StartseiteBlogFotoalbenTagebuchSanke KartenGeschichteDatenbankPresseLinks

Am 10. März 2008 erschien der Artikel von » Florian Harms "Geiseln in den Rücken geschossen" in der Rubrik "einestages" auf Spiegel Online. Bitte beachten Sie die Anmerkungen der Redaktion zu diesem Artikel.

"Geiseln in den Rücken geschossen"
Spurensuche in der Familiengeschichte: Jahrzehntelang wusste Helge Dittmann nicht, was sein Vater als Frontsoldat und Pilot im Ersten Weltkrieg erlebt hatte. Dann entdeckte er auf dem Dachboden seines Elternhauses Hunderte Fotos - und Augenzeugenberichte über Greueltaten. Von Florian Harms

» Bericht | » Dokumente | » Diskussion

Zu dem veröffentlichten Text folgende Anmerkungen von Helge Dittmann:

Die Überschrift im Newsletter vom 11.03.08 „Väter als Täter – Geiseln in den Rücken geschossen“ mit der anschließenden Nennung meines Namens im Untertext suggeriert, dass mein Vater dieses Kriegsverbrechen begangen habe und ich ihn als Täter nun entlarven wolle. Richtig ist jedoch: Er war zwar Augenzeuge der Gräueltaten, aber nicht selbst an der Erschießung der Geiseln beteiligt. Er hat eine Kinoleinwand angezündet, schlimm genug, aber er war kein Mord-„Täter“. Dies ist eine der wenigen Informationen, die ich persönlich von meinem Vater über seine schrecklichen Erlebnisse im 1. Weltkrieg erhielt.

Warum keine weiteren Tagebücher meines Vaters vorhanden sind, mag auch daran liegen, dass sie in der Zwischenzeit verloren gegangen sind. Die Suggestivfrage „Oder waren es seine Aktivitäten in späteren Jahren, die ihn davon abhielten?“ und die Formulierung, die Rolle meines Vaters in der Nazizeit sei „unklar“, unterstellen eine dubiose Rolle im 2. Weltkrieg. Dass er nicht an Verbrechen beteiligt gewesen sei, bestätige „formell“ seine Entnazifizierungsurkunde. Auch die Bemerkung, man wisse nicht, ob mein Vater Richthofen begegnet sei: eine Mutmaßung. Diese gesamten Schlussfolgerungen sind spekulativ.

Unterhalb des 3. Absatzes des Artikels wurde ein Hinweis auf die Spiegel-Ausgabe mit dem Titelblatt „Die Täter“ samt Untertext „Debatte um NS-Verbrechen. Die Täter – warum so viele Deutsche zu Mördern wurden“ platziert. Zumindest für eilige Leser drängt sich ein Zusammenhang auf. (wurde von Spiegel Online mittlerweile entfernt)

Der Artikel enthält also diverse missverständliche Darstellungen und nicht durch Fakten belegte Spekulationen. Davon distanziere ich mich mit Nachdruck.

Nebenbei: Meinen Vater hätte ich nicht als „lokale Größe“ bezeichnet. Und sein Geburtsort ist nicht Remscheid. (wurde von Spiegel Online mittlerweile korrigiert)

Helge Dittmann


Sie sind hier: