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Oktober/November 2006 Ausgabe Nr. 33 der slowenischen Nasa Krila (Flügel).
© Marko Malec / Nasa Krila
Zeichnungen: Sascho Kraschovec
Übersetzung: Anton Schnitter (Velingrad/Bulgarien)

Nasa Krila Nr. 33 (2007)

Auf dem Hoheitsgebiet des heutigen Slowenien und in den Orten, wo Slowenen leben, gab es immer und gibt es auch heute überraschend viele Flugplätze und Start- und Landebahnen. Die ersten Bahnen wurden im Küstengebiet gebaut, wo die Brüder Rusjan arbeiteten. Die Zahl dieser Start- und Landebahnen wuchs beträchtlich zur Zeit des Ersten Weltkriegs, wieder im Küstengebiet, grundsätzlich bedingt durch die Kämpfe an der Sosch-Front. Bekannt waren auch die Flugplätze in Mittelslowenien im Gebiet von Korosch, wo die Flugzeuge der österreichisch-ungarischen Streitkräfte wirkten und später die Fluggesellschaften Ljubljana und Maribor. Eine wenig bekannte Tatsache ist, dass es Flugplätze und Bahnen auch im Gebiet von Goren gab. Einer davon war in Jarsche bei Bled, an der Landstraße, die Bled mit Ribno verbindet. Im September 1917 wurden dorthin die deutschen Jagdfliegergruppen » Jasta 1 und Jasta 31 verlegt, ausgerüstet mit den Jagdmaschinen Albatros D.V. Bis nach Ljubljana bzw. bis zum Sumpf von Ljubljana kamen sie unter strenger Geheimhaltung per Eisenbahn; dann wurden sie zusammengebaut und zum Flugplatz Jarsche bei Bled gebracht. Die Aufgabe beider neu eingesetzten Einheiten war die Überwachung des Luftraums beim Eindringen der österreichisch-ungarischen Armee nach Italien zur Zeit der 12. Offensive von Sosch. Deshalb waren die Piloten der » Jasta 1 und Jasta 31 mit üblicher Jagd im Gebiet Bled – Bohin – Ajdovstina – Ljubljana – Celovec – Bled beschäftigt, doch auf diesem Gebiet kam es zu keinerlei Zusammenstößen mit italienischen Flugzeugen. Auf dem erwähnten Flugplatz (eher Start-und Landebahn) weilten » Jasta 1 und Jasta 31 über drei Monate. Nach dem Durchbruch an der Front von Sosch wurden beide Jagdeinheiten schon am 27. Dezember 1917 nach Italien verlegt, genauer ins Gebiet von Kodrojp, wo heute der bekannte Fliegerhorst Rivolto liegt.


Das erste As von » Jasta 1 war » Kurt Wintgens, der 19 Luftsiege erzielte, bis ihn am 25. Dezember das französische As Alfred Hertaux abschoss. Doch weil Wintgens nicht die ganze Zeit bei Jasta 1 diente, wird Leutnant Hans von Keudell mit 11 Luftsiegen als erfolgreichster Jagdflieger von » Jasta 1 betrachtet, die er in der Zeitspanne von August 1916 bis zum 5. Februar 1917 erzielte und an diesem Tag auch abgeschossen wurde. Bei der » Jasta 1 dienten noch etliche weitere erfolgreiche Jagdpiloten: Paul Bona, Wilhelm Cymera, » Hans Kummetz, Herbert Schröder, » Hans Bethge und » Gustav Leffers. Die Mehrzahl ihrer Siege erzielten sie an der westlichen Schlachtfront. In der Zeit von September 1917 bis Anfang Februar 1918, als » Jasta 1 an der italienischen Front war, hatten ihre Piloten nur 10 Siege. Die amtlichen Dokumente schreiben der » Jasta 1 insgesamt 107 vernichtete Feindflugzeuge zu.

Albatros D.V

Einer der Piloten bei » Jasta 1 von August 1917 bis zum 27. Mai 1918 war Leutnant » Werner Dittmann. Am 1. April 1914 ist er in seiner Eigenschaft als Freiwilliger des Hannoveraner Infanterieregiments Nr. 77 beigetreten und kämpfte als Infanterist in Belgien und Frankreich. Vom 26. August bis zum 5. September nahm er an der berühmten Marne-Schlacht teil. Im Januar 1915 wurde er zum Unteroffizier befördert und im Mai erhielt er das EK II. Dann verlegte man ihn nach Polen, wo er bis Ende Juli blieb, später kam er wieder zur Westfront. Vom Juni 1916 bis Mitte Oktober absolvierte er eine Ausbildung als Pilot und wurde der Fliegerabteilung (A) 222 zugeteilt. Als Pilot flog er an der Westfront und wurde im Juni 1917 mit dem EK I ausgezeichnet. Zu der » Jasta 1 kam er am 7. August 1917 und beteiligte sich mit ihr an den Kämpfen der Front von Sosch. Dann wurde seine Kampfeinheit vorübergehend ebenfalls auf dem Flugplatz von Jarsche bei Bled stationiert. Am 27. Mai 1918 kam er zu » Jasta 13 und nahm an den letzten Kämpfen an der Westfront teil. Nach dem Krieg blieb er eine gewisse Zeit bei den Streitkräften und wurde am 30. September 1920 entlassen. Er starb mit 79 Jahren am 20 August 1975 in Bonn.

Mit seiner Fotokamera, die er in der ganzen Zeit bei den Kämpfen mitführte, schuf Leutnant » Werner Dittmann eine einmalige Chronik der Ereignisse in den Einheiten, in denen er diente. Unter seinen Aufnahmen, gesammelt in 19 Alben, gibt es einige exklusive Fotografien von der Start- und Landebahn in Jarsche und von Bled, wie auch Panoramabilder der Julier Alpen, die er während seiner Flüge machen konnte. Mit der Zustimmung des Sohns von Werner, Herrn Helge Dittmann, stellen wir sie hier zum ersten Mal den slowenischen Lesern vor.

Die andere in unserem Artikel erwähnte Einheit, die an der Startbahn von Jarsche weilte, ist die Jasta 31. Sie erlebte allerdings nicht den Ruhm einiger anderer Jastas. Bei ihrem Kampfbeginn im Jahre 1916 bis Ende des Ersten Weltkriegs erzielten ihre Piloten “nur” 31 Luftsiege, wobei sie auch neun Ballons vernichteten.

» Nasa Krila - Seite 1
(Vollbild)

» Nasa Krila - Seite 2
(Vollbild)

» Nasa Krila - Seite 3
(Vollbild)

» Nasa Krila - Seite 4
(Vollbild)

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