(* 25. Februar 1895 in Stuttgart, + 06. Oktober 1981 in Stuttgart) war deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und hat zwei generische Flugzeuge und einen Ballon abgeschossen.
Ein Portrait von Gastautor Rainer Absmeier.
Werner Zech meldete am 25. Juni 1913 zum Militär und trat als Fahnenjunker beim Infanterie-Regiment Nr. 125 „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württembergisches) in Stuttgart ein. Am 11. Februar 1914 wurde er zum Fähnrich und am 7. August 1914 zum Leutnant befördert. Das Infanterie-Regiment Nr. 125 hatte seine Feuertaufe am 22. August 1914 bei Mousson-Baranzy und trat am 30. August 1914 bei Sassey über die Maas. Im September 1914 hatte die Einheit schwere Kämpfe in den Argonnen, wo sie hohe Verluste hatte. Zech nahm wohl die ersten beiden Monate an diesen Kämpfen teil, denn obwohl er seit Oktober 1914 bei einem Artillerie-Depot in der Nähe von Stuttgart stationiert war, erhielt er dort am 8. Januar 1915 das Eiserne Kreuz der 1. Klasse verliehen. Vermutlich war er dort zur Erholung von den schweren Kämpfen, oder nach Genesung von einer Verletzung bei diesem Depot. Danach wurde er zu den Daimler-Werken in Stuttgart und am 21. Februar 1915 zur Flieger-Beobachter-Schule in Schwerin geschickt, wo er einen Tag später mit dem württembergischen Friedrichsorden Ritterkreuz 2. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet wurde. Nach seiner Ausbildung in Schwerin erhielt er bei der Fliegerersatz-Abteilung 1 (FEA 1) weiteren fliegerischen Unterricht und wurde schließlich am 14. Juni 1915 der Feldflieger-Abteilung 12 (FFA 12) zugeteilt, wo er den Rest des Jahres 1915 als Beobachter in Zweisitzern flog. Die ersten sechs Monate des Jahres 1916 lernte Zech bei der Fokker-Kampfstaffel des Hauptquartiers des Oberkommandos das Fliegen. Anfang Juli 1916 kehrte Zech als Beobachter an die Front zurück, wo er die nächsten drei Wochen bei der Feldflieger-Abteilung 42 (FFA 42) diente. Danach wurde er zur Fokker Kampfflieger-Abteilung A, auch als Kampfstaffel Falkenhausen bekannt, kommandiert, um dort auf Fokker-Eindeckern erstmals ernsthaft seinen Jagdfliegerambitionen nachzugehen.
Am 28. September 1916 wurde aus der Kampfstaffel Falkenhausen die Jagdstaffel 14 (Jasta 14) gebildet, die ihren ersten Sitz in Bühl im Bereich der Armee-Abteilung „A“ hatte. Offiziell wurde Zech am 8. Oktober 1916 dieser neuen Kampf-Einheit unterstellt. Zu dieser Zeit war noch Hauptmann Kreig der Staffelführer, der aber schon am 14. Oktober 1916 durch » Oblt. Rudolf Berthold ersetzt wurde. Der aktuelle Flugzeugbestand war bestand aus sieben Fokker-Doppeldeckern, einer Halberstadt und zwei Fokker-Einsitzern. Zech flog auf einer dieser Maschinen seine ersten Einsätze als Jagdflieger über der Front. Abschüsse ergaben sich bei der Jasta 14 in den ersten sechs Monate seit ihrer Gründung nur drei, davon fielen zwei auf den Staffelführer » Rudolf Berthold.
Am 6. April 1917 wurde Zech zur » Jagdstaffel 1 (Jasta 1) kommandiert. Die Jasta 1 lag zu dem Zeitpunkt auf dem Flugfeld bei Vivaise im Frontabschnitt der 7. Armee und wurde von » Oblt. Hans Kummetz geführt. Nach knapp einem Monat Zugehörigkeit schoss Zech innerhalb von nur einer Woche alle seine Gegner des gesamten Krieges ab. Am 2. Mai 1917 wurde ihm der Abschuss eines französischen Fesselballons über Vauxtin bestätigt. Der Ballon der 66 Compagnie d'Aérostières wurde 28 Mal getroffen, aber nicht zum brennen gebracht. Sein zweiter Abschuss folgte am 5. Mai 1917, als er über Aizy eine Nieuport zum Absturz brachte. Zwei Tage später war es eine Spad VII in der Gegend um Cerny. Der Pilot war wahrscheinlich Adj. Violleau der Escadrille N.75. Er wurde zuletzt über Pontavert gesehen und dann von den Franzosen als vermisst gemeldet. Danach schoss Zech keinen weiteren Gegner ab.
Am 6. September 1917 wurde Zech zur Jagdstaffel 31 (Jasta 31) als neuer Staffelführer kommandiert, um dort den erfolglosen Oblt. Gunther Viehweger abzulösen (Neal W. O'Connor spricht aber auch von der Möglichkeit, dass Oblt. Viehweger schon Anfang August 1917 von Lt. Alwin Thurm bei der Jasta 31 abgelöst wurde). Erst als Thurm am 31. Dezember 1917 im Luftkampf fiel, wurde Zech zum neuen Staffelführer ernannt - (laut Aussage eines deutschen Historikers). Die Jasta 31 stand, wie die Jagdstaffeln 1 und 39 auch, kurz vor dem Einsatz an der italienischen » Isonzo-Front, um die österreichisch-ungarischen Verbündeten bei der » 12. Isonzo-Schlacht zu unterstützen. Die Jagdstaffeln wurden dort der deutschen 14. Armee unterstellt. Die Jagdstaffel 31 schoss seit Beginn der Offensive, am 24. Oktober 1917, bis Jahresende 1917 zwölf gegnerische Flugzeuge ab (davon vier von Thurm). Für die hervorragende Arbeit wurde Zech am 22. Dezember 1917 mit dem österreichischem Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Kriegsdekoration ausgezeichnet (ein Indiz mehr, dass Zech schon seit September 1917 Sattelführer der Jasta 31 war).
Am 20. Februar 1918 eskortierten neun Albatros-Einsitzer der Jasta 31 den Hansa-Brandenburg C.I Aufklärer 329.49 der Fliegerkompagnie 28/D (FLIK 28/D) und gerieten gegen 10:00 Uhr in 3.500 Meter Höhe in einen Luftkampf mit fünf Sopwith Camel der britischen 45. Squadron, von denen durch Lt. d.R. Wittenhagen eine südlich Conegliano abgeschossen wurde. Dies war der letzte Abschuss der Jasta 31 am italienischen Kriegsschauplatz. Am selben Tag erhielt Zech das Ritterkreuz des württembergischen Militärverdienst-Orden verliehen.
Anfang März 1918 wurden die deutschen Einheiten in Italien wieder abgezogen, um alle verfügbaren Kräfte für die große deutsche Frühjahrsoffensive im Westen zu bündeln. Die Jasta 31 wurde der 1. Armee unterstellt und bezog ihr Flugfeld am 28. März 1918 zunächst für ein paar Tage bei Bergnicourt, war aber danach für fünf Monate in St. Loup stationiert. Zech, der am 22. März 1918 zum Oberleutnant befördert wurde, schoss aber in der turbulenten Anfangszeit der Offensive mit seiner Jagdstaffel keinen einzigen Gegner ab. Und so wurde er schließlich am 18. Mai 1918 von Oblt. Robert Blumenbach (kam von der Jagdstaffel 12) als Staffelführer der Jasta 31 abgelöst. Zech wurde danach Kommandeur der Fliegerschulen in Graudenz/Fliegerersatz-Abteilung 8 (FEA 8) (vom 2. Juni 1918 bis August 1918) und in Altenburg/Fliegerersatz-Abteilung 1 (FEA 1) (von August 1918 bis Kriegsende). Oberleutnant Zech's Bilanz als Staffelführer sieht folgendermaßen aus: Vierzehn Abschüssen stehen vier im Luftkampf getötete und vier verwundete Piloten gegenüber, alle an der italienischen Front.
Vor dem 2. Weltkrieg trat Zech in die Luftwaffe ein und brachte es in seiner militärischen Laufbahn bis zum Rang eines General-Major. Er starb am 16. Oktober 1981 in Stuttgart.
Einheiten:
• Fliegerersatz-Abteilung 1 (FEA 1)
• Feldflieger-Abteilung 12 (FFA 12)
• Feldflieger-Abteilung 42 (FFA 42)
• Kampfflieger-Abt. A (Kampfstaffel Falkenhausen)
• Jagdstaffel 14 (Jasta 14)
• Jagdstaffel 1 (Jasta 1)
• Jagdstaffel 31 (Jasta 31)
Auszeichnungen:
• Eiserne Kreuz der 1. Klasse
• Württembergischer Friedrichsorden Ritterkreuz 2. Klasse mit Schwertern
• Österreichischer Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Kriegsdekoration
• Ritterkreuz des württembergischen Militärverdienst-Orden
Abschüsse:
01. - 02.05.1917 - Jasta 1 - Ballon - Vauxtin, S. Soupir
02. - 05.05.1917 - Jasta 1 - Nieuport - Aizy
03. - 07.05.1917 - Jasta 1 - Spad - Martigny
Quellen:
• » The Aviation Awards of Imperial Germany in World War I - Vol. IV, Württemberg
• » Genwiki
• » The Jasta Pilots - Detailed Listings & Histories 1916-1918 von Norman Franks, Rick Duiven, Frank Bailey
• » The Jasta War Chronology - A Complete Listing of Claims and Losses 1916-1918 von Norman Franks, Rick Duiven, Frank Bailey
• » Die Albatros (Oeffag)-Jagdflugzeuge der k.u.k. Luftfahrtruppen von Peter Schiemer
• » Unsere Luftstreitkräfte 1914-1918 - Berlin, Vaterländischer Verlag C. A. Weller
• » Das Kriegstagebuch der Jagdstaffel 12 von Michael Schmeelke
• » Propellerblatt Nr. 4 - Jasta
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