen Witz über den "Führer" bestraft worden sein. Dies soll auch der Grund dafür gewesen sein, dass er im Zweiten Weltkrieg nicht mehr an der Front eingesetzt wurde.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Hans Weber „unabkömmlich“ (uk) gestellt und war als Architekt und Bauleiter beim Bau des Westwalls eingesetzt. Angestellt war er zwischen 1936 und 1947 bei diversen Baufirmen in Bremen, Verden und Hamburg. Bis zum Rentenalter arbeitete Weber als Architekt, in späteren Jahren freiberuflich.
Die letzten Wochen seines Lebens verbrachte Hans Weber in einem Pflegeheim in Bremen. Dort starb er 1987 im Alter von 97 Jahren und wurde auf dem Bremer Friedhof Riensberg bestattet. Zu den Nachfahren seiner 4 Kinder gehören 10 Enkel- und viele Urenkelkinder.
Anmerkung der Redaktion:
Im Januar 2010 erhielt www.Flieger-Album.de von der Enkelin Hans Webers Zeitdokumente und Feldpostbriefe und -Karten aus seinem Nachlass ihres Großvaters zur Einsicht und Aufarbeitung. Wir bedanken uns bei Frau Monika Dix (m-dix@web.de) für die Bereitstellung des Materials.
| Dokumentennachlass von Hans Weber. Viele Dokumente insbesondere die vielen Feldpostbriefe befinden sich derzeit in der Auswertung. |
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Schießbuch Flugschüler: Sgt. Hans Weber, FEA 4 Posen (angefangen am 1. Mai 1918) Einträge aller ausgeübten Schießübungen ua.: • Einzelfeuer auf Ringscheibe (erfüllt) • Reihenfeuer auf Flugzeugringscheibe (nicht erfüllt) • Dauerfeuer auf Flugzeugringscheibe (nicht erfüllt) In diesem Dokument wurden alle Schießübungen bei der Fliegerersatz-Abteilung 4 in Posen dokumentiert. Die Übungen wurden mit einem Maschinengewehr in 25 bis 50 m Entfernung ausgeführt und vom Führer der Fliegerschule unnterschrieben und abgestempelt. |
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